ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax nach jüngster Rally kaum verändert
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach fünf Gewinntagen in Folge hat der Dax am Freitag um seinen Vortagesschluss gependelt. Der Leitindex rückte zuletzt um moderate 0,10 Prozent vor auf 6.765,33 Punkte, nachdem er mit leichten Verlusten in den Handel gestartet war. Das Börsenbarometer war im jüngsten Aufschwung bereits um gut 5 Prozent angesprungen. Für den MDax ging es am Freitagvormittag um 0,27 Prozent auf 10.931,54 Punkte nach oben. Der TecDax verlor minimale 0,07 Prozent auf 774,90 Punkte.
Die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen dürfte vor dem Wochenende vor allem bei kurzfristig orientierten Marktteilnehmern deutlich gestiegen sein, meinte Analyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg. Schließlich sei die Situation nach wie vor labil, und die gute Stimmung könne schnell wieder kippen.
RWE SEHR SCHWACH NACH VERKAUFSEMPFEHLUNG
Nach einem Analystenkommentar fielen die Papiere von RWE am Dax-Ende um 2,07 Prozent auf 33,185 Euro. Die Schweizer Bank UBS hatte eine Verkaufsempfehlung für die Titel des Versorgers ausgesprochen. Der Experte Patrick Hummel erwartet bei dem Unternehmen bis 2020 kein Gewinnwachstum.
Ein Medienbericht indes belastete die Papiere der Deutschen Post , die 1,37 Prozent verloren. Die Insolvenz der einstigen KarstadtQuelle-Tochter Neckermann.de gefährdet nach einem Artikel des "Handelsblatts" die Prognose des Logistikers. Ein Sprecher der Deutschen Post wollte sich zur Höhe der möglichen Abschreibungen auf Anfrage nicht äußern. "Die Insolvenz von Neckermann.de hat uns sehr überrascht", zitierte ihn die Zeitung. "Wir werden bald belastbare Zahlen nennen." Am Donnerstag hatte Commerzbank-Analyst Johannes Braun in einer Studie dagegen die Meinung vertreten, dass die Insolvenz des Versandhändlers Neckermann.de den Logistikkonzern nur sehr begrenzt belasten sollte. Die Post habe bereits im Zuge der Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor Abschreibungen auf Neckermann.de vorgenommen.
DEUTSCHE WOHNEN ERNEUT IM MINUS
Eine negative Analystenstudie ließ auch die im MDax gelisteten Titel von Deutsche Wohnen um 3,13 Prozent sinken. Insgesamt war dies der vierte Verlusttag in Folge. Der Immobiliensektor habe sich im bisherigen Jahresverlauf deutlich besser entwickelt als der Aktienmarkt, ohne das es einen Grund hierfür gebe, schrieb Analyst Bernd Stahli Merrill Lynch in einer Branchenstudie und stufte die Aktien ab.
Im TecDax gehörten Solarworld mit plus 2,37 Prozent und SMA Solar mit einem Zuwachs von 5,70 Prozent zu den Spitzenwerten. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will ein Antidumpingverfahren gegen China wegen der Unterstützung für Solarfirmen prüfen. Notwendig sei ein fairer Weltmarkt-Wettbewerb um die Produktion von Solarpanelen, sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Altmaier wecke Hoffnungen auf vergleichbare Unterstützung heimischer Unternehmen wie in den USA, sagte ein Börsianer. Das stütze die Stimmung in einer Branche, die nach jedem Strohhalm greife.
PERSONALIE GIBT HEIDELDRUCK AUFTRIEB
Eine positiv aufgenommene Personalie bescherte den Aktien von Heidelberger Druckmaschinen mit plus 3,29 Prozent den Spitzenplatz im SDax . Der Chef des angeschlagenen Unternehmens, Bernhard Schreier, räumt zum Jahresende seinen Posten. Sein Nachfolger wird zum 1. September Gerold Linzbach. Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank wertete dies "eindeutig positiv". Die Umstrukturierung von Heidelberger Druck sollte fortgesetzt werden - Dieses Mal mit einem erfahrenen und externen Verantwortlichen./la/rum
Quelle: dpa
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