Börsen in Europa Schluss: Weiter im Rückwärtsgang, Antofagasta nach Zahlen gefragt
Paris (www.aktiencheck.de) - Die europäischen Leitbörsen gaben am Donnerstag infolge des Regierungs-Chaos in Griechenland weiter nach. Hinzu kamen Sorgen um eine Bankenkrise in Spanien. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor 1,31 Prozent auf 2.146,91 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) gab um 1,11 Prozent auf 2.269,17 Punkte nach.
Auch die europäischen Länderbörsen verzeichneten durchweg Kursverluste. Dabei gab der italienische MIB überdurchschnittlich um 1,5 Prozent nach. Der spanische IBEX hielt sich mit einem Minus von 0,9 Prozent vergleichsweise robust. In Österreich und der Schweiz blieben die Börsen feiertagsbedingt (Christi Himmelfahrt) geschlossen.
Wie die nationale Statistikbehörde INE heute bekannt gab, ist die spanische Wirtschaft im ersten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Wirtschaftsleistung Spaniens um 0,3 Prozent gesunken, nachdem sie im vierten Quartal 2011 um 0,3 Prozent nachgegeben hatte. Mit zwei Rückgängen in Folge befindet sich Spanien somit in einer technischen Rezession. Gegenüber dem Vorjahresquartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent, wogegen es im Vorquartal noch um 0,3 Prozent gestiegen war.
In Großbritannien richtete sich das Augenmerk auf HSBC (ISIN GB0005405286/ WKN 923893), deren Aktien um 2,5 Prozent nachgaben und Antofagasta (ISIN GB0000456144/ WKN 867578), die um 1,4 Prozent zulegen konnten. Die Großbank sieht sich bei der laufenden Restrukturierung auf gutem Weg und hat ihre mittelfristigen Planziele bestätigt. Im Rahmen einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung heißt es, dass man bis dato Kostensenkungsmaßnahmen in Höhe von rund 2 Mrd. US-Dollar realisiert habe. In diesem Zusammenhang erklärte HSBC, dass man bis Ende des Jahres 2013 das obere Ende des geplanten Einsparziels von 2,5 bis 3,5 Mrd. US-Dollar erreichen werde. Im Anschluss wurden die Planziele von HSBC bestätigt. Demnach peilt das Kreditinstitut eine Eigenkapitalrendite von 12 bis 15 Prozent sowie eine Kernkapitalquote (Tier I) von 9,5 bis 10,5 Prozent an. Derweil konnte der britische Minenbetreiber Antofagasta im ersten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten. So lag der Umsatz mit 1,76 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 1,27 Mrd. US-Dollar. Das EBITDA lag mit 1,10 Mrd. US-Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 811,9 Mio. US-Dollar. Profitiert habe man vor allem von der deutlich höheren Kupferproduktion.
Im französischen CAC40 waren Pernod-Ricard mit einem Plus von 0,9 Prozent die Top-Gewinner, gefolgt von PPR (+0,5 Prozent) und Veolia (+0,1 Prozent). Die rote Laterne hatte STMicroelectronics mit einem Abschlag von 5,4 Prozent inne. Daneben zählten Finanzwerte heute zu den Verlierern. So gaben BNP Paribas um 4,0 Prozent nach, Société Générale verloren 3,6 Prozent.
Aus der Schweiz wurde bereits am Vortag bekannt, dass ABB (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) die Übernahme der amerikanischen Thomas & Betts abgeschlossen hat. Diese Übernahme sei Teil der Strategie, im Geschäftsfeld Niederspannungsprodukte in neue Regionen, Branchen und Produktbereiche zu expandieren. Am Vortag schloss das Papier von ABB mit einem Zugewinn von 0,7 Prozent.
Der schweizerische Pharmakonzern Novartis (ISIN CH0012005267/ WKN 904278) hat zudem in einer Phase-III-Studie positive Ergebnisse mit seinem Medikamentenkandidaten NVA237 erzielt. So hat das Präparat bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) eine Verbesserung der Lungenfunktion und eine Reduzierung der Krankheitssymptome im Vergleich zu Placebo erreicht. Das Papier schloss gestern mit einem Minus von 0,3 Prozent.
Weiteren Angaben zufolge musste Portugal Telecom SGPS S.A. (ISIN PTPTC0AM0009/ WKN 895464) im ersten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Beim Nettogewinn verbuchte der Telekommunikationskonzern einen Rückgang auf 56,5 Mio. Euro, nach 129,7 Mio. Euro im Vorjahr. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern unter anderem von Einmaleffekten aus der Veräußerung von Beteiligungen profitiert. Außerdem sei die Zinsbelastung im Berichtszeitraum angesichts der zuletzt getätigten Übernahmen angestiegen. Die Aktie schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent.