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iSHARES DAX ETF

Typ: Etf
WKN: 593393
ISIN: DE0005933931
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14:48 13.06.16

Ein wenig beachteter Vorteil von ETFs - ETF-News

Wien (www.fondscheck.de) - Seit geraumer Zeit sind die Transaktionskosten von Fonds Gegenstand heißer Diskussionen, so die Experten von "FONDS professionell".

Meist laute der Vorwurf, die Fondsmanager würden ihr Portfolio zu häufig umschichten und damit unnötig hohe Kosten produzieren - im Gegensatz zum ETF, dessen Zusammensetzung oft nur ein- oder zweimal im Jahr an den Index angepasst werde. Dieser Vorwurf habe einen wahren Kern, und dennoch greife er zu kurz.

Denn für einen großen Teil der hohen Handelskosten eines normalen Fonds seien die Investoren selbst verantwortlich: Statt einmal Geld anzulegen und dem Fonds dann die Treue zu halten, würden sie munter ein- und aussteigen. Das gelte insbesondere für Vermögensverwalter und Dachfondsmanager, die ihre Portfolios mitunter wöchentlich umschichten würden. Die Liquidität - eigentlich ein großer Vorteil der Publikumsfonds - könne dann zum Fluch werden.

Für den Fondsmanager werde es insbesondere dann unangenehm, wenn sich hohe Mittelzu- und -abflüsse abwechseln würden: Kaum habe er das neue Geld in Aktien oder Renten angelegt, werde es wieder abgezogen. Das verursache jedes Mal Handelskosten, die den Fonds belasten würden - und damit alle investierten Anleger.

Wie groß das Problem sei, lasse sich mit einem Blick auf eine sonst wenig beachtete Zahlenreihe der Bundesbank erahnen. Die Notenbank-Statistiker würden Monat für Monat erheben, wie viel Geld den deutschen Publikumsfonds durch die Ausgabe neuer Anteile zufließe - und was unter dem Strich, also nach Anteilsrücknahmen, übrig bleibe. 2015 zum Beispiel seien den Fonds insgesamt 137,3 Milliarden Euro zugeflossen. Weil Anleger im vergangenen Jahr allerdings auch Anteile für 106,9 Milliarden Euro verkauft hätten, belaufe sich das Mittelaufkommen der Fonds netto nur auf 30,4 Milliarden Euro.

Kleinere Zu- und Abflüsse würden sich über die Kasse abpuffern lassen. Bei großen "Tickets" sei der Portfoliomanager aber quasi zum Handeln gezwungen - was die Rendite aller Investoren schmälere. Bei börsengehandelten Indexfonds sei das pfiffiger gelöst: Jeder Investor, der einen ETF kaufe oder verkaufe, trage die dafür nötigen Handelskosten selbst, was auf Fondsebene viel Geld spare. So seien im iShares Core Dax UCITS ETF (ISIN DE0005933931 / WKN 593393), dem größten deutschen ETF, im vergangenen Geschäftsjahr gerade mal Transaktionskosten von 54.400 Euro angefallen - bezogen auf das Fondsvolumen von 7,8 Milliarden Euro eine zu vernachlässigende Größe.

Dass die Transaktionskosten der ETFs so niedrig seien, obwohl sie meist deutlich häufiger gehandelt würden als normale Fonds, liege am Prozess, mit dem aus dem Geld eines Anlegers ein ETF-Anteil werde. Wolle ein Investor zum Beispiel einen Dax-ETF kaufen, wende er sich nicht an den Fondsanbieter, sondern an einen Market-Maker an der Börse. Benötige dieser neue Anteile eines ETFs, weil die Nachfrage seiner Kunden das Angebot übersteige, liefere er dem ETF-Anbieter die 30 DAX-Titel und erhalte dafür Fondsanteile. Die Kosten für den Erwerb der Aktien stelle der Market-Maker seinen Kunden über die Geld-Brief-Spanne in Rechnung. Im Fonds selbst würden dagegen keine Transaktionskosten anfallen - ein echter Vorteil für den ETF.

Doch auch die Fondsbranche habe eine Lösung erarbeitet: Swing-Pricing. Würden die Zuflüsse an einem Tag die Abflüsse überwiegen, werde dabei der Nettoinventarwert (NAV) eines Fonds leicht nach oben angepasst - und bei stärkeren Abflüssen nach unten. So solle sichergestellt werden, dass die Handelskosten von jenen Investoren getragen würden, die sie tatsächlich verursachen würden, und nicht von allen Fondsanlegern. Etwa jede zweite Luxemburger Fondsgesellschaft wende das Verfahren zumindest für einige Portfolios schon an, zeige eine Studie des dortigen Branchenverbands ALFI. Deutschen Fonds sei Swing-Pricing bislang nicht erlaubt.

Die Methode finde Anhänger, aber auch Kritiker. Ein Knackpunkt sei, dass bei Publikumsfonds grundsätzlich für jeden Anleger der gleiche NAV gelten müsse. Ein treuer Privatanleger, der sein zehn Jahre dauerndes Investment am gleichen Tag auflöse wie ein Dachfondsmanager, der im Wochentakt Millionen umschichte, müsste bei Swing-Pricing daher einen Abschlag akzeptieren, den er selbst aber nicht zu verantworten habe.

So schnell werde die Diskussion um hohe Transaktionskosten von Fonds daher wohl nicht verstummen. Die alte Börsenweisheit behalte also ihre Gültigkeit: "Hin und Her macht Taschen leer." (13.06.2016/fc/n/e)



Quelle: ac


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