Börse Frankfurt am Mittag: Leichte Zugewinne, Commerzbank und Deutsche Post gesucht
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die deutschen Standardwerte präsentieren sich nach den kräftigen Abschlägen vom Vortag zur Mittagszeit etwas freundlicher. Am Morgen hatten die deutschen Standardwerte nach gemischten Konjunkturdaten zeitweise unter Abschlägen zu leiden gehabt. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gewinnt aktuell 0,65 Prozent auf 6.326,48 Punkte, während der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) um 0,10 Prozent auf 10.217,51 Stellen nachgibt. Für den SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) geht es derweil um 0,07 Prozent auf 4.816,72 Zähler nach oben. Der TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) zieht um 0,38 Prozent an auf 753,84 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,04 Prozent auf 144,12 Punkte, während der Euro um 0,15 Prozent auf 1,2579 US-Dollar hinzugewinnt.
Die Wall Street dürfte heute freundlicher in den Handel starten. So gewinnt der Dow Jones Future derzeit 0,51 Prozent. Der NASDAQ-Future legt um 0,14 Prozent zu, während der S&P-Future um 0,07 Prozent nach oben klettert. Aus den USA werden heute die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet.
Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahresbeginn 2012 wieder auf Wachstumskurs. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach vorläufigen Berechnungen - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nach einem Minus von 0,2 Prozent im Schlussquartal 2011 und einem Anstieg um 1,3 Prozent im Vorjahresquartal. Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich vor allem von den Exporten. Die inländische Verwendung hatte einen leicht negativen Effekt auf das BIP.
Das ifo Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im Mai 2012 klar verschlechtert. Dies teilte das ifo Institut am Donnerstag mit. So verringerte sich der Index auf 106,9 Punkte, nach 109,9 Punkten im Vormonat und 114,2 Punkten im Mai 2011. Damit hat sich das ifo-Geschäftsklima zum ersten Mal seit Oktober 2011 reduziert. Die deutsche Wirtschaft steht unter dem Eindruck der in letzter Zeit gestiegenen Unsicherheit im Euroraum, hieß es.
Der DAX wird zur Mittagszeit von den beiden Versorgen RWE und E.ON mit Aufschlägen von 2,5 Prozent bzw. 2,3 Prozent angeführt. Für Anteile der Deutschen Post (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) geht es um 1,8 Prozent nach oben. Der Brief- und Logistikkonzern hat heute im Rahmen seiner Strategie 2015 mittelfristige Profitabilitätsziele bekannt gegeben und aufgezeigt, wie die angestrebte Ergebnisverbesserung durch profitables Wachstum in den einzelnen Bereichen realisiert werden soll. Die Aktie der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) legt derzeit 1,7 Prozent zu. Im Rahmen der gestrigen Hauptversammlung wurden neben der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Wahl von Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell zum neuen Mitglied des Aufsichtsrats auch noch genehmigte und bedingte Kapitalien sowie Optionen zur weiteren Optimierung der Kapitalstruktur beschlossen.
Der Industriekonzern Siemens (ISIN DE0006200108/ WKN 620010) will seine Marktposition in Brasilien deutlich ausbauen. Wie Siemens am Mittwoch bekannt gab, will man bis zum Jahr 2017 bis zu 1 Mrd. US-Dollar in Brasilien investieren. Aktuell kann die Aktie von Siemens einen Aufschlag von 1,4 Prozent vorweisen.
Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) meldete unterdessen, dass sie den Ausbau ihres Hochleistungsnetzwerkes fortsetzt. So baut man im Rechenzentrum Equinix ZH4 in Zürich einen weiteren Zugangspunkt zum globalen Handelsnetzwerk auf. Die Unternehmensaktie bewegt sich mit 0,1 Prozent knapp im Minus. Auch Aktien von Bayer (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) verlieren geringfügig an Wert. Am Vorabend hatte der Konzern die Zulassung von Regorafenib zur Behandlung von Darmkrebs in der EU und den USA beantragt. Derweil musste der Pharmakonzern in den USA einen Rückschlag hinnehmen. Ein Expertengremium der US-Gesundheitsbehörde FDA hatte am Vorabend gegen die Zulassung von Xarelto zur Sekundärprävention nach einem akuten Koronarsyndrom votiert. Am unteren Ende gibt METRO ex-Dividende 4,9 Prozent ab. Auch die Aktie des Softwarekonzerns SAP verbilligt sich ex-Dividende um 1,2 Prozent.
Im MDAX sind aktuell Anteilsscheine von Sky Deutschland mit Zugewinnen von 4,7 Prozent an der Spitze zu finden. Auch Deutsche Wohnen (+2,2 Prozent) und Dürr (+1,7 Prozent) präsentieren sich deutlich fester. Beim Spezialchemiekonzern LANXESS (ISIN DE0005470405/ WKN 547040) sind Abschläge von 0,5 Prozent auszumachen. Am Vortag hatte der Konzern verkündet, dass man ein weiteres Werk in China in Betrieb genommen hat. Am unteren Ende geben derzeit Vossloh und HUGO BOSS über 2 Prozent ab.
Im SDAX wurden heute einige Geschäftszahlen veröffentlicht. Die Beteiligungsgesellschaft INDUS HOLDING (ISIN DE0006200108/ WKN 620010) musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Ausblick für das laufende Fiskaljahr wurde jedoch bestätigt. Die Aktie muss daraufhin einen geringfügigen Abschlag von 0,1 Prozent hinnehmen. KWS SAAT (ISIN DE0007074007/ WKN 707400) konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit einem Gewinnanstieg aufwarten. Dabei habe man im Berichtszeitraum in allen Segmenten zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Anleger honorieren das Zahlenwerk derzeit mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent. An der Spitze im SDAX gewinnt CEWE Color derzeit 3,6 Prozent hinzu. Am unteren Ende verliert CTS Eventim aktuell 3,4 Prozent.
Im TecDAX fallen Kontron (ISIN DE0006053952/ WKN 605395) um 1,4 Prozent zurück. Am Vortag wurde bekannt, dass der Finanzinvestor Triton eine Beteiligung von 12,87 Prozent an dem Anbieter von Embedded Computer Technologie erworben hatte. Triton hatte mitgeteilt, dass eine mittelfristige Aufstockung der Anteile abhängig von der Kursentwicklung möglich sei. Jedoch habe Triton keine Absicht bestimmender Aktionär von Kontron zu werden. Aktuell präsentiert sich Wirecard mit einem Zugewinn von 3,4 Prozent an der Spitze des TecDAX. Daneben sind auch XING und SolarWorld mit Aufschlägen von mehr als 3 Prozent gefragt. Als schwächster Wert gibt Software AG um 1,4 Prozent nach.