Aktien Frankfurt: Dax nach Berg- und Talfahrt knapp im Plus
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem wechselhaften Handelsverlauf hat sich der Dax am Donnerstag bis zuletzt wieder knapp ins Plus vorgearbeitet. Der deutsche Leitindex legte zur Mittagszeit 0,27 Prozent auf 6.302,48 Punkte zu, ohne dass Börsianer eine stützende Nachricht dafür ausmachen konnten. Schwache Wirtschaftsdaten aus der Eurozone hatten dem Leitindex zuvor noch seinen frühen Erholungsversuch vermasselt und zwischenzeitlich klar ins Minus gedrückt. In der zweiten Reihe fiel die Tendenz am Donnerstag uneinheitlich aus: Der MDax verlor 0,58 Prozent auf 10.168,65 Punkte, während der TecDax 0,14 Prozent auf 751,98 Punkte zulegte.
"Wir sehen lediglich eine Gegenbewegung auf den Absturz von heute Morgen", sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank im Hinblick auf die moderaten Gewinne beim Dax. Enttäuschende Geschäftsklimadaten aus Deutschland und Frankreich hatten den Markt zwischenzeitlich deutlich ins Minus gedrückt, nachdem freundliche Vorgaben aus den USA zum Handelsauftakt noch gestützt hatten. Genau deshalb sei die Entwicklung im Handelsverlauf auch eher enttäuschend, so der Experte. "Insgesamt bleibt es dabei, dass die Anleger wegen der Sorge vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone kein Risiko eingehen wollen."
RÜCKSCHLAG FÜR BAYER MIT XARELTO
Die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer haben am Donnerstag mit einem Abschlag von 1,26 Prozent auf 50,20 Euro unter einem Rückschlag mit dem Medikament Xarelto gelitten. Ein Expertengremium der US-Gesundheitsbehörde FDA hatte am Mittwoch mit knapper Mehrheit empfohlen, den Gerinnungshemmer nicht zur Vorbeugung gegen Herzinfarkte zuzulassen. Zuvor hatte noch ein Gutachter der FDA das Gegenteil geraten. Eine Entscheidung über das neue Anwendungsgebiet will die FDA Ende Juni treffen. Dabei muss sie der Empfehlung des Gremiums nicht folgen.
Einige Dax-Werte lagen derweil wegen ausgezahlter Dividenden nur optisch am Indexende. Der Softwarehersteller SAP schüttet 1,10 Euro an seine Anteilseigner aus, was in etwa den Abschlägen bei der Aktie entsprach. Der Handelskonzern Metro zahlt ferner 1,350 Euro je Stammaktie und war deshalb nur optisch das Schlusslicht im Dax.
VERSORGER LEGEN ZU
Die vorderen Ränge im Leitindex nahmen dagegen die Aktien aus dem Versorgersektor ein. Tagessieger sind die Eon-Aktien mit plus 1,83 Prozent auf 15,275 Euro. RWE verteuerten sich um 1,52 Prozent auf 29,785 Euro. Händler verwiesen vor allem auf die europaweite Erholung der Sektorwerte nach ihrer neuerlichen Talfahrt der vergangenen Wochen. Stützend wirkten sich jeweils aber auch Analystenstudien der Commerzbank aus. Ferner legten auch die Bankentitel der Commerzbank und der Deutschen Bank um jeweils fast ein Prozent zu. Begründet wurde auch dies mit einer Erholungsbewegung der zuletzt gebeutelten Branchenwerte.
Im MDax reduzierten die Stahlaktien von Salzgitter ihre frühen Gewinne von mehr als zwei Prozent auf ein Plus von zuletzt einem halben Prozent. Händlern zufolge wurde die eigentlich konjunkturempfindliche Aktie von einer Kaufempfehlung der Schweizer Großbank UBS gestützt. Deutsche Wohnen waren nach einer optimistischen Stimme der Deutschen Bank mit einem Aufschlag von 1,89 Prozent unter den besten Indexwerten zu finden./tih/zb
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---
Quelle: dpa
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