Börse Frankfurt am Morgen: Wenig verändert, Commerzbank nach Zahlen unter Druck
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendieren im frühen Donnerstaghandel wenig verändert. Die Investoren haben dabei eine ganze Reihe von Quartalsbilanzen zu verarbeiten. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verschlechtert sich aktuell um 0,04 Prozent auf 6.963,15 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) um 0,07 Prozent auf 11.061,52 Stellen zulegt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,30 Prozent auf 4.984,95 Zähler nach oben. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) notiert mit 0,15 Prozent im Plus bei 788,14 Punkten. Der Bund-Future verliert 0,13 Prozent auf 142,56 Punkte, während sich der Euro um 0,09 Prozent auf 1,2360 US-Dollar verbilligt.
Die amerikanische Ratingagentur Fitch Ratings hat am Mittwoch das Kreditrating von Deutschland mit dem Top-Rating "AAA" bekräftigt. Der Ausblick wurde mit "stabil" angegeben, womit eine Herabstufung derzeit nicht absehbar ist. Fitch Ratings begründete die Entscheidung mit der soliden makroökonomischen Situation Deutschlands. Besonders die vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote sowie die Entwicklung des BIP wurden hervorgehoben.
Die US-Leitindizes mussten am Mittwoch mit uneinheitlichen Tendenzen aus dem Handel gehen. Dabei belasteten vor allem Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Schuldenkrise in der Eurozone das Handelsgeschehen. Nach den zuletzt deutlichen Kursaufschlägen stieg außerdem die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) gewann am Ende 0,05 Prozent auf 13.175,64 Zähler. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) präsentierte sich mit einem Minus von 0,15 Prozent bei 3.011,25 Zählern, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) einen Aufschlag von 0,06 Prozent auf 1.402,22 Punkte zeigte.
Von besonderem Interesse sind heute sicherlich die Quartalszahlen der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750). Der Telekommunikationskonzern konnte im zweiten Quartal einen Gewinnanstieg ausweisen. Auf bereinigter Basis war der Gewinn aber rückläufig. Der Umsatz lag leicht unter Vorjahresniveau. Im Europa-Geschäft hatte die Deutsche Telekom unter dem wachsenden Wettbewerbsdruck und der schwierigen konjunkturellen Gesamtsituation zu leiden und musste beim bereinigten EBITDA einen Rückgang hinnehmen. Ferner bekräftigte man die Jahresprognose. Das Papier fällt um 0,2 Prozent.
Nicht gut lief es daneben im ersten Halbjahr für die Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200). So musste man für diesen Zeitraum einen Gewinnrückgang ausweisen. Das operative Ergebnis war ebenfalls rückläufig. Der Rückgang war insbesondere dem rückläufigen Marktzinsniveau und der weiter zunehmenden Kundenzurückhaltung geschuldet. Während die Segmente Mittelstandsbank und Central & Eastern Europe ein solides Ergebnis erreicht haben, standen die Segmente Privatkunden und Corporates & Markets unter dem Druck des herausfordernden Marktumfelds. Für das zweite Halbjahr äußerte sich die Commerzbank eher zurückhaltend, zumal man keine kurzfristige Stabilisierung des Marktumfelds erwartet. So rechnet man damit, dass das Konzernergebnis im zweiten Halbjahr unter dem der ersten sechs Monate liegen wird. Die Aktie verschlechtert sich um 3,4 Prozent und trägt damit die rote Laterne im DAX. Vorne legen Beiersdorf und METRO um 0,8 bzw. 0,5 Prozent zu.
Im MDAX verteuern sich Symrise (ISIN DE000SYM9999/ WKN SYM999) an der Indexspitze um 3,5 Prozent. Der Konzern konnte im ersten Halbjahr mit einem Umsatz- und Gewinnanstieg aufwarten. Zudem blickt man trotz der anhaltenden Unsicherheiten durch die europäische Staatsschuldenkrise zuversichtlich auf die zweite Jahreshälfte. Nach der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr bestätigt Symrise seine im Mai angehobene Prognose und strebt für das Gesamtjahr weiterhin ein Umsatzwachstum zwischen 3 und 5 Prozent an. Wachstumsimpulse erwartet Symrise dabei sowohl aus Schwellenländern als auch aus Industrienationen, wenngleich diese in Westeuropa aufgrund der Staatsschuldenkrise verhalten ausfallen werden. Darüber hinaus hält Symrise an seinem Anspruch fest, nachhaltig profitabel zu wachsen, und strebt trotz des anhaltend hohen Preisniveaus für Rohstoffe und Energie eine EBITDA-Marge von rund 20 Prozent an. Der Graphit- und Karbonhersteller SGL CARBON (ISIN DE0007235301/ WKN 723530) konnte ebenfalls im ersten Halbjahr mit einem Umsatzanstieg aufwarten, musste jedoch einen Ergebnisrückgang ausweisen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet SGL CARBON ein mit dem Vorjahr vergleichbares Konzern-EBIT von rund 160 Mio. Euro Unter der Voraussetzung einer verbesserten Weltkonjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2012 erwartet das Unternehmen für 2012 weiterhin einen Anstieg im Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr. Für das Papier geht es um 1,6 Prozent nach unten.
RHÖN-KLINIKUM (ISIN DE0007042301/ WKN 704230) verschlechtern sich indes um 0,2 Prozent. Der Klinikbetreiber steigerte im ersten Halbjahr zwar seinen Umsatz. Neben dem erfreulichen organischen Umsatzwachstum erfolgte zum 1. Mai 2012 die erstmalige Konsolidierung der Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Wiesbaden. Das Ergebnis ist dagegen gesunken. Verantwortlich hierfür waren neben der erstmaligen Konsolidierung der HSK auch Verzögerungen bei Restrukturierung des UKGM, Tarifabschlüsse am oberen Ende des erwarteten Korridors sowie Sondereffekte in Folge des Übernahmeangebots im zweiten Quartal.
Der Baukonzern Bilfinger Berger (ISIN DE0005909006/ WKN 590900) konnte unterdessen im ersten Halbjahr trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einem robusten Ergebnis aufwarten. Die Gesamtleistung wurde leicht gesteigert. Einem deutlichen Anstieg im Service Geschäft stand die geplante Rücknahme im Geschäftsfeld Construction nach dem Auslaufen eines Großprojekts gegenüber. Der Auftragseingang legte ebenfalls zu, wobei in allen Geschäftsfeldern Zuwachsraten zu verzeichnen waren. Auch das EBITA konnte deutlich verbessert werden. Der Ausblick fiel ebenfalls positiv aus. Der Titel legt um 1,2 Prozent zu. Eher schlecht lief es daneben im ersten Halbjahr für den Motorenhersteller DEUTZ (ISIN DE0006305006/ WKN 630500). So musste man Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis ausweisen. Der Auftragseingang war ebenfalls rückläufig. Auf Basis der abgeschwächten Nachfrage hat DEUTZ die Prognosewerte für das laufende Jahr reduziert. Die Anteilsscheine fahren mit einem Abschlag von 3,5 Prozent als schwächster Wert im MDAX hinterher.
Im TecDAX verbilligen sich SMA Solar (ISIN DE000A0DJ6J9/ WKN A0DJ6J) als Schlusslicht um 6,6 Prozent. Der Spezialist für Solar-Wechselrichter hat das erste Halbjahr 2012 mit einem Ergebnisrückgang abgeschlossen. Der Umsatz wurde aber gesteigert. Weiteren Angaben zufolge hebt der Vorstand das untere Ende der erstmals im März veröffentlichten Umsatz- und Ergebnisprognose für das Jahr 2012 an. Die angepasste Prognose sieht bei einem Umsatz von 1,3 Mrd. bis 1,5 Mrd. Euro ein operatives Ergebnis (EBIT) von 100 Mio. bis 150 Mio. Euro vor (vormals: Umsatz 1,2 Mrd. bis 1,5 Mrd. Euro; EBIT 60 Mio. bis 150 Mio. Euro). Das entspricht einer EBIT-Marge von 8 bis 10 Prozent (vormals: 5 bis 10 Prozent).