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10:29 11.01.17

ETF-Handel: Banken- und Öl-Indexfonds als Gewinner

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Über die Feiertage hat sich offenbar so mancher Gedanken über die Geldanlage gemacht, das neue Jahr startete jedenfalls mit vielen Neupositionierungen von ETFs, so die Deutsche Börse AG.

"Es war richtig viel los", erkläre Frank Mohr von der Commerzbank und melde 40.000 Transaktionen für die erste Woche 2017 - mit einem deutlichen Käuferüberhang von 56 Prozent. "Wohl Allokationen zu Jahresbeginn."

Auch Florian Lenhard, Market Maker bei UniCredit, berichte von überraschend hohen Umsätzen. Nur Frank Wöllnitz von der ICF Bank beobachte ein "mittelprächtiges" Handelsaufkommen mit überwiegend kurzfristigen Positionierungen.

Dabei trete der DAX weiter auf der Stelle: Am Dienstagmittag habe der Index bei 11.586 Punkten notiert und damit in etwa auf dem Niveau vor einer Woche. In den USA sehe es ähnlich aus: Der Dow Jones habe weiter unter der Marke von 20.000 Punkten verharrt, am vorgestrigen Montag sei der Index mit 19.887 Zählern aus dem Handel gegangen. NASDAQ 100 und NASDAQ Composite seien am Montag hingegen auf neue Höchststände geklettert.

Dass Aktien-ETFs meist auf den Einkaufslisten stünden, darüber seien sich die Händler einig, das Bild bezüglich bestimmter Regionen falle aber gemischt aus: Bei der Commerzbank hätten Anleger vergangene Woche vor allem auf EURO STOXX 50-, MSCI Europe (ISIN LU0446734104 / WKN A0X97P, ISIN DE000ETFL284 / WKN ETFL28) und MSCI World-Tracker (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH, ISIN LU0392494562 / WKN ETF110) gesetzt. Auch DAX-ETFs seien gesucht gewesen, allerdings in geringerem Ausmaß. Von einem ausgeglichenen Käufer/Verkäufer-Verhältnis berichte Mohr für US-Aktien. "Das Geld floss schon eindeutig in Richtung Europa."

Laut UniCredit hätten in den vergangenen Tagen bei europäischen Aktien Zuflüsse dominiert, Anleger hätten sich aber vor allem in Branchen-ETFs positioniert und von DAX- und EURO STOXX-Trackern getrennt. Etwas mehr Käufer habe der Händler in US-Aktien beobachtet, etwa in MSCI USA-, S&P 500- und auch Russell 2000-ETFs.

Beim Blick auf die Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage falle das hohe Handelsaufkommen mit US-Aktien auf: Auf dem dritten und siebten Platz und damit ungewöhnlich weit oben stünden der iShares Core S&P 500 (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG) und der db x-trackers S&P 500 (ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2).

Im Handel mit Branchen-ETFs habe der Schwerpunkt einmal mehr auf Banken-ETFs gelegen, vor allem der iShares EURO STOXX Banks 30-15 (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) und der Source EURO STOXX Optimised Banks (ISIN IE00B3Q19T94 / WKN A1JFG7) seien rege gehandelt worden, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeige. Banken-Indexfonds hätten ihren Erholungskurs fortgesetzt, der umsatzstarke iShares EURO STOXX Banks 30-15 habe seit dem Tief im Sommer um fast 50 Prozent zugelegt.

Viel umgegangen sei zudem im iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas (ISIN DE000A0H08M3 / WKN A0H08M). Der sei aufgrund des Ölpreisanstiegs kräftig gestiegen: Beim Ölpreistief im Januar 2016 habe der ETF nur 22,48 Euro gekostet, mittlerweile seien es 32,70 Euro - ein Plus von über 45 Prozent.

Lenhard zufolge hätten vor allem Banken- und Versicherungs-ETFs in der Gunst der Anleger weit oben gestanden. Die Commerzbank melde einen leichten Käuferüberhang in Banken-, Energie- und Grundstoff-ETFs, einen klaren Käuferüberhang - bei niedrigeren Umsätzen - in Versicherungs-, Auto- und Telekommunikations-ETFs.

Im Fixed Income-Bereich fehle das eindeutige Bild: Bei der UniCredit hätten sich Anleger tendenziell aus Anleihen-ETFs verabschiedet, betroffen gewesen seien vor allem US-Treasuries mit kurzer Laufzeit, US-Unternehmensanleihen, US-High Yield-Papiere und Schwellenländer-Bonds. Die Commerzbank melde Zuflüsse, beliebt seien weiterhin kurzlaufende Anleihen (ISIN IE00B5ZR2157 / WKN A1H497, ISIN LU0378437684 / WKN ETF100) als Alternative zu strafzinspflichtigen Bankeinlagen.

Angesichts steigender Inflationsraten hätten auch viele zu inflationsindexierten ETFs gegriffen, wie Mohr beobachtet habe: Gekauft worden sei etwa der iShares US-Dollar TIPS (ISIN IE00B1FZSC47 / WKN A0LGP8), der die Wertentwicklung von inflationsgeschützten US-Staatsanleihen ("Treasury Inflation Protected Securities") wiedergebe. Vieles deute derzeit auf eine anziehende Inflation hin: Die Stundenlöhne in den USA hätten im Dezember mit 2,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum zugelegt, so stark wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag bekannt gegeben habe. Die Preissteigerung in der Eurozone sei im Dezember auf 1,1 Prozent zum Vorjahr geklettert, in Deutschland sogar auf 1,7 Prozent. (Ausgabe vom 10.01.2017) (11.01.2017/fc/a/e)



Quelle: ac


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