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16:13 14.02.12

ANALYSE/Börse Stuttgart: ETF-Anleger zögern weiterhin am hiesigen Aktienmarkt

STUTTGART (dpa-AFX) - Anleger börsengehandelter Fonds (ETFs) sind in der vergangenen Woche bei ihrer zögerlichen Haltung zum deutschen Aktienmarkt geblieben. "Nach Meinung vieler Analysten steht den Aktienmärkten nach der starken Aufwärtsbewegung seit Jahresanfang eine Korrektur bevor", sagte Michael Görgens, Leiter des ETF-Handels bei der Börse Stuttgart und verwies beim Dax auf das Erreichen erster charttechnischer Widerstände bei 6.800 Punkten. "Zum anderen belastete weiterhin die nicht gelöste Griechenlandkrise", so der Experte.

Nach Angaben von Görgens veranlasste dies die Anleger dazu, Positionen in jenen ETFs abzubauen, die den deutschen Leitindex Dax und seinen europäischen Gegenpart EuroStoxx 50 abbilden. Verkäufer behielten bei diesen Produkten, die auf die beiden Kursbarometer setzen, die Oberhand. Taktisch agierende Anleger aber hätten indes keine klare Stellung bezogen: Bei den auf fallende Kurse setzenden Short-ETFs hielten sich Käufer und Verkäufe in etwa die Waage. "Ein klarer Trend war hier nicht zu erkennen", fuhr Görgens fort.

Global gesehen waren die Anleger börsengehandelter Fonds aber etwas risikofreudiger. Görgens sagte: "Wie in den Vorwochen investierten sie weiter stark in die Schwellenländern und auf dem amerikanischen Kontinent." Während in den vergangenen Wochen immer wieder Nordamerika positiv aufgefallen sei, habe sich dies nun aber ein Stück weit auf Südamerika verlagert. "Die ETF-Anleger scheinen hier nun mehr Aufwärtspotenzial zu vermuten."

Auch an den übrigen Finanzmärkten war die marktbreite Zurückhaltung teilweise spürbar. Bei Anleihen ist laut Görgens ungefähr gleich stark auf steigende sowie sinkende Kurse gesetzt worden. "Die erwähnte Unsicherheit lässt sich auch am Rentenmarkt erkennen", lautete der Kommentar des Experten. Bei Rohstoff-ETFs hätten sich die Anleger aber teilweise wieder von ihren Positionen getrennt, fügte er hinzu.

Wenn "deutlich" mehr Käufe als Verkäufe von ETFs getätigt wurden, bedeutet dies, dass das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen 70:30 oder höher war. "Etwas" mehr Käufe heißt, dass dieses Verhältnis zwischen 70:30 und 55:45 lag. Wenn sich die Käufe und Verkäufe ungefähr ausgeglichen haben, weist dies auf ein Verhältnis von unter 55:45 bis über 45:55 hin. Wenn es dementsprechend etwas mehr Verkäufe als Käufe gab, lag das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen zwischen 45:55 und 30:70./tih/la



Quelle: dpa

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