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18:23 10.08.12

Börse Frankfurt Schluss: DAX mit leichten Abschlägen, Banktitel unter Druck

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes notierten am letzten Handelstag der Woche mehrheitlich in der Verlustzone. Die Stimmung der Investoren wurde dabei durch schwächere Konjunkturdaten aus China belastet. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verlor zuletzt 0,29 Prozent auf 6.944,56 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) gab um 0,09 Prozent nach auf 11.054,55 Punkte. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 0,46 Prozent nach oben auf 4.989,94 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 0,49 Prozent auf 782,50 Punkte verlor. Der Bund Future gewann zuletzt 0,56 Prozent auf 143,37 Zähler, während der Euro um 0,03 Prozent auf 1,2295 Dollar anstieg.

In den USA notieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,20 Prozent im Minus. Am kommenden Montag stehen in Deutschland keine relevanten Konjunkturdaten auf der Agenda.

Die Inflation in Deutschland hat sich im Juli nach endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes mit unverändertem Tempo fortgesetzt. So belief sich die Inflationsrate erneut auf 1,7 Prozent, nach einer Jahresteuerungsrate von 1,7 Prozent im Juni 2012 und 2,4 Prozent im Juli 2011. Vor allem die Energiepreise lagen deutlich über dem Vorjahresniveau und auch die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich spürbar. Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung dieser beiden Gütergruppen, die zusammen knapp 20 Prozent der Ausgaben privater Haushalte umfassen, hätte die Inflationsrate im Juli 2012 bei 1,1 Prozent gelegen. Auf Monatssicht zogen die Lebenshaltungskosten der privaten Haushalte um 0,4 Prozent an, wogegen sie im Vormonat um 0,1 Prozent gefallen und im Vorjahresmonat um 0,4 Prozent gestiegen waren. Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist derweil im Mai nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gesunken. So belief sich die Gesamtzahl auf 12.760 Insolvenzen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat schrumpfte die Gesamtzahl der gestellten Insolvenzanträge damit um 11,2 Prozent. Hierbei entfielen 2.353 auf Unternehmen (-9,9 Prozent) und 10.407 auf andere Schuldner (-11,5 Prozent). Die Verbraucher verbuchten ein Minus von 10,9 Prozent auf 8.361 Insolvenzanträge.

Positiv aufgenommen wurden die Zahlen für die ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000). Der Stahlkonzern musste einen Verlust ausweisen. Umsatz und Auftragseingang entwickelten sich ebenfalls rückläufig. Die Analysten hatten allerdings noch schlechtere Zahlen erwartet. Aufgrund der Stabilität des weniger zyklischen Industriegüter-Geschäfts sowie der positiven Ergebnisbeiträge von Steel Europe und Materials Services erwartet ThyssenKrupp für das Geschäftsjahr 2011/2012 auf Konzernebene weiterhin ein bereinigtes EBIT im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Anteilsscheine stiegen als Spitzenreiter im DAX um 5,1 Prozent.

Der neue Vorstandschef des Energieversorgers RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712), Peter Terium, treibt derweil einem Medienbericht zufolge den Konzernumbau voran. Wie es unter Berufung auf informierte Kreise heißt, will RWE demnach eine neue Konzernsparte gründen, die für sämtliche Kohle- und Gaskraftwerke von RWE in Deutschland, Großbritannien und in den Niederlanden zuständig sein wird. Einen entsprechenden Beschluss habe der Vorstand bereits gefasst. Die neue Sparte, in der rund 18.000 Beschäftigte arbeiten sollen, werde laut dem Bericht zum Jahreswechsel an den Start gehen. Die Aktie notierte zuletzt nahezu auf Vortagesniveau. Auf dem Verkaufszettel der Investoren fanden sich im DAX auch Banktitel wieder. So verschlechterten sich am Indexende Commerzbank um 3,2 Prozent, während Deutsche Bank um 1,5 Prozent nachgaben. Die zur Deutschen Bank gehörende Deutsche Postbank konnte im ersten Halbjahr beim Konzernergebnis deutlich zulegen.

Im MDAX richtete sich der Fokus heute auf die Quartalsbilanz der Hannover Rück (ISIN DE0008402215/ WKN 840221). Der Rückversicherer steigerte im ersten Halbjahr dank eines deutlichen Rückgangs bei Großschadensereignissen sowie einem guten Kapitalanlageergebnis sein Ergebnis deutlich. Die gebuchten Bruttoprämien stiegen ebenfalls prozentual zweistellig. Aufgrund der weiterhin attraktiven Marktchancen in der Schaden- und Personen-Rückversicherung sowie des erfreulichen Konzernergebnisses zum 30. Juni 2012 erwartet die Hannover Rück ein gutes Ergebnis für das Gesamtjahr. Die Aktie verlor als Schlusslicht im MDAX 2,3 Prozent an Wert. Rheinmetall (ISIN DE0007030009/ WKN 703000) konnte indes im ersten Halbjahr einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis ausweisen. Die Erwartungen für das Gesamtjahr 2012 wurden bestätigt. Unter der Voraussetzung, dass deutliche Verwerfungen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung als Folge der europäischen Schuldenkrise in den kommenden Monaten ausbleiben und das prognostizierte Wachstum der Weltwirtschaft anhält, erwartet Rheinmetall für das laufende Geschäftsjahr einen Konzernumsatz von rund 4,9 Mrd. Euro. Ferner erwartet der Konzern für 2012 unverändert ein EBIT auf dem Niveau des Vorjahres. Für die Papiere des Rüstungskonzerns ging es um 2,2 Prozent nach unten.

Daneben flogen Fraport (ISIN DE0005773303/ WKN 577330) mit einem Abschlag von 0,3 Prozent hinterher. Der Flughafenbetreiber konnte die positive Entwicklung bei den Passagierzahlen auch im Juli fortsetzen. Das Cargo-Aufkommen ging im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat allerdings deutlich zurück. Vorne legten Klöckner & Co um 0,5 Prozent zu.

Zahlen gab es heute auch aus dem TecDAX. Drillisch (ISIN DE0005545503/ WKN 554550) verloren 0,2 Prozent an Wert. Der Mobilfunkanbieter konnte im ersten Halbjahr mit einem Umsatzanstieg und einem operativen Ergebnisplus aufwarten. Das Nettoergebnis entwickelte sich jedoch aufgrund eines Einmaleffektes rückläufig. Im Anschluss bestätigte man die Jahresprognose. Bechtle (ISIN DE0005158703/ WKN 515870) musste derweil im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz konnte aber gesteigert werden. Der Vorstand blickt unter der Prämisse, dass es durch eine Verschärfung der Eurokrise zu keinen größeren wirtschaftlichen Verwerfungen kommt zuversichtlich auf das zweite Halbjahr. Die Anteilsscheine des IT-Dienstleisters fielen um 1,5 Prozent. euromicron (ISIN DE000A1K0300/ WKN A1K030) hat indes das Ergebnis im ersten Halbjahr weiter verbessert. Auch beim Umsatz legte man zu. Im laufenden Geschäftsjahr 2012 will die euromicron ein Umsatzziel von 330 bis 345 Mio. Euro und ihre EBIT-Zielrendite auf Konzernebene von 8 bis 11 Prozent realisieren. Die Aktie verschlechterte sich um 1,0 Prozent.

IVG Immobilien (ISIN DE0006205701/ WKN 620570) konnte schließlich den Verlust in der ersten Jahreshälfte 2012 deutlich zurückfahren und erwartet zum Jahresende planmäßig ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis. Der Titel stieg um 3,1 Prozent.

DAX: 6.944,56 (-0,29 Prozent) MDAX: 11.054,55 (-0,09 Prozent) SDAX: 4.989,94 (+0,46 Prozent) TecDAX: 782,50 (-0,49 Prozent)

(10.08.2012/ac/n/m)


Quelle: ac

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