19:58 04.06.12 Aktien Osteuropa Schluss: Überwiegend Gewinne
MOSKAU/PRAG/BUDAPEST/WARSCHAU (dpa-AFX) - Die wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes sind am Montag überwiegend mit Gewinnen aus dem Handel gegangen.
In Moskau legte der RTS-Interfax-Index
um 1,01 Prozent auf 1.239,99 Punkte zu.
Gazprom gewannen 0,24 Prozent auf 151,87 Russische Rubel. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zufolge könnte durch die geplante Pipeline "South Stream" ab Anfang 2014 Erdgas in die Europäische Union transportiert werden.
Norilsk Nickel verloren trotz einer positiven Analystenäußerung 0,50 Prozent auf 4.938,08 Rubel. Nach Einschätzung von Morgan Stanley dürfte der weltweit größte Nickel- und Palladium-Produzent von der aktuellen Schwäche der russischen Währung profitieren.
In Prag stieg der PX um 0,55 Prozent auf 863,9 Punkte.
Banken gehörten wie auch im restlichen Europa zu den Gewinnern. So legten Erste Group um 2,53 Prozent auf 365,0 Tschechische Kronen zu. Komercni Banka gewannen 0,16 Prozent auf 3.111,0 Kronen. Im Energiebereich kletterten Ceske Energeticke Zavody (CEZ) um 0,27 Prozent auf 733,00 Kronen nach oben. Unipetrol sanken um 0,29 Prozent auf 169,0 Kronen.
Erneut unter Druck standen die Titel des Technologieunternehmens KIT digital. Die Papiere sackten um weitere 7,64 Prozent auf 57,54 Kronen ab, nachdem die Titel bereits zum Wochenschluss um mehr als 13 Prozent eingeknickt waren. In der Vorwoche war bekanntgeworden, dass in den USA, wo die Aktie auch gelistet ist, weitere Anwaltskanzleien Klage gegen das Unternehmen wegen Verletzung von Aktionärsrechten eingereicht hatten.
In Budapest legte der Bux um 0,68 Prozent auf 16.494,83 Zähler zu.
Im Blickfeld standen vor allem Meldungen zu den Kreditverhandlungen mit dem IWF und der EZB. Das ungarische Parlament hat die für Montag geplante Schlussabstimmung über die Notenbankgesetz-Novelle verschoben. Wie der Staatssekretär im Ministerpräsidentenamt, Peter Szijjarto, sagte, ist die ungarische Regierung noch für Nachbesserungen "bis an die Grenze des Rationalen" offen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die Novelle in der Vorwoche als ungenügend kritisiert. In ihrer gegenwärtigen Endfassung beseitige sie immer noch nicht alle Kritikpunkte, die von der EZB und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erhoben wurden.
Ungarn benötigt einen neuen Kredit vom IWF. Die internationalen Finanzinstitutionen sehen allerdings durch das seit Jahresbeginn geltende ungarische Notenbankgesetz die Unabhängigkeit der Nationalbank beeinträchtigt.
Unter den Einzelwerten waren Mol mit plus 2,91 Prozent auf 15.900 Ungarische Forint auffällig. Tiefere Kurse gab es hingegen im Finanzbereich zu beobachten, welche sich damit gegen eine positive europäische Branchenstimmung stemmten. FHB Land Credit & Mortgage Bank verbilligten sich um 1,96 Prozent auf 500 Forint. OTP Bank verbuchten ein Minus von 1,57 Prozent auf 3.322,0 Forint.
In Warschau legte der Wig-20 um 0,30 Prozent auf 2.077,76 Zähler zu. Der breiter gefasste Wig-Index fiel hingegen um 0,06 Prozent auf 37.287,97 Einheiten.
Bank Pekao schlossen mit einem Plus von 1,45 Prozent auf 136,0 Polnische Zloty. Die Aktionäre hatten auf der Hauptversammlung einer Dividendenausschüttung von 5,38 Zloty je Aktie (entspricht etwa 3,9 Prozent Dividendenrendite) zugestimmt. Nach Einschätzung der Analysten von KBC Securities entspricht die Dividendenhöhe früheren Ankündigungen der Unternehmensführung. Daher erwarten die Experten eine neutrale Kursreaktion.
Weitere Bankentitel konnten in Warschau überwiegend zulegen. Die Papiere des polnischen Branchenprimus PKO verbuchten ein moderates Plus von 0,16 Prozent auf 31,66 Zloty. Bank Handlowy legten um 1,73 Prozent auf 70,70 Zloty zu. BRE Bank gewannen 0,11 Prozent auf 261,50 Zloty. Tiefer schlossen hingegen Bank Zachodni (minus 0,48 Prozent auf 227,90 Zloty)./ste/APA/he/she
Quelle: dpa