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10:55 08.06.16

ETF-Handel: Weder Fisch noch Fleisch

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Anstehende Ereignisse wie das Referendum der Briten und ein möglicher weiterer US-Zinsschritt werfen ihre Schatten voraus, so die Deutsche Börse AG.

"Gegenüber der Vorwoche verbuchen wir im ETF-Geschäft einen leichten Rückgang", melde Florian Lenhart. Nachdem Anleger in den vergangenen Wochen verstärkt zu Produkten mit US-Werten gegriffen hätten, registriere der Händler der Unicredit eine Trendwende hin zu Europa. "Die größten Umsätze der vergangenen Woche verzeichneten wir bei Indexfonds mit Aktien aus entwickelten europäischen Ländern, die in Summe gekauft wurden." Von weltweit aufgestellten Aktienportfolios mit Schwerpunkt Industrienationen hätten sich die Kunden der Unicredit überwiegend getrennt.

"Mit knapp 25.000 Trades hatten wir ein reges ETF-Geschäft", berichte Sascha Cronemeyer. Über alle Anlageklassen hinweg verbuche der Händler der Commerzbank mit 61 Prozent einen klaren Kaufüberhang. "Wobei deutsche Bluechips-Tracker (ISIN LU0488317024 / WKN ETF002; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001; ISIN IE00B53QG562 / WKN A0YEDX; ISIN FR0010377028 / WKN LYX0BT) interessanterweise gegen den Trend abgestoßen wurden." EURO STOXX 50-ETFs (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN LU0155367302 / WKN 778188; ISIN FR0010816041 / WKN LYX0A5) seien gleichermaßen in beide Richtungen gehandelt worden.

US-amerikanische Aktien etwa im S&P 500 (ISIN IE0031442068 / WKN 622391; ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53) führe Lenhart auf der Verkaufsseite. Cronemeyer hingegen spreche von deutlichem Zuspruch für S&P 500-Tracker (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG), die bei der Commerzbank den dritten Rang in der Umsatzbestenliste belegt hätten. Auf Wochensicht habe der zugrunde liegende Index leicht zugelegt und notiere aktuell bei 2.117 Punkten.

Bei Rentenwerten zeichne Lenhart ein ausgeglichenes Bild. "Verkäufe und Käufe halten sich in etwa die Waage." Mit einem Anteil von 22 Prozent steige bei den Kunden der Commerzbank das Interesse an Festverzinslichem. "Durchschnittlich liegen wir in diesem Bereich eher bei 20 Prozent und darunter", erinnere Cronemeyer. Stark gekauft würde beispielsweise ein Bund-Future Short-ETF (ISIN LU0530119774 / WKN ETF562), der von fallenden Kursen zehnjähriger Bundesanleihen profitiere.

Fünf- bis zehnjährige hiesige Staatsanleihen etwa im Eurogov Germany 5-10-ETF (ISIN DE000ETFL201 / WKN ETFL20) kämen bei Anlegern ebenfalls gut an. Die maximal 15 im Index enthaltenen Bonds hätten ein ausstehendes Volumen von mindestens vier Milliarden Euro und eine Restlaufzeit zwischen fünf und zehn Jahren. Hochverzinsliche Unternehmensanleihen aus dem Euroraum beispielsweise im Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index (ISIN IE00B66F4759 / WKN A1C3NE) hätten das Nachsehen. "Derzeit trennen sich Anleger verstärkt von diesen Produkten."

Am Anleihemarkt gebe es übrigens ein Novum. Erstmalig in ihrer Geschichte habe die Bundesbank eine Umlaufrendite von minus zwei Basispunkten für ausstehende deutsche Staatsanleihen mit Fälligkeiten zwischen drei und 30 Jahren berechnet. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future notiere aktuell um die Marke von 165 Prozent und damit nahe dem Allzeithoch.

Als "ungewöhnlich stark" beschreibe Cronemeyer die Umsätze von Branchen-ETFs. "Die belegen in unserer Umsatzstatistik nicht oft einen vorderen Platz." Besonders häufig hätten Anleger zu Tracker des Stoxx 600 Optimised Automobiles & Parts Index (ISIN LU0378435043 / WKN ETF061; ISIN IE00B5NLX835 / WKN A0RPR0) gegriffen. Hingegen stünden Indexfonds mit Unternehmen der Bau- und Baustoffindustrie besonders häufig zur Disposition. Tracker des Stoxx Europe 600 Construction & Materials Index (ISIN LU0378435639 / WKN ETF065) seien überwiegend aus den Depots heraus gekommen. Hin und her gehe es im Handel mit Energiesektor-ETFs (ISIN FR0010930644 / WKN A1C7AK), während Tracker des Stoxx Europe 600 Real Estate (ISIN DE000A0Q4R44 / WKN A0Q4R4) auf den Einkaufslisten stünden. (Ausgabe vom 07.06.2016) (08.06.2016/fc/a/e)



Quelle: ac


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