Börse Frankfurt Schluss: Kaum verändert, Commerzbank brechen ein
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes notierten im Donnerstaghandel kaum verändert. Die Investoren hatten dabei eine ganze Reihe von Quartalsbilanzen zu verarbeiten. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verlor zuletzt 0,02 Prozent auf 6.964,99 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) legte um 0,09 Prozent zu auf 11.064,24 Punkte. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 0,06 Prozent nach unten auf 4.966,92 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 0,08 Prozent auf 786,37 Punkte verlor. Der Bund Future verlor zuletzt 0,09 Prozent auf 142,61 Zähler, während der Euro um 0,78 Prozent auf 1,2276 Dollar nachgab.
In den USA notieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,19 Prozent im Minus. Am Freitag steht in Deutschland konjunkturseitig die Veröffentlichung der Verbraucherpreise auf der Agenda. Aus den USA werden der Staatshaushalt sowie die Ein- und Ausfuhrpreise gemeldet.
Das Verarbeitende Gewerbe konnte im Juni nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts einen unveränderten Umsatz erzielen. Gegenüber dem Vorjahresmonat blieb der Umsatz arbeitstäglich unverändert, nach einem Umsatzplus von 0,7 Prozent im Mai. Hierbei ging der Inlandsumsatz um 1,0 Prozent zurück und die Erlöse im Geschäft mit den ausländischen Abnehmern kletterten um 1,1 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat wies der preisbereinigte Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe saison- und arbeitstäglich bereinigt ein Minus von 1,6 Prozent aus, gegenüber einer Zunahme um 0,8 Prozent im Mai 2012. Der Inlandsabsatz fiel dabei um 1,1 Prozent, während der Auslandsumsatz um 2,0 Prozent abnahm. Kumuliert von Januar bis Juni 2012 lag das arbeitstäglich bereinigte Umsatzvolumen um 0,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das Inlandsgeschäft nahm dabei um 0,4 Prozent und der Auslandsumsatz um 1,0 Prozent zu.
Die amerikanische Ratingagentur Fitch Ratings hat am Mittwoch das Kreditrating von Deutschland mit dem Top-Rating "AAA" bekräftigt. Der Ausblick wurde mit "stabil" angegeben, womit eine Herabstufung derzeit nicht absehbar ist. Fitch Ratings begründete die Entscheidung mit der soliden makroökonomischen Situation Deutschlands. Besonders die vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote sowie die Entwicklung des BIP wurden hervorgehoben.
Nicht gut lief es im ersten Halbjahr für die Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200). So musste man für diesen Zeitraum einen Gewinnrückgang ausweisen. Das operative Ergebnis war ebenfalls rückläufig. Der Rückgang war insbesondere dem rückläufigen Marktzinsniveau und der weiter zunehmenden Kundenzurückhaltung geschuldet. Für das zweite Halbjahr äußerte sich die Commerzbank eher zurückhaltend, zumal man keine kurzfristige Stabilisierung des Marktumfelds erwartet. So rechnet man damit, dass das Konzernergebnis im zweiten Halbjahr unter dem der ersten sechs Monate liegen wird. Die Aktie verschlechterte sich um 4,2 Prozent und trug damit die rote Laterne im DAX. Vorne legten Infineon und METRO um 2,9 Prozent bzw. 2,0 Prozent zu.
Von Interesse waren heute ferner die Quartalszahlen der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750). Der Telekommunikationskonzern wies im zweiten Quartal einen Gewinnanstieg aus. Auf bereinigter Basis war der Gewinn aber rückläufig. Der Umsatz lag leicht unter Vorjahresniveau. Im Europa-Geschäft hatte die Deutsche Telekom unter dem wachsenden Wettbewerbsdruck und der schwierigen konjunkturellen Gesamtsituation zu leiden und musste beim bereinigten EBITDA einen Rückgang hinnehmen. Ferner bekräftigte man die Jahresprognose. Das Papier fiel um 2,0 Prozent. Deutsche Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) flogen schließlich mit einem Abschlag von 0,7 Prozent hinterher. Die Airline verzeichnete im Juli einen Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere.
Im MDAX verteuerten sich Symrise (ISIN DE000SYM9999/ WKN SYM999) um 2,7 Prozent. Der Konzern konnte im ersten Halbjahr mit einem Umsatz- und Gewinnanstieg aufwarten. Zudem blickt man trotz der anhaltenden Unsicherheiten durch die europäische Staatsschuldenkrise zuversichtlich auf die zweite Jahreshälfte. Nach der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr bestätigt Symrise seine im Mai angehobene Prognose und strebt für das Gesamtjahr weiterhin ein Umsatzwachstum zwischen 3 und 5 Prozent an. Der Graphit- und Karbonhersteller SGL CARBON (ISIN DE0007235301/ WKN 723530) konnte ebenfalls im ersten Halbjahr mit einem Umsatzanstieg aufwarten, musste jedoch einen Ergebnisrückgang ausweisen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet SGL CARBON ein mit dem Vorjahr vergleichbares Konzern-EBIT von rund 160 Mio. Euro Unter der Voraussetzung einer verbesserten Weltkonjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2012 erwartet das Unternehmen für 2012 zudem weiterhin einen Anstieg im Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr. Für das Papier ging es um 2,7 Prozent nach unten.
Der Baukonzern Bilfinger Berger (ISIN DE0005909006/ WKN 590900) wartete unterdessen im ersten Halbjahr trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einem robusten Ergebnis auf. Die Gesamtleistung wurde leicht gesteigert. Der Auftragseingang legte ebenfalls zu, wobei in allen Geschäftsfeldern Zuwachsraten zu verzeichnen waren. Auch das EBITA konnte deutlich verbessert werden. Der Ausblick fiel ebenfalls positiv aus. Der Titel legte um 2,5 Prozent zu. Schlecht lief es daneben im ersten Halbjahr für den Motorenhersteller DEUTZ (ISIN DE0006305006/ WKN 630500). So musste man Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis ausweisen. Der Auftragseingang war ebenfalls rückläufig. Auf Basis der abgeschwächten Nachfrage hat DEUTZ die Prognosewerte für das laufende Jahr reduziert. Die Anteilsscheine fuhren mit einem Abschlag von 6,6 Prozent hinterher.
RHÖN-KLINIKUM (ISIN DE0007042301/ WKN 704230) verbesserten sich indes auf Platz eins der Gewinnerliste um 3,9 Prozent. Der Klinikbetreiber steigerte im ersten Halbjahr zwar seinen Umsatz. Neben dem erfreulichen organischen Umsatzwachstum erfolgte zum 1. Mai 2012 die erstmalige Konsolidierung der Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Wiesbaden. Das Ergebnis ist dagegen gesunken. Verantwortlich hierfür waren neben der erstmaligen Konsolidierung der HSK auch Verzögerungen bei Restrukturierung des UKGM, Tarifabschlüsse am oberen Ende des erwarteten Korridors sowie Sondereffekte in Folge des Übernahmeangebots im zweiten Quartal.
Im TecDAX verbilligten sich SMA Solar (ISIN DE000A0DJ6J9/ WKN A0DJ6J) als Schlusslicht um 7,7 Prozent. Der Spezialist für Solar-Wechselrichter hat das erste Halbjahr 2012 mit einem Ergebnisrückgang abgeschlossen. Der Umsatz wurde aber gesteigert. Weiteren Angaben zufolge hebt der Vorstand das untere Ende der erstmals im März veröffentlichten Umsatz- und Ergebnisprognose für das Jahr 2012 an. Daneben ging es für JENOPTIK (ISIN DE0006229107/ WKN 622910) um 0,1 Prozent nach oben. Der Technologiekonzern konnte im ersten Halbjahr mit einem Ergebnisanstieg aufwarten. Der Umsatz stieg ebenfalls. Im Anschluss wurde die im Juli erhöhte Prognose für das Gesamtjahr bestätigt.