Wall Street Schluss: Deutliche Gewinne am Ende des Handelstages
New York (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindizes schlossen am Freitag nach einem positiv ausgefallenen Arbeitsmarktbericht deutlich in der Gewinnzone. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) gewann 1,69 Prozent auf 13.096,24 Zähler. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) präsentierte sich mit einem Plus von 2,00 Prozent bei 2.967,90 Zählern, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) einen Aufschlag von 1,90 Prozent auf 1.390,99 Punkte zeigte.
Die US-Arbeitsmarktsituation hat sich im Juli nach Angaben des Arbeitsministeriums unerwartet deutlich verbessert. So erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 163.000. Volkswirte hatten nur einen Stellenaufbau um 100.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Anstieg um revidiert 64.000 im Juni. Bereinigt um Beschäftigte im Staatsdienst stieg die Beschäftigtenzahl um 172.000, nach einem Zuwachs von revidiert 73.000 im Vormonat. Hier hatte die Prognose auf ein Plus von 105.000 gelautet. Ferner erhöhte sich die Arbeitslosenquote leicht auf 8,3 Prozent, nachdem sie im Vormonat bei 8,2 Prozent gestanden hatte. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Stand von 8,2 Prozent gerechnet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne kletterten um 0,1 Prozent, nach einer Lohnsteigerung um 0,3 Prozent im Vormonat. Hier waren Volkswirte von einem Zuwachs um 0,2 Prozent ausgegangen.
Der US-Beschäftigungs-Index ist indes im Juli zurückgegangen. Dies teilte Monster Worldwide (ISIN US611742107/ WKN 484840) mit. Der Index, der die Online-Stellennachfragen abbildet, verringerte sich auf 147 Zähler, nach 153 Zählern im Juni. Der Vorjahreswert wurde damit aber um 2 Prozent überboten. Die Geschäftsaktivitäten des Dienstleistungssektors haben sich im Juli 2012 im Vergleich zum Vormonat stärker entwickelt. Dies teilte das Institute for Supply Management (ISM), eine private Organisation der Industrie, am Freitag mit. So kletterte der ISM-Service-Index auf 52,6 Zähler, nach 52,1 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten nur einen Anstieg auf 52,3 Punkte prognostiziert.
AIG (ISIN US0268747849/ WKN A0X88Z) meldete bereits gestern nach US-Börsenschluss Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Der Versicherungskonzern konnte den Gewinn unerwartet deutlich steigern und die Erwartungen auf bereinigter Basis klar übertreffen. Das Papier rückte um 1,6 Prozent vor. Überzeugen konnte im vergangenen Quartal auch das Karrierenetzwerk LinkedIn (ISIN US53578A1088/ WKN A1H82D). So hat man überraschend starke Zahlen vorgelegt. Dabei stieg der Umsatz stärker als erwartet und der Ausblick überraschte ebenfalls positiv. Der Gewinn fiel im Rahmen der Erwartungen aus. Der Titel schoss um 16,0 Prozent nach oben. Beim Lebensmittelkonzern Kraft Foods (ISIN US50075N1046/ WKN 655910) entwickelten sich die Geschäfte im zweiten Quartal ebenfalls positiv. So stieg der Gewinn trotz Umsatzrückgang aufgrund gestiegener Margen. Der bereinigte Gewinn übertraf die Erwartungen deutlich. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigt und erklärt, dass die Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen per 1. Oktober erfolgen soll. Die Anteilsscheine verteuerten sich um 4,1 Prozent.
Procter & Gamble (P&G) (ISIN US7427181091/ WKN 852062) gab bereits heute vor Handelsstart an der Wall Street seine Zahlen für das vierte Quartal bekannt. Dabei musste der Konsumgüterkonzern einen leichten Umsatzrückgang ausweisen. Der Nettogewinn konnte hingegen aufgrund eines hohen Einmaleffekts aus dem Verkauf der Snack-Sparte deutlich verbessert werden. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie aus dem fortgeführten Geschäft auf Vorjahresniveau. Konzernangaben zufolge hat man vor allem in den Wachstumsmärkten gut abgeschnitten. Allerdings hat man gleichzeitig unter den zuletzt deutlich eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen und negativen Wechselkurseffekten zu leiden gehabt. Dies habe man durch Preiserhöhungen und Kostensenkungsmaßnahmen ausgleichen können. Die Gewinnerwartungen der Analysten wurden beim bereinigten Gewinn geschlagen. Der Ausblick auf das laufende Quartal fiel aber eher verhalten aus. Der Titel verbesserte sich um 3,1 Prozent.
Für eine Enttäuschung sorgte daneben der Medienkonzern Viacom (ISIN US92553P2011/ WKN A0HM1Q). So musste man im dritten Geschäftsquartal ein geringeres Ergebnis ausweisen und hat die Markterwartungen verfehlt. Dies war u.a. auf geringere Werbeumsätze zurückzuführen. Die Anteilsscheine gewannen trotzdem 2,8 Prozent an Wert. Der Industriekonzern ITT (ISIN US4509112011/ WKN A1JMDH) wies im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang aus, konnte allerdings beim bereinigten Gewinn die Erwartungen der Analysten klar übertreffen. Das Papier schoss um 11,5 Prozent nach oben.
NYSE Euronext (ISIN US6294911010/ WKN A0MLCE) stiegen um 1,3 Prozent. Der Börsenbetreiber verzeichnete im zweiten Quartal zwar einen Gewinnrückgang, übertraf aber auf bereinigter Basis die Schätzungen der Analysten.
Gartner (ISIN US3666511072/ WKN 887957) verteuerten sich um 5,2 Prozent, nachdem das Marktforschungsinstitut im zweiten Quartal mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten und die Gewinnschätzungen der Analysten übertreffen konnte. Profitiert hat man vor allem von der starken Entwicklung im Marktforschungssegment. Das Verlagshaus Washington Post (ISIN US9396401088/ WKN 853179) hat für das zweite Quartal einen Umsatzrückgang ausgewiesen. Beim Gewinn legte man aber zu. Das Papier tendierte am Ende unverändert.
Beazer Homes USA (ISIN US07556Q1058/ WKN 889968) verbesserten sich nach Zahlen für das dritte Quartal um 0,4 Prozent. Der Baukonzern für Eigenheime konnte den Umsatz deutlich steigern und den Verlust zurückfahren. Die Erwartungen der Analysten konnten allerdings nicht erreicht werden. Agrium (ISIN CA0089161081/ WKN 886256) verteuerten sich um 0,9 Prozent. Der Agrar-Konzern wies im zweiten Quartal dank der deutlich gestiegenen Düngemittelnachfrage einen Gewinnanstieg aus und lag dabei über den Schätzungen der Analysten. (03.08.2012/ac/n/m)