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09:21 01.06.16

ETF-Handel: Gewinnmitnahmen in DAX-Trackern

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit dem deutlichen Anstieg der Aktienpreise werden auch ETF-Anleger wieder mutiger: So spricht Andreas Bartels von der Commerzbank vom "Risk-on-Modus", Riskanteres ist also wieder gefragt, so die Deutsche Börse AG.

"Tendenziell werden europäische und US-amerikanische Aktien-ETFs gesucht - allerdings nicht unbedingt deutsche." Dabei habe der DAX seit Anfang vergangener Woche einen großen Satz nach oben gemacht, am Dienstagmittag liege der Index bei 10.318 Punkten, vergangenen Montag seien es nur 9.842 Zähler gewesen. Treiber seien unter anderem der wieder schwächere Euro und der höhere Ölpreis.

Die Feiertage - hierzulande vergangenen Donnerstag, in den USA und Großbritannien am gestrigen Montag - hätten für niedrigere Umsätze gesorgt. "Bei uns kamen auch noch die Pfingstferien dazu", erkläre Florian Lenhard von der Unicredit in München. "Bescheidene Umsätze", stelle auch Ivo Orlemann von der ICF Bank fest.

Marco Salaorno von der Société Générale berichte ebenfalls von ruhigen Tagen. "Morgen dürfte es schon wieder anders aussehen, am Monatsanfang ist mit umfangreichen Neupositionierungen zu rechnen." Bartels zufolge sei an den wenigen vollen Arbeitstagen aber richtig viel los gewesen: "Für uns war es, trotz Feiertag, mit 22.000 Transaktionen und hohem Volumen die beste Maiwoche."

Trackers des EURO STOXX und S&P 500 würden gekauft, des DAX eher verkauft - das sei der aktuelle Trend. So hätten bei der Commerzbank Zuflüsse in fast allen Aktien-Indexfonds dominiert, Ausnahme seien lediglich DAX- und Emerging Markets-ETFs gewesen. "Anfang der Woche wurde noch DAX-Trackers gekauft, Donnerstag und Freitag schon Gewinne mitgenommen", stelle Bartels fest.

Durchweg auf den Einkaufslisten hätten unterdessen EURO STOXX 50-, MSCI Europe, STOXX 600- (ISIN IE00B60SWW18 / WKN A0RGCK) und auch die ansonsten nicht so gefragten MSCI ACWI-ETFs (ISIN FR0011079466 / WKN LYX0MG) gestanden, die im Gegensatz zu MSCI World-Indexfonds neben den Industrieländermärkten auch die Emerging Markets abbilden würden.

Salaorno habe großes Interesse an französischen Aktien beobachtet. "Generell wurden europäische Aktien gekauft, aber eher keine deutschen." Nur Lenhard melde auch Zuflüsse in DAX- wie USA-ETFs sowie ein ausgeglichenes Bild in EURO STOXX-ETFs, "allerdings auf ganz niedrigem Niveau".

Thema bleibe der mögliche Brexit. Das Referendum über den Verbleib der Briten in der EU am 23. Juni rücke immer näher, in gut drei Wochen sei es soweit. Bei der Société Générale würden sich Anleger offenbar wieder optimistischer zeigen, was den Verbleib Großbritanniens in der EU angehe, Trackers der britischen Indices FTSE 100 und FTSE 250 seien jedenfalls gekauft worden. Bartels melde Zu- und Abflüsse in FTSE-ETFs.

Der britische Aktienmarkt, der ohnehin nicht so stark nachgegeben habe wie das Britische Pfund, sei wieder etwas gestiegen. Anleger, die im Februar auf den iShares FTSE 100 (ISIN IE00B53HP851 / WKN A0YEDM) gesetzt hätten, würden aktuell auf ein Plus von 18 Prozent kommen.

Bei der Société Générale seien Schwellenländer-ETFs rege gehandelt worden. "Es überwogen aber die Verkäufe, etwa von Anteilen an chinesischen und brasilianischen Aktienindices und an marktbreiten Indices, nur in indischen Aktien gab es vor allem Käufe", erläutere Salaorno. Lenhard habe ein Interesse an einzelnen Schwellenländern ausgemacht. "Im Gegenzug wurden Emerging Markets-Anleihen verkauft."

Großes Interesse würden Anleger weiterhin an Smart Beta-ETFs zeigen. Bartels zufolge würden sich Anleger im Amundi MSCI Europe Minimum Volatility (ISIN FR0010713768 / WKN A0RF45) und im iShares Edge S&P 500 Minimum Volatility (ISIN DE000A1KB2E7 / WKN A1KB2E) engagieren, die sich auf Aktien mit niedrigerer Volatilität konzentrieren würden. Salaorno zufolge seien auch Value- und Dividenden-Strategien sehr gefragt.

Im Handel mit Branchen-ETFs würden weiter die großen Trends fehlen: Laut Bartels hätten sich Anleger von Immobilien-ETFs getrennt und auf Finanzinstitute ebenso wie Technologieunternehmen gesetzt. Salaorno berichte hingegen von Käufen von Anteilen an Immobilien-ETFs, ebenso von Öl- und Gas-, Grundstoff- und Banken-ETFs. Wie bereits in der Vorwoche stünden Banken-ETFs auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt weit oben, konkret der Source Euro Stoxx Optimized Banks (ISIN IE00B3Q19T94 / WKN A1JFG7) und der iShares Euro Stoxx Banks (ISIN DE0006289309 / WKN 628930).

Nach zum Teil durchaus hohen Umsätzen in den Vorwochen sei das Interesse an Anleihen-ETFs zurückgegangen, wie die Händler feststellen würden. "Es gibt kaum Volumen, und das Bild ist gemischt", fasse Salaorno zusammen. "Wenn man überhaupt etwas sagen kann, dann ist es, dass High Yield- und Schwellenländer-Anleihen (ISIN DE000A1JB4Q0 / WKN A1JB4Q; ISIN DE000A0RFFT0 / WKN A0RFFT) tendenziell abgegeben werden."

Das bestätige auch die Unicredit: "Bei uns gab es Abflüsse aus High Yield-Anleihen", erkläre Lenhard. Bartels melde lediglich Käufe von geldmarktnahen Produkten wie dem ComStage Eonia (ISIN LU0378437684 / WKN ETF100) und von ETFs mit in europäischen Unternehmensanleihen. (Ausgabe vom 31.05.2016) (01.06.2016/fc/a/e)



Quelle: ac


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