Börse Frankfurt Schluss: DAX unter 6.000 Punkten, Markt in Krisenstimmung
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Indizes beendeten den ersten Tag der neuen Handelswoche mit Abschlägen. Angesichts der anhaltenden Probleme in der Eurozone herrschte am Markt erneut Krisenstimmung. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verlor zuletzt 1,19 Prozent auf 5.978,23 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) gab um 1,57 Prozent nach auf 9.715,52 Punkte. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) ging es derweil um 2,28 Prozent nach unten auf 4.609,99 Zähler, während der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) um 2,33 Prozent auf 713,90 Punkte nachgab. Der Bund Future verlor zuletzt 0,38 Prozent auf 145,77 Zähler, während der Euro um 0,78 Prozent auf 1,2494 Dollar anzieht.
In den USA notieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,39 Prozent im Minus. Am Dienstag steht in den USA der ISM-Dienstleistungsindex auf der Agenda. In Deutschland werden der Auftragseingang für April und der Dienstleistungsindex für Mai gemeldet.
Wie das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) heute mitteilte, prognostiziert der IWH-Flash-Indikator eine Fortsetzung der kräftigen konjunkturellen Belebung vom Beginn des Jahres. Nachdem das Wachstum zum Ende des Jahres 2011 eine kurze Pause eingelegt hatte, stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt zu Beginn des Jahres 2012 um 0,5 Prozent überraschend kräftig an. Ausschlaggebend dafür war vor allem eine Ausweitung der Exporte und des Konsums. Die Investitionen gingen hingegen wohl zurück. Eine wesentliche Rolle spielten dabei die dämpfenden Effekte des zeitweise harten Winterwetters auf die Bauinvestitionen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in Deutschland dürfte im zweiten Quartal 2012 nochmals kräftig um 0,5 Prozent ansteigen, und auch im dritten Quartal dürfte mit 0,3 Prozent die konjunkturelle Belebung anhalten.
Im DAX behaupteten sich zuletzt Anteile der Deutschen Bank an der Indexspitze. Der Titel zog um 1,1 Prozent an. Mit der Deutschen Börse (+0,9 Prozent) und Allianz (+0,4 Prozent) bewegten sich nur zwei weitere Werte im Plus. Aktien von E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) verloren 0,4 Prozent. Der Energieversorger gab heute bekannt, dass er beabsichtigt, das Regionalversorgungsgeschäft in Deutschland künftig auf die vier größten Regionalversorger E.ON Avacon AG, E.ON Bayern AG, E.ON edis AG und E.ON Hanse AG zu konzentrieren.
Für Aktien der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) ging es derweil um 0,9 Prozent nach unten. Einem Medienbericht zufolge will man sich von weiteren Tochtergesellschaften trennen. Aktien der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) verloren 0,1 Prozent. Die zum Konzern gehörenden Geschäftskundensparte T-Systems hat einen weiteren Großauftrag erhalten. So wird der schweizerische Industriekonzern Georg Fischer AG (ISIN CH0001752309/ WKN 851082) künftig Cloud Services aus einem deutschen Rechenzentrum von T-Systems beziehen.
Aktien von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) fielen um 1,2 Prozent zurück. Der brasilianische Eisenerzproduzent und Rohstoffkonzern Vale S.A. (ISIN BRVALEACNPA3/ WKN 897998) will einem Medienbericht zufolge die hoch defizitäre brasilianische Stahlschmelze von ThyssenKrupp in Brasilien übernehmen. Anteile von Bayer (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) wiesen derweil ein Minus von 0,8 Prozent auf, obwohl der Pharmakonzern heute positive Studiendaten mit den beiden Krebsmitteln Regorafenib und Alpharadin bekannt gab. Am unteren Ende fanden sich Aktien von Infineon (ISIN DE0006231004/ WKN 623100) mit einem Abschlag von 3,2 Prozent wieder. Der Technologiekonzern hat am heutigen Montag die zweite Generation seiner embedded Power (ePower)-Bausteine vorgestellt. Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) verloren derweil 3,2 Prozent. Dabei gab der Automobilkonzern am Samstag bekannt, dass er mit einer umfassenden strukturellen und personellen Neuaufstellung seiner Strategie 2018 zusätzliche Schubkraft gibt. Der Aufsichtsrat hat den geplanten Maßnahmen bereits zugestimmt. Linde fielen als Schlusslicht um 4,3 Prozent zurück.
Aktien der Aareal Bank kletterten an der Spitze des MDAX um 1,6 Prozent nach oben. Wincor Nixdorf und Vossloh legten auf den folgenden Plätzen um 0,5 Prozent bzw. 0,4 Prozent zu. Anteile von STADA Arzneimittel (ISIN DE0007251803/ WKN 725180) verloren indes 2,3 Prozent. Der Pharmakonzern meldete heute, dass seine Vertriebsgesellschaften STADApharm GmbH, ALIUD PHARMA GmbH und cell pharm Gesellschaft für pharmazeutische und diagnostische Präparate mbH bei der zweiten Ausschreibungsrunde der Barmer GEK für in Deutschland bundesweit geltende Rabattverträge für Arzneimittel sehr erfolgreich waren. Als Schlusslicht bewegten sich TUI mit 6 Prozent im Minus.
Im TecDAX bewegte sich zuletzt Centrotherm mit einem Aufschlag von 4,2 Prozent an der Indexspitze. Auf dem zweiten Platz kletterten Evotec um 0,6 Prozent nach oben. Für Anteile von Nordex (ISIN DE000A0D6554/ WKN A0D655) ging es um 3,2 Prozent nach unten. Der Windturbinenhersteller gab heute bekannt, dass er sich den Auftrag für die Errichtung eines 47,5-MW-Windparks in der Türkei gesichert hat. Abschläge von über 4 Prozent mussten am unteren Ende Papiere von Carl Zeiss Meditec und SolarWorld hinnehmen. Jenoptik verloren als schwächster Wert fast 5 Prozent.