Börse Frankfurt am Morgen: Uneinheitlich, Commerzbank nach Zahlen unter Druck
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes zeigen sich im frühen Donnerstaghandel wenig verändert. Der Fokus der Investoren richtet sich dabei auf diverse Quartalsausweise aus der ersten und zweiten Reihe. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewinnt aktuell 0,39 Prozent auf 6.870,46 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) um 0,53 Prozent auf 10.435,42 Stellen steigt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,17 Prozent auf 5.063,76 Zähler nach unten. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) verbessert sich um 0,27 Prozent auf 779,60 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,17 Prozent auf 138,76 Punkte, während sich der Euro um 0,29 Prozent auf 1,3292 US-Dollar verteuert.
Die wichtigsten Indizes an der Wall Street zeigten sich am Mittwoch etwas schwächer. Die Märkte litten vor allem unter negativen Vorgaben aus Europa, wo das Hilfspaket für Griechenland für Gesprächsstoff sorgte. Einige Konjunkturdaten sowie schwache Zahlen des PC-Herstellers Dell standen ebenfalls im Fokus. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor 0,21 Prozent auf 12.938,67 Punkte, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) 0,52 Prozent auf 2.933,17 Zähler abgab. Für den S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) ging es um 0,33 Prozent nach unten auf 1.357,66 Punkte.
Im DAX stehen heute diverse Quartalsbilanzen im Blickfeld der Anleger. Für eine Enttäuschung sorgte dabei die Deutsche Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750). So ist der Gewinn des Telekommunikationskonzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr angesichts rückläufiger Umsätze deutlich eingebrochen. Im vierten Quartal 2011 wurde ein Milliarden-Verlust ausgewiesen, der noch einmal klar über dem Fehlbetrag des Vorjahres lag. Ferner wurde für 2011 ein stabiler Dividendenvorschlag unterbreitet. Der Konzernumsatz belief sich im Gesamtjahr 2011 auf 58,65 Mrd. Euro, was einem Rückgang um 6,0 Prozent zum Vorjahr entspricht. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei 5,59 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,51 Mrd. Euro) bzw. bei 7,61 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,36 Mrd. Euro) auf bereinigter Basis. Das bereinigte EBITDA fiel im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 Prozent auf 18,69 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss erreichte 557 Mio. Euro, gegenüber knapp 1,7 Mrd. Euro im Jahr 2010. Der bereinigte Konzernüberschuss nahm indes um 15,2 Prozent auf 2,85 Mrd. Euro ab. Der Free Cash-Flow sank um 1,9 Prozent auf 6,42 Mrd. Euro. Grund für den deutlichen Rückgang beim Konzernüberschuss waren verschiedene Sondereinflüsse im vierten Quartal, die per Saldo zu einem unbereinigten Konzern-Fehlbetrag in den drei Monaten von rund 1,3 Mrd. Euro führten. Die Aktie gibt um 1,8 Prozent nach.
Die Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) musste indes im Geschäftsjahr 2011 infolge eines schwierigen Marktumfelds einen deutlichen Rückgang Konzernergebnis ausweisen. Jedoch konnte sie das Ergebnis ihrer Kernbank steigern und Risiken deutlich reduzieren. So wurde das Operative Ergebnis in der Kernbank, die das strategisch bedeutende kundenorientierte Geschäft beinhaltet, deutlich auf 4,5 Mrd. Euro verbessert, nach 2,0 Mrd. Euro in 2010. Die Erträge vor Risikovorsorge stiegen in der Kernbank vor dem Hintergrund der stabilen konjunkturellen Lage in den Kernmärkten Deutschland und Polen um 14 Prozent auf 12,4 Mrd. (2010: 10,9 Mrd.) Euro. Infolge der Belastungen durch die europäische Staatsschuldenkrise fiel das Konzernergebnis von 1,43 Mrd. Euro im Vorjahr auf 638 Mio. Euro. Die Risikovorsorge im Konzern konnte insbesondere aufgrund erfolgreicher Kreditrestrukturierungen signifikant um mehr als 40 Prozent auf knapp 1,4 Mrd. (2010: 2,5 Mrd.) Euro verringert werden. Das Papier fällt als Schlusslicht im DAX um 2,4 Prozent. Für die Anteilsscheine der Allianz (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) geht es daneben als Spitzenreiter um 1,6 Prozent nach oben. Der Jahresüberschuss des Versicherungskonzerns hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr fast halbiert. Dabei wurde das Ergebnis durch Wertminderungen auf griechische Staatsanleihen und auf Investments im Finanzsektor belastet. Indes wurde ein stabiles operatives Ergebnis erzielt, das im Rahmen der eigenen Erwartungen lag. Darüber hinaus wurde eine zum Vorjahr unveränderte Dividende vorgeschlagen. Der Gesamtumsatz lag mit 103,6 Mrd. Euro um 2,7 Prozent unter dem Rekordjahr 2010. Das operative Ergebnis erreichte 7,9 Mrd. Euro und lag damit innerhalb des Zielkorridors von 8,0 Mrd. Euro, plus/minus 0,5 Mrd. Euro. Im Vergleich zum operativen Ergebnis 2010 von 8,2 Mrd. Euro ist das ein Rückgang von 4,6 Prozent. Der Jahresüberschuss 2011 belief sich auf 2,8 Mrd. Euro, nach 5,2 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Rückgang von 46,2 Prozent resultierte hauptsächlich aus sehr konservativen nicht-operativen Wertminderungen von 1,9 Mrd. Euro auf griechische Staatsanleihen und Investments vor allem im Finanzsektor.
MTU Aero Engines Holding (ISIN DE000A0D9PT0/ WKN A0D9PT) verteuern sich als bester Wert im MDAX um 2,6 Prozent. Der Triebwerkshersteller hat nach vorläufigen Angaben seine Prognose für das Geschäftsjahr 2011 voll erreicht. So erreichte der Umsatz mit einem Plus von 8 Prozent auf 2,93 Mrd. (2010: 2,71 Mrd.) Euro das obere Ende der Erwartungsspanne von +7 bis +8 Prozent. Dollarkursbereinigt ist der Umsatz um 13 Prozent gestiegen. Den operativen Gewinn hat die MTU von 310,7 Mio. Euro im Jahr 2010 auf 328,0 Mio. Euro um 6 Prozent verbessert. Damit übertrifft sie ihre im Jahresverlauf erhöhte Ergebnisprognose von 325 Mio. Euro. Die Umsatzrendite lag bei 11,2 (2010: 11,5) Prozent. Der Gewinn nach Steuern kletterte um 7 Prozent auf 196,6 Mio. Euro.
Im TecDAX geht es für ADVA AG Optical Networking (ISIN DE0005103006/ WKN 510300) um 1,9 Prozent nach oben. Der Umsatz des Netzwerkspezialisten lag im vierten Quartal mit 83,4 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 79,4 Mio. Euro. Das IFRS Proforma Betriebsergebnis lag im Berichtsquartal mit 7,4 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 4,3 Mio. Euro. Nach IFRS ergab sich im Berichtszeitraum ein Anstieg beim Betriebsergebnis auf 6,7 Mio. Euro, nach 3,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der IFRS-Quartalsgewinn verbesserte sich auf 8,7 Mio. Euro, nach 1,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.