ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Fester - Erholung dank freundlicher Vorgabe
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Aktienindizes haben sich am Dienstag etwas von ihrem sehr schwachen Wochenauftakt erholt. Der Dax gewann am Morgen 0,45 Prozent auf 6.159,99 Punkte. Zum Wochenauftakt war der Leitindex wegen schwindender Hoffnung vor dem EU-Gipfel um 2,09 Prozent gefallen. Für den MDax ging es in der ersten Stunde um 0,32 Prozent auf 10.056,27 Punkte hoch, während der technologielastige Auswahlindex TecDax um 0,21 Prozent auf 724,02 Punkte fiel.
Die asiatischen Märkte seien am Morgen nicht ganz so schwach gegangen, wie es nach den deutlichen Verlusten in Europa und an der Wall Street zu erwarten gewesen wäre, erklärte Händler Chris Weston von IG Markets. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann 0,52 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vortag. Auf die nun erfolgte massive Abstufung spanischer Banken durch Moody's war am Vortag bereits spekuliert worden. Marktstratege Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sagt: "Die Mehrzahl der Anleger sieht keine Lösung der Euro-Krise. Somit ist eine große Skepsis gegenüber Aktien der Eurozone bereits eingepreist." Zudem soll Berichten zufolge die EU-Kommission mehr Macht mit Blick auf die nationalen Haushalte erhalten, was einem anderen Händler zufolge etwas stützt. Am Vormittag könnte die Auktion von Geldmarktpapieren in Spanien und Anleihen in Italien den Markt noch bewegen.
VERSORGER TOP, AUTOS SCHWACH
Versorger kletterten nach einer positiven Branchenstudie von Merrill Lynch an die Dax-Spitze: Eon waren nach einer Hochstufung von "Neutral" auf "Buy" mit plus 2,99 Prozent auf 15,830 Euro der zweitbeste Wert in dem Leitindex nach RWE , die sich um 3,51 Prozent auf 30,990 Euro verteuerten. Die Aktien wurden auf "Neutral" hochgestuft. Nach der erneut relativ schlechten Entwicklung der integrierten Energieversorgungskonzerne raten die Analysten erstmals seit Februar wieder zum Kauf einiger Werte.
Autotitel rutschten dagegen ans Dax-Ende: Die Vorzüge von Volkswagen (VW) verbilligten um 1,51 Prozent auf 117,20 Euro und Daimler um 1,46 Prozent. Einem Bericht zufolge plant die chinesische Regierung derzeit nicht, der heimischen Autonachfrage größeren Anschub zu geben. Es werde zwar nach Möglichkeiten gesucht, in ländlichen Gebieten Autokäufer zu unterstützen, ein staatliches Incentive-Programm wie 2009 stehe aber nicht zur Debatte. Europaweit war der Branchenindex Stoxx 600 Autos & Parts mit minus 1,07 Prozent der schwächste Sektor und das ziehe an den Märkten sagte ein Händler. BMW-Aktien litten zudem mit minus 2,17 Prozent unter einer Abstufung durch die Citigroup.
RHEINMETALL LEGT KPSG-BÖRSENGANG VORERST AUF EIS
Rheinmetall-Papiere rückten indes mit Aussagen zum Börsengang seiner Autozuliefertochter KPSG in den Fokus. Wegen der Unsicherheiten an den Kapitalmärkten und in der Eurozone lägen die Pläne vorerst auf Eis. Ein Börsengang von KSPG bleibe aber weiterhin eine Option, die Rheinmetall zu "gegebener Zeit" erneut prüfen werde. Die Aussagen kommen nicht ganz überraschend, sagte ein Händler. Die Aktie verlor 0,31 Prozent.
Im TecDax verloren Aixtron 1,56 Prozent auf 10,705 Euro. Händler verwiesen auf schwache Vorgaben der US-Wettbewerber im LED-Geschäft Veeco und Cree , deren Aktien am Vorabend 11,36 und 4,83 Prozent verloren hatten. Eine Untersuchung des Marktforschers Yole drücke auf die Stimmung. Demzufolge könnte der Sektor bis zu 18 Monate unter Überkapazitäten leiden. Zudem sorge eine steigende Effizienz der Produktionsanlagen dafür, dass weniger Maschinen verkauft werden dürften./fat/ag
Quelle: dpa
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