Dax 10661.0 1.40%
MDax 20734.0 0.89%
TecDax 1700.5 0.86%
BCDI 129.66 0.71%
Dow Jones 19244.0 0.44%
Nasdaq 4767.95 0.63%
EuroStoxx 3053.5 1.31%
Bund-Future 160.54 -0.36%
15:40 16.06.16

GESAMT-ROUNDUP: VW will sich mit E-Autos und autonomem Fahren neu erfinden

WOLFSBURG/BERLIN (dpa-AFX) - Mit Milliardensummen für Elektroautos, neue Dienstleistungen und autonomes Fahren will sich Volkswagen aus der Abgas-Krise befreien. Europas größter Autobauer stellte am Donnerstag Details seiner Strategie bis zum Jahr 2025 vor: VW will sich grundlegend neu aufstellen.

Vorstandschef Matthias Müller sagte in Wolfsburg, die zusätzlichen Bereiche sollten zur zweiten Säule neben dem Kerngeschäft werden. VW solle auf das "neue Zeitalter der Mobilität" ausgerichtet werden. In den nächsten neun Jahren werde dafür ein zweistelliger Milliardenbetrag investiert.

FUNDAMENTALER WANDEL

So reagiert VW auch auf fundamentale Veränderungen in der Branche. Die großen Zukunftsthemen sind alternative Antriebe wie E-Motoren und die digitale Revolution mit mehr Internet im Auto. Müller sieht einen "epochalen Wandel", der Wettbewerb werde härter. Neben den Autobauern drängen auch IT-Konzerne wie Google und Apple ins Autogeschäft.

"Die technologischen Megatrends stellen traditionelle Geschäftsmodelle in Frage, auch weil sich mit ihnen die Kundenbedürfnisse massiv verändern", erklärte der VW-Chef. Bei den Mobilitätsdienstleistungen geht es etwa um mehr miteinander vernetzte Fahrzeuge, mehr individuelle Mobilität sowie mehr Geschäfte mit IT und Software. Erst vor kurzem war Volkswagen mit umgerechnet 267 Millionen Euro beim Fahrdienst und Uber-Rivalen Gett eingestiegen.

BATTERIETECHNIK

Außerdem soll die Batterietechnik als "neues Kompetenzfeld" erschlossen werden, wie Müller ankündigte. Mit Hochdruck wird auch eine eigene Fabrik für Batteriezellen geprüft. Bisher sind deutsche Autobauer abhängig von Zulieferern vor allem aus Asien. Batteriezellen sind wesentliche Bestandteile von Elektroautos.

Mit Blick auf den Abgas-Skandal sagte Müller, die Bereitschaft für Veränderungen im Konzern sei deutlich gewachsen. VW hatte mit einer Software Emissionstests bei Millionen von Dieselfahrzeugen manipuliert. Dies löste eine schwere Krise aus, 2015 gab es einen Rekordverlust. Der Skandal habe auch Schwachstellen aufgedeckt, sagte Müller. "Die Stichworte lauten hier vor allem: Struktur, Kultur und Effizienz."

E-MOBILITÄT GEWINNT AN BEDEUTUNG

Aus seiner Sicht könnte schon in etwa zehn Jahren auf dem Weltmarkt jeder vierte Neuwagen rein batteriebetrieben sein. Von der wachsenden Bedeutung der E-Mobilität wolle man profitieren: Müller kündigte an, die reinen Batteriefahrzeuge des Konzerns sollten im Jahr 2025 "rund 20 bis 25 Prozent" vom dann erzielten Gesamtabsatz ausmachen.

Er betonte jedoch, dass VW profitabler werden müsse, um den Umbau finanzieren zu können: "Wir müssen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, in allen Marken und Bereichen effizienter werden." VW liege derzeit bei wesentlichen Kennzahlen zum Teil deutlich hinter den Besten der Branche. "Das kann und das wird so nicht bleiben." Dazu beitragen solle auch ein "Zukunftspakt", über den jetzt zwischen Management und Betriebsrat verhandelt wird.

KERNMARKE ERTRAGSSCHWACH

Vor allem die Konzern-Kernmarke VW mit Modellen wie dem Golf und dem Passat ist ertragsschwach. 2015 erreichte der Anteil des operativen Gewinns am Umsatz hier gerade einmal knapp 2 Prozent.

VW will daher auch seine große Modellpalette verschlanken. "Die Gesamtzahl unserer heute rund 340 Modellvarianten werden wir reduzieren", sagte Müller. Er räumte Wildwuchs bei der Gleichteile-Strategie ein, mit der der Konzern versucht, möglichst viele identische Bauteile in unterschiedlichen Typen einzusetzen.

NEUE MOBILITÄTSDIENSTE

Bei neuen Mobilitätsdienstleistungen werde man sich vieles ansehen, aber "nicht jedem Trend hinterher laufen". Ziel sei es, hier bis 2025 einen Umsatz "in substanzieller Milliardenhöhe" zu machen. Hauptsitz der neuen Einheit solle Berlin sein. Der Anteil von VW an Gett werde der "Nukleus für den Ausbau", sagte Müller. "Um diesen Kern werden wir in den nächsten Jahren in rascher Folge weitere Dienste wie Robotaxis, Carsharing oder Transport-On-Demand gruppieren."

Zur Bewältigung der Abgas-Affäre in den USA hat VW in wichtigen Punkten noch etwas mehr Zeit bekommen. Der Richter Charles Breyer - bei ihm sind zahlreiche Klagen gegen den Konzern gebündelt - verschob in der Nacht zum Donnerstag die Frist, bis zu der die Details eines Vergleichs bei Gericht eingereicht werden müssen. Statt bis zum 21. Juni haben die Beteiligten dafür nun bis zum 28. Juni Zeit. Das gilt sowohl für die angestrebte Einigung mit den Klägeranwälten als auch für Übereinkünfte mit dem US-Justizministerium und mit der US-Handelskommission.

HAUPTVERSAMMLUNG

Breyer begründete die Verschiebung mit der "höchst technischen Natur" der Gespräche. Bis zum 26. Juli will der Jurist dann bekanntgeben, ob sein Gericht dem erwarteten Vergleich zustimmt. Im Aufsichtsrat von VW kam die Verschiebung nicht gut an: Sie sei sehr ärgerlich, dadurch werde die in der kommenden Woche anstehende Hauptversammlung noch ungemütlicher, hieß es aus Kreisen des Kontrollgremiums./jap/DP/jha



Quelle: dpa


Hier geht's zur Aktien-Startseite

News und Analysen

11:28 Uhr Novo Nordisk: Hoffnungsschimmer
11:15 Uhr DGAP-Adhoc: HSBC Trinkaus & Burkhardt AG: HSBC Trinkaus & Burkhardt AG wird zusätzliches Kernkapital...
11:14 Uhr DGAP-Adhoc: Air Berlin PLC veräußert ihre Anteile an NIKI Luftfahrt GmbH an Etihad Investment Holding...
11:08 Uhr Volkswagen will mit Marke Moia zu führendem Mobilitätsanbieter werden
11:07 Uhr Eurozone: Stimmung im Dienstleistungssektor hellt sich weniger auf als erwartet
11:05 Uhr Eurozone: Einzelhandelsumsatz steigt stärker als erwartet
11:05 Uhr Fondsanlage bei MoneYou
11:01 Uhr DGAP-Adhoc: Basic Resources AG: Änderungen in Vorstand und Aufsichtsrat (deutsch)
11:00 Uhr DGAP-News: GEA Group Aktiengesellschaft: GEA liefert Technik zur Lithiumgewinnung in Australien (deutsch)
11:00 Uhr DGAP-News: Dürr Aktiengesellschaft: Neue Benchmark-Studie: iTAC gehört bei Industrie-4.0-Plattformen...
11:00 Uhr DGAP-News: United Engine Corporation: Die UEC führt die zweite Phase der Flugtests des neuesten...
10:58 Uhr Gerhard Mahler – Kurzfrist-Trading: Gelegenheiten im Dezember
10:56 Uhr Großer Andrang bei GE-Betriebsversammlung in Mannheim
10:54 Uhr ROUNDUP/ Volkswirte: Italien verschenkt Reformchancen
10:53 Uhr Großbritannien: Stimmung der Dienstleister erreicht besten Wert seit Januar
10:48 Uhr BMW-Betriebsratschef für Einstieg in Batteriezellen-Produktion
10:46 Uhr DGAP-DD: Ecommerce Alliance AG (deutsch)
10:45 Uhr IRW-News: ChroMedX Corp. : Projektpartnerschaft zwischen ChroMedX und dem Biointerface Institute...
10:41 Uhr ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax zieht nach Italien-Referendum kräftig an
10:40 Uhr Eurozone: Anlegerstimmung trübt sich wieder ein - Sentix
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ... | 7742

Titel aus dieser Meldung

1,14%
0,87%
Neu Im Fokus
Aktueller Chart
  • Gefahr durch Referendum in Italien?
  • Überraschender Gewinn im dritten Quartal!
  • Ist die Aktie jetzt ein Schnäppchen?
Volltextsuche
Nachrichtensuche

Performance Dax-Aktien 3. Quartal 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 9,10 auf 6,30 Euro
Performance: -30,77%

Tipp: Alles zu den langfristig sichersten und erfolgreichsten Aktien der Welt erfahren Sie im kostenlosen Newsletter „Aktien-Ausblick“, den Sie hier gerne anfordern können...
Wie defensive Investments alle anderen schlagen
Wie defensive Investments alle anderen schlagen
Eine bekannte Börsenweisheit besagt, Anleger sollen Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen. Doch viele Börsianer wissen, wie schwer es ist, diesen Leitspruch in der Praxis umzusetzen. Dabei lässt sich dieses Prinzip ganz einfach anwenden – mit defensiven Aktien. Denn der Erfolg defensiver Investments funktioniert nach genau diesem Schema.