Wall Street Eröffnung: Leicht im Minus, Aetna und Best Buy im Fokus
New York (www.aktiencheck.de) - Nachdem sich die US-Leitindizes bereits am Freitag mit leichten Aufschlägen ins Wochenende verabschiedet hatten, zeigen sie am ersten Handelstag der Woche trotz erfreulicher Konjunkturdaten sowie angesichts einer milliardenschweren Übernahme im Gesundheitssektor leicht rote Vorzeichen. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verliert aktuell 0,14 Prozent auf 13.256,80 Zähler. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) präsentiert sich mit einem Minus von 0,16 Prozent bei 3.071,78 Zählern, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) derzeit einen Abschlag von 0,08 Prozent auf 1.417,00 Punkte zeigt.
Auf der Konjunkturseite ermittelte die Federal Reserve Bank of Chicago für Juli 2012 einen Anstieg beim National Activity Index gegenüber dem Vormonat. Wie heute mitgeteilt wurde, hat sich der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) auf -0,13 Punkte verbessert, nachdem für Juni ein Wert von revidiert -0,34 Punkten gemeldet worden war. Im Drei-Monats-Durchschnitt, der monatliche Schwankungen ausgleicht, wurde beim CFNAI ein Wert von -0,21 Punkten ausgewiesen, nach revidiert -0,18 Zählern im Juni.
Im Blickpunkt stehen heute allen voran Aetna (ISIN US00817Y1082/ WKN 602155). Der drittgrößte US-Krankenversicherer hat die Übernahme des Konkurrenten Coventry Health Care (ISIN US2228621049/ WKN 913498) bestätigt, nachdem es zuvor bereits es einen entsprechenden Zeitungsbericht gegeben hatte. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, erhalten Coventry-Aktionäre im Rahmen der Transaktion 42,08 US-Dollar für jeden ihrer Anteilsscheine, was eine Prämie von 20,4 Prozent auf den letzten Schlusskurs der Coventry-Aktie beinhaltet. Der Kaufpreis setzt sich zusammen aus 27,30 US-Dollar in bar sowie 0,3885 Aetna-Aktien. Die Akquisition hat damit ein Volumen von 5,7 Mrd. US-Dollar. Einschließlich der Übernahme von Verbindlichkeiten beläuft sich das Transaktionsvolumen auf 7,3 Mrd. US-Dollar. Während Aktien von Aetna um 4,8 Prozent zulegen, schießen Coventry Health um 19 Prozent in die Höhe.
Daneben stehen Best Buy (ISIN US0865161014/ WKN 873629) im Fokus. Der größte US-Elektronikhändler erhält einen neuen Konzernchef. So wurde Hubert Joly, ehemals CEO des Reiseunternehmens Carlson, zum President und CEO und damit zum Nachfolger von Mike Mikan ernannt. Mikan war bisher als Interims-CEO tätig. Joly, der zudem in das Board berufen wurde, soll sein neues Amt Anfang September antreten. Den Angaben zufolge ist Joly ein Turnaround- und Wachstums-Spezialist in den Bereichen Medien, Technologie und Service. Bereits am Sonntag meldete Best Buy, dass Richard Schulze, Firmengründer und größte Einzelaktionär des Konzerns, ein Angebot zur Durchführung einer Due Diligence abgelehnt hat. Demnach sei das Board am 17. August zusammengekommen, um die Interessensbekundung des Firmengründers zu bewerten. Das Gremium habe seine Berater autorisiert, Gespräche mit Schulze aufzunehmen, um ihm letztlich bestimmte Finanzdaten sowie andere operative bzw. rechtliche Informationen zugänglich zu machen und Verhandlungen mit Private Equity-Partnern voranzutreiben. Separat teilte Schulze heute mit, er sei überrascht, dass das Board von Best Buy die Verhandlungen abrupt abgebrochen habe. Er sei bisher davon ausgegangen, die Parteien könnten die Angelegenheit noch vor der Ergebnisbekanntgabe des Unternehmens regeln. Laut Schulze habe das Board eine 18-monatiges Stillhaltefrist vorgeschlagen, was jedoch komplett inakzeptabel sei angesichts des dringenden Handlungsbedarfs bei Best Buy. Schulze hat den Best Buy-Aktionären Anfang des Monats ein Übernahmeangebot in Höhe von 24 bis 26 US-Dollar je Aktie unterbreitet. Anteilsscheine von Best Buy geben aktuell 7,6 Prozent ab.
Papiere von Lowe`s (ISIN US5486611073/ WKN 859545) tendieren im frühen Handel 3,6 Prozent leichter. Die zweitgrößte US-Baumarktkette gab bekannt, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal gesunken ist, was auf negative Kalendereffekte und eine Sonderbelastung in Zusammenhang mit Stellenstreichungen zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Der Jahresausblick wurde indes gesenkt.
Presseangaben zufolge hat JPMorgan (ISIN US46625H1005/ WKN 850628) einige hochrangige Vertreter in ein Panel berufen, das die Verluste aus Fehlspekulationen untersuchen soll, für die einige Mitarbeiter der größten US-Bankgesellschaft maßgeblich verantwortlich sind. Laut einem Zeitungsbericht wurden demnach Lee Raymond, Ex-CEO des Ölgiganten Exxon Mobil (ISIN US30231G1022/ WKN 852549), William Weldon, Chairman des Mischkonzerns Johnson & Johnson (ISIN US4781601046/ WKN 853260), sowie der Immobilienentwickler Laban Jackson in das Gremium gewählt. Es wird nochmals die bisherigen Ergebnisse des Managements im so genannten "London Whale"-Fall prüfen und - wenn nötig - Mitarbeiter befragen. Die Untersuchung wird voraussichtlich frühestens Ende Herbst bzw. Anfang Winter dieses Jahres abgeschlossen, so die Zeitung. JPMorgan rücken zurzeit ein halbes Prozent vor.
Schließlich gibt es eine weitere Nachricht von der Akquisitionsfront. Der Gewürzhersteller McCormick (ISIN US5797802064/ WKN 858250) expandiert im Reich der Mitte. Unternehmensangaben zufolge übernimmt man für rund 141 Mio. US-Dollar die in Privatbesitz befindliche Wuhan Asia-Pacific Condiments Co. (WAPC), einen Hersteller von Gewürzen und Fleischbrühe. Durch die Akquisition, die Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden soll, werde das Ergebnis in 2013 leicht belastet. Ab 2014 wird dann ein positiver Ergebnisbeitrag erwartet, hieß es weiter. Titel von McCormick steigen marginal um 0,1 Prozent. (20.08.2012/ac/n/m)