18:35 29.06.12 Aktien Zürich Schluss: Klar fester - Einigung am EU-Gipfel beflügelt
ZÜRICH (dpa-AFX) - Die schweizerischen Aktien haben am letzten Handelstag des Monats Juni stark zugelegt. Die Einigung der Staats- und Regierungschefs der Eurozone, den hoch verschuldeten Staaten Italien und Spanien unter die Arme zu greifen, hat die Anleger am Freitag in Kauflaune versetzt und den SMI
deutlich über die Marke von 6.000 Punkte getrieben. Besonders deutlich nach oben bewegten sich Finanzaktien und Zykliker. Einen noch stärkeren Anstieg, wie zum Beispiel im Dax in Deutschland, verhinderten die Index-Schwergewichte, die verglichen mit den Tagessiegern nur moderat zulegten.
Der EU-Gipfel sei mit unerwartet klaren Resultaten zu Ende gegangen, meinten Händler. Neben den Finanzhilfen für die beiden großen Krisenländer der Eurozone hatten sich die Spitzenpolitiker in Brüssel auch darauf verständigt, dass Europas Banken direkt aus dem Euro-Rettungsschirm ESM refinanziert werden können. Zudem war ein Wachstumspakt über 120 Milliarden Euro beschlossen worden. Eine zusätzliche Stütze bot am Nachmittag der besser als erwartet ausgefallene Einkaufsmanagerindex der Region Chicago.
Bis Börsenschluss gewann der SMI 1,34 Prozent auf 6.066,86 Punkte. Das Tageshoch wurde bei 6.074 Stellen erreicht. Im Vergleich zur Vorwoche stieg der SMI um 1,3 Prozent und seit Monatsbeginn um 3,7 Prozent. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg am Freitag um 1,92 Prozent auf 902,38 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,47 Prozent auf 5.633,27 Zähler.
Bei den Blue Chips standen die Banken weit vorne, nachdem sie am Vortag beträchtlich an Wert eingebüsst hatten. Credit Suisse kletterten mit 4,1 Prozent stark in die Höhe. Nebst den kursstützenden News aus Brüssel wurden die CS-Titel noch von einem Pressebericht zum anstehenden Quartalsabschluss getragen. Demnach hat die Bank das zweite Quartal auf Gruppenstufe und in allen Divisionen mit schwarzen Zahlen abgeschlossen, was die CS in der Folge bestätigte.
Aber auch die anderen Bankenwerte im SMI/SLI, also die Papiere der UBS (+2,9 Prozent) und von Julius Bär (+2,6 Prozent), legten deutlich zu. Die ebenfalls starken Versicherer wurden im SMI/SLI von Swiss Life (+3,4 Prozent) angeführt, gefolgt von Bâloise (+2,5 Prozent) und Zurich (+2,1 Prozent). Swiss Re gewannen mit 1,4 Prozent etwas weniger. Morgan Stanley hatte für den Rückversicherer das Kursziel gesenkt.
Starke Gewinne verzeichneten eine Reihe von Zykliker. Allen voran verteuerten sich Clariant um 6,9 Prozent. Die niederländische ING empfiehlt die Titel des Chemiekonzerns in einer Branchenstudie neu zum "Kauf". Der Analyst sieht für Clariant ein interessantes Chancen-Risiko-Profil, welches für Zukäufe genutzt werden könne.
Zu den weiteren Gewinnern gehörten die Titel von Nobel Biocare , die um 4,6 Prozent nach oben kletterten, ohne dass es börsenrelevante Nachrichten zum Dentalimplantatehersteller gegeben hatte. Holcim gewannen 4,5 Prozent, Geberit 4,4 Prozent, Kühne+Nagel 3,3 Prozent und Adecco 3,1 Prozent. Beim Sanitärtechnikkonzern Geberit sprachen Händler von großen nationalen und internationalen Anlegern, die sich offenbar mit den soliden Dividendenwerten eingedeckt hatten.
Im Gegensatz entwickeln sich die defensiven Index-Schwergewichte weniger dynamisch. Roche gewannen 0,4 Prozent, Novartis 0,3 Prozent und Nestle immerhin 1,1 Prozent. Der Lebensmittelhersteller verkauft das australische Glacé-Geschäft Peters Ice Cream an die Investmentgesellschaft Pacific Equity Partners. Swisscom (-0,03 Prozent) büßten sogar minimal an Wert ein./mk/AWP/he
Quelle: dpa
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