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15:47 02.08.12

DSW: Neue Panne an der Wall Street dürfte Vertrauen weiter schmälern

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine erneute technische Börsenpanne in den Vereinigten Staaten hat am Mittwoch abermals das Vertrauen der Anleger erschüttert. Verantwortlich dafür war offensichtlich ein falsch programmiertes Handelssystem des amerikanischen Handelshauses Knight Capital Group . "Der Hochfrequenzhandel stellt nach wie vor ein ungelöstes Problem dar", sagte Jürgen Kurz von der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag. Aus Sicht der DSW wäre es sinnvoll, eine "Mindestverweildauer" festzulegen, die Orders im System bleiben müssen.

Frage: Wie beurteilen Sie die erneuten technischen Schwierigkeiten an der Wall Street?

Kurz: Die jüngste Panne in den USA dürfte das Vertrauen der Anleger in den computergestützten Handel weiter schmälern. Wenn nun schon die falsche Bedienung von Algorithmen so starke Bewegungen auslösen kann, zeigt dies, welche Macht die Computerprogramme inzwischen über die Kurse haben.

Frage: Wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang die jüngsten Reformvorschläge der Bundesregierung, mit denen der Hochfrequenzhandel eingedämmt werden soll?

Kurz: Der Hochfrequenzhandel stellt nach wie vor ein ungelöstes Problem dar. Politik und Aufsichtsbehörden haben dies zwar erkannt, eine echte Lösung gibt es bisher aber noch nicht. Momentan erinnern die Versuche, den Hochfrequenzhandel zu regulieren, an das sprichwörtliche Rennen zwischen Hase und Igel: Die Politiker bemühen sich, aber die so genannten Algotrader sind schon einen Schritt voraus. Aus Sicht der DSW wäre es sinnvoll, eine "Mindestverweildauer" festzulegen, die Orders im System bleiben müssen. Damit wäre gesichert, dass solche Aufträge auch tatsächlich ausgeführt werden können.

Frage: Was sind denn Ihrer Meinung nach die Vor- und Nachteile des Hochfrequenzhandels aus Sicht privater Anleger?

Kurz: Aus Sicht der Privatanleger hat der Hochfrequenzhandel keine Vorteile, allerdings einige Nachteile. So ist es vom Grundsatz her unfair, wenn ein Marktteilnehmer einen anderen wegen der technologischen Überlegenheit der eingesetzten Computersoftware übervorteilen kann. Und genau das geschieht, wenn mit Algotrades Testorders platziert werden, die eigentlich nur den Sinn haben, den Markt in eine Richtung zu treiben./la/zb/stk

--- Gespräch: Lutz Alexander, dpa-AFX ---



Quelle: dpa

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