Börsen in Europa-Schluss: Deutliche Abschläge, BHP Billiton im Fokus
Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes mussten am Mittwoch hohe Verluste ausweisen. Die Laune der Investoren wurde dabei durch schwache Börsenentwicklungen aus Asien und den USA eingetrübt. Zudem keimten erneut Konjunktursorgen auf. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor 1,51 Prozent auf 2.452,73 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) gab um 1,21 Prozent nach auf 2.539,96 Zähler. Die europäischen Länderbörsen tendierten ebenfalls schwächer.
Im Mittelpunkt des Interesses stand in Großbritannien heute der Zahlenausweis des Minenbetreibers BHP Billiton (ISIN GB0000566504/ WKN 908101). Der Gewinn ist im abgelaufenen Fiskaljahr angesichts sinkender Rohstoffpreise und steigender Kosten deutlich zurückgegangen. Der Umsatz konnte allerdings leicht verbessert werden. Laut BHP hatte der Konzern im Berichtszeitraum unter einer Reihe von Sonderbelastungen zu leiden. In diesem Zusammenhang wurde auch mitgeteilt, dass man sein 20 Mrd. US-Dollar teures Olympic Dam Project in Australien überdenken will, um die Investitionskosten zu senken. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wird der Konzern trotzdem eine erhöhte Dividende ausschütten. Das Papier verlor 1,7 Prozent an Wert. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen im FTSE 100 die Aktien von Tullow Oil mit einem Wertzuwachs von 1,2 Prozent, während gleichzeitig die rote Laterne von Kazakhmys mit einem Abschlag von 4,2 Prozent getragen wurde.
Im französischen Leitindex CAC 40 konnten nur wenige Werte ein grünes Vorzeichen ausweisen. Größter Gewinner war Renault mit einem Plus von 0,5 Prozent. Gleichzeitig trennten sich die Investoren vornehmlich von den Anteilsscheinen von Schneider Electric, die am Indexende um 3,1 Prozent nachgaben.
In Belgien schossen die Aktien von Delhaize Group (ISIN BE0003562700/ WKN 853151) um 1,8 Prozent nach oben. Der Einzelhandelskonzern meldete, dass sein Gewinn im zweiten Quartal trotz gestiegener Umsätze gesunken ist. Auch das Halbjahresergebnis ging vor allem aufgrund einer Sonderbelastung deutlich zurück. Die Jahresplanung wurde indes bestätigt.
Heineken (ISIN NL0000009165/ WKN A0CA0G) gaben in Amsterdam um 1,1 Prozent nach. Der niederländische Bierkonzern musste im ersten Halbjahr wegen hoher Produktionskosten einen Rückgang beim operativen Ergebnis ausweisen. Aufgrund des Verkaufs eines Minderheitenanteils legte man beim Gewinn aber zu.
Im schweizerischen Leitindex notierten mit Credit Suisse (+0,9 Prozent) und UBS (+1,6 Prozent) vor allem die großen Finanztitel im Plus. Transocean und Richemont verloren hier als Schlusslicht 1,9 Prozent an Wert.
Flughafen Wien (ISIN AT0000911805/ WKN 884216) konnte im ersten Halbjahr 2012 bei allen relevanten Kennzahlen deutlich zulegen. So stiegen die Umsätze um annähernd 5 Prozent, während die Passagierzahl um fast 8 Prozent zulegte. Das Konzernergebnis verbesserte sich sogar prozentual zweistellig. Die Gesamtjahresprognose für das Nettoergebnis wurde erhöht. Der Titel flog um 3,4 Prozent vor.
Der dänische Windanlagenhersteller Vestas Wind Systems (ISIN DK0010268606/ WKN 913769) musste im zweiten Quartal einen Verlust ausweisen. Für das zweite Quartal meldete der Konzern u.a. einen Umsatzrückgang um 15 Prozent auf 1,61 Mrd. Euro und das EBIT verringerte sich von 77 Mio. Euro auf 18 Mio. Euro. Wie der Konzern weiter ausführte, will er bis zum Ende des Jahres zusätzliche 1.400 Stellen abbauen und so 250 Mio. Euro einsparen. Die Aktie von Vestas verlor 6,4 Prozent.