13:31 07.02.12 Euro-Minister wollen über Griechenland-Konto sprechen
BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die deutsch-französische Idee eines Sonderkontos für Griechenland soll von den Euro-Finanzministern besprochen werden. "Wir freuen uns darauf, das mit den Partnern der Eurogruppe zu diskutieren", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Dienstag.
Wann dies geschehen soll, blieb offen. In der Eurogruppe kommen die obersten Kassenhüter des gemeinsamen Währungsgebiets regelmäßig zusammen, Rehn nimmt auch an den Beratungen teil.
Bisher lägen keine Details zu dem Vorstoß vor, den Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Montag in Paris gemacht hatten, sagte der Sprecher. Sie schlugen vor, dass Schuldensünder Griechenland seine Zinszahlungen über ein Sperrkonto abwickeln solle, um den Gläubigern mehr Sicherheit zu geben. EU-Diplomaten hatten bereits am Montag gesagt, dass die Konto-Idee aus Berlin komme.
Die Kommission ging vorsichtig auf Distanz zu Äußerungen ihrer Vizepräsidentin Neelie Kroes. Sie hatte der niederländischen Tageszeitung "Volkskrant" (Dienstag) gesagt, dass die Eurozone notfalls auch ohne Griechenland überleben könne. Sprecher Olivier Bailly sagte: "Die Haltung der Kommission hat sich nicht geändert. Griechenland soll in der Eurozone verbleiben."
Kroes, die in dem Gremium für die Digitalwirtschaft verantwortlich ist, sagte dem Blatt: "Man hat immer gesagt, dass die ganze Struktur zusammenfällt, wenn man ein Land austreten lässt, wenn es austreten will. Aber das ist einfach nicht wahr", sagte die liberale Niederländerin. "Die Griechen müssen verstehen, dass "wir Deutsche" und "wir Niederländer" nur Nothilfen an unsere Steuerzahler verkaufen können, wenn es einen Beweis des guten Willens gibt."/cb/DP/hbr
Quelle: dpa
Hier geht's zur Devisen-Startseite