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10:15 01.06.12

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Weitere Verluste - Warten auf US-Daten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag zum Börsenstart an die Verluste der beiden vorangegangenen Tage angeknüpft. Schwache Daten aus China sorgten für einen leicht negativen Grundton, sagte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Am Vortag hätten auch die US-Daten enttäuscht und gezeigt, dass sich die aktuelle konjunkturelle Malaise nicht nur auf die Eurozone beziehe. Der Dax sank in der ersten Handelsstunde um 0,58 Prozent auf 6.227,29 Punkte. Damit steuert der Leitindex, der am Donnerstag moderat tiefer geschlossen und damit im Mai insgesamt mehr als sieben Prozent eingebüßt hatte, zudem auf einen Wochenverlust von mehr als anderthalb Prozent zu. Der MDax verlor am Freitag 0,60 Prozent auf 10.086,85 Punkte und der TecDax gab um 0,76 Prozent auf 745,31 Punkte nach.

Händler Markus Huber von ETX Capital sieht nun die Sorgen zunehmen, dass der chinesischen Konjunktur nicht die erhoffte "weiche Landung" gelingen könnte. Nun wartet der Markt gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag. Am Donnerstag hatten sowohl der monatliche ADP-Bericht zur Beschäftigung im Privatsektor als auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe enttäuscht - beides gilt als Indikator für die heutigen Daten. Dennoch erwartet die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wieder eine Beschleunigung des Beschäftigungsaufbaus. Zudem könnte am Nachmittag eine Reihe weiterer US-Daten die Märkte bewegen. Von den Vorgaben kamen negative Impulse: Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial büßte 0,24 Prozent ein seit dem Dax-Schluss auf Xetra am Vortag und die asiatischen Börsen tendierten am Morgen mehrheitlich schwächer.

VW KREMPELT FÜHRUNG UM: MAN AN DAX-SPITZE

Dass Volkswagen (VW) Medienberichten zufolge die Führung des Konzerns grundlegend umkrempelt, bescherte den MAN-Titeln an der Dax-Spitze Kursgewinne von 5,97 Prozent auf 82,00 Euro. VW-Chef Martin Winterkorn will damit gleich mehrere Baustellen bei Europas größtem Autobauer schließen. Vor allem solle damit die bisher eher zäh laufende Lastwagen-Allianz zwischen den beiden Töchtern Scania und MAN von Wolfsburg aus vorangetrieben werden. Händler spekulieren nun auf weitere MAN-Aktienkäufe durch die Wolfsburger. Die VW-Vorzüge verloren indes 0,85 Prozent. Beim Düngemittelhersteller K+S ließ eine Kurszielsenkung der japanischen Bank Nomura die Aktien um 1,69 Prozent sinken.

Den Aktien der Munich Re reichte ein Plus von 0,45 Prozent auf 100,70 Euro zu einem der vorderen Plätze im Dax. Börsianer begründeten dies mit einer Kaufempfehlung der UBS mit einem Kursziel von 122 Euro. Analystin Kathy Fear signalisiert damit ein Potenzial von über 20 Prozent. Ihre positive Einschätzung begründet sie mit der Bewertung, nachdem die Papiere des Rückversicherers "zu weit gefallen" seien. Aus dem Erdbeben in Italien rechnet der Konzern nicht mit einer hohen Belastung.

JPM-UMSTUFUNGEN BEWEGEN AXEL SPRINGER UND GAGFAH

Eine Hochstufung durch die US-Bank JPMorgan ließ die Aktien des Medienkonzerns Axel Springer um 0,08 Prozent steigen, was einen der vorderen Plätze im MDax bedeutete. Die strukturellen Probleme im Printsegment würden von der starken Entwicklung des digitalen Geschäfts überkompensiert, schrieb Analyst Marcus Diebel. Für die Papiere des Immobilienunternehmens Gagfah revidierten die Amerikaner dagegen das Urteil nach unten und empfehlen nun eine Untergewichtung, was zu Kursverlusten von 3,58 Prozent führte. Damit waren die Papiere Schlusslicht im MDax.

Die Papiere von Rhön-Klinikum verloren nach dem Einstieg eines Investors moderate 0,11 Prozent, womit die Titel sich besser als der Markt hielten. Der US-Hedgefonds-Investor John Paulson hat sich im Übernahmekampf um den privaten Klinikbetreiber positioniert und hielt zuletzt 3,65 Prozent der Stimmrechte. Der Medizinkonzern Fresenius hatte am 18. Mai ein Übernahmeangebot für Rhön-Klinikum veröffentlicht, das bis zum 27. Juni läuft. Einem Händler zufolge könnte das etwas Fantasie auf eine Erhöhung des Angebotes bringen, die der Investor fordern könnte. Die Fresenius-Aktien gaben 0,73 Prozent ab./gl/ag



Quelle: dpa

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