Börse Frankfurt am Morgen: Wenig verändert, adidas unter Druck
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendieren im frühen Donnerstaghandel nach zahlreichen Quartalsbilanzen und im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Notenbankentscheidung der EZB mehrheitlich moderat im Minus. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verbessert sich aktuell um 0,03 Prozent auf 6.756,50 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) um 0,22 Prozent auf 10.868,02 Stellen nachgibt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,16 Prozent auf 4.894,90 Zähler nach unten. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) notiert mit 0,36 Prozent im Minus bei 780,39 Punkten. Der Bund-Future gewinnt 0,01 Prozent auf 143,52 Punkte, während sich der Euro um 0,13 Prozent auf 1,2256 US-Dollar verteuert.
Positiv ausgefallene Arbeitsmarktdaten sorgten am Mittwoch zunächst für gute Stimmung an der Wall Street. Nach den Ergebnissen der Fed-Sitzung, auf der keine neuen Maßnahmen zur Stimulierung der US-Wirtschaft beschlossen wurden, rutschten die US-Leitindizes jedoch ins Minus. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor letztlich 0,29 Prozent auf 12.971,06 Punkte. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) verzeichnete ein Minus von 0,66 Prozent auf 2.920,21 Zähler, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) um 0,30 Prozent auf 1.375,14 Punkte nachgab.
Deutsche Post (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) verbessern sich um 2,6 Prozent. Der Brief- und Logistikkonzern konnte seinen Wachstumskurs auch im zweiten Quartal weiter fortsetzen. Der Umsatz wurde um mehr als 7 Prozent gesteigert. Vor allem die DHL-Bereiche haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Sie profitieren nach wie vor von ihren hervorragenden Marktpositionen in den besonders stark wachsenden Regionen der Welt - insbesondere in Asien. Darüber hinaus konnte der Paketbereich wiederum zweistellige Volumen- und Umsatzverbesserungen erzielen und trug so maßgeblich zu der erfolgreichen Konzernentwicklung bei. Beim Konzernüberschuss wurde wegen einer Umsatzsteuernachzahlung aber ein Rückgang ausgewiesen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem moderaten Wachstum der Weltwirtschaft und - getrieben durch die DHL-Bereiche - mit weiteren Umsatz- und Ergebnisverbesserungen im Vergleich zum Vorjahr. Vor diesem Hintergrund und angesichts der positiven Entwicklung im zweiten Quartal hat der Konzern seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben angepasst und erwartet nun ein EBIT in Höhe von 2,6 bis 2,7 Mrd. Euro. Zuletzt hatte der Konzern hier einen operativen Gewinn von 2,5 bis 2,6 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
Unterdessen ist adidas (ISIN DE000A1EWWW0/ WKN A1EWWW) weiterhin in guter Form und konnte im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis verbessern. Preissteigerungen, ein besserer Produktmix und eine günstigere regionale Umsatzverteilung sowie ein größerer Anteil von Einzelhandelsumsätzen, die höhere Margen erzielen, konnten aber den wesentlichen Anstieg der Beschaffungskosten nur zum Teil kompensieren. Wie der Konzern weiter ausführte, erwartet man für das laufende Fiskaljahr nach wie vor, dass sich der Konzernumsatz im Jahr 2012 währungsbereinigt um annähernd 10 Prozent erhöhen wird. Beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter erwartet man für das laufende Fiskaljahr einen Anstieg um 15 bis 17 Prozent. Zuvor hatte adidas hier einen Anstieg um 12 bis 17 Prozent auf 750 bis 785 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Die Aktie läuft mit einem Abschlag von 2,5 Prozent hinterher und trägt damit die rote Laterne im DAX. Etwas unter Druck stehen daneben im aktuellen Handel die Papiere von Beiersdorf (ISIN DE0005200000/ WKN 520000), die sich um 0,1 Prozent verbilligen. Der Konsumgüterkonzern musste im ersten Halbjahr 2012 aufgrund von Sondereffekten einen Gewinnrückgang ausweisen. Die Geschäftsentwicklung liegt aber innerhalb der Erwartungen des Unternehmens. Der Umsatz wurde gesteigert. Des Weiteren wurde der Umsatz-Ausblick bestätigt und die Ergebniserwartung für 2012 angehoben. Das Umsatzwachstum des Konzerns soll 2012 bei etwa 3 Prozent liegen. Die Erwartung für die operative EBIT-Umsatzrendite wird von bisher 11 bis 12 Prozent auf rund 12 Prozent in 2012 angehoben.
Die Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) steigen auf Platz eins der Gewinnerliste im DAX um 3,1 Prozent. Die Fluggesellschaft konnte ihren Verlust im ersten Halbjahr reduzieren. Der Umsatz wurde gleichzeitig erhöht. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern weiterhin eine positive Nachfrageentwicklung und plant, die restriktive Angebotssteuerung fortzusetzen. Gleichzeitig bleiben die Entwicklung des Treibstoffpreises und der Einfluss gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen nur schwer vorhersehbar. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr unverändert mit einer Umsatzsteigerung und einem operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) fahren schließlich um 0,5 Prozent vor. Wie bereits gestern bekannt gegeben wurde, haben der Automobilhersteller und der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding (ISIN DE000PAH0038/ WKN PAH003) die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns wie geplant zum 1. August abgeschlossen.
Gut lief es im ersten Halbjahr 2012 für FUCHS PETROLUB (ISIN DE0005790430/ WKN 579043). Der Konzern konnte im ersten Halbjahr dank der starken Absatzentwicklung in allen Regionen mit einem Umsatz- und Ergebnisplus aufwarten. Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einer Fortsetzung des Umsatzwachstums. Zudem will man das EBIT im Vergleich zum Vorjahr steigern. Die Aktie verteuert sich um 0,4 Prozent. Unterdessen verschlechtern sich ProSiebenSat.1 Media (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) als Schlusslicht im MDAX um 3,2 Prozent. Der Medienkonzern hat das zweite Quartal 2012 mit einem Umsatz- und Gewinnwachstum abgeschlossen. Zudem bestätigte der Konzern seine Ziele für das laufende Jahr. Des Weiteren hat Continental (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) nach einer positiven Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Aktie legt daraufhin an der Indexspitze um 1,6 Prozent zu.
Drägerwerk (ISIN DE0005550636/ WKN 555063) geben nach Geschäftszahlen für das erste Halbjahr um 2,9 Prozent nach. Der Medizin- und Sicherheitstechnologiekonzern konnte den Umsatz moderat steigern. Der Nachsteuergewinn war aber leicht rückläufig. Im Anschluss wurde die Jahresprognose bestätigt. MorphoSys (ISIN DE0006632003/ WKN 663200) ist im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz des Biotechnologiekonzerns war ebenfalls deutlich rückläufig. Allerdings bestätigte der Konzern seine Finanzziele für das Gesamtjahr. Der Titel verschlechtert sich um 2,7 Prozent.