09:40 26.06.12 Neuer Brandbrief - RWE sieht weitere Verzögerung bei Offshore-Anschlüssen
ESSEN (dpa-AFX) - Die Probleme beim Bau von Windparks auf hoher See werden nach Einschätzung des Energiekonzerns RWE
größer. In einem zweiten Brandbrief an die Bundesregierung binnen sieben Monaten informiert der Versorger über weitere Verzögerungen, wie das "Handelsblatt" (Dienstag) schreibt. Erst 2014 werde der Windpark "Nordsee Ost" fertig. Ursprünglich sollte die Anlage vor Helgoland bereits in diesem Jahr fertig sein. Als Hauptproblem nennen Strategievorstand Leonhard Birnbaum und Ökostromchef Fritz Vahrenholt den schleppenden Netzanschluss. Knackpunkt sind die weiter unklaren Rahmenbedingungen und die Investitionssicherheit.
"Die Gesamtverzögerung des Netzanschlusses beträgt mittlerweile rund 15 Monate und der damit verbundene Schaden im dreistelligen Millionenbereich würde im Ergebnis dazu führen, dass die gesamte Investition von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro unwirtschaftlich wird", zitierte die Zeitung aus dem Schreiben an Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Ein RWE-Sprecher bestätigte auf Anfrage den Bericht des Blattes.
In dem Brief warnten die Manager, dass wegen der Probleme beim Netzanschluss geplante Investitionsentscheidungen über weitere Windparks von RWE "in höchstem Maße gefährdet" seien. Auch andere Unternehmen zögerten mit ihren Bauentscheidungen.
Nach dem ersten Brandbrief hatten die Beteiligten mit dem Umweltminister die AG Netzbeschleunigung gegründet, in der sie gemeinsam nach Lösungen suchen. Die Gruppe habe vernünftige Vorschläge gemacht, die von allen Beteiligten mitgetragen würden, sagte der RWE-Sprecher. Doch die Umsetzung stockt. Im neuen RWE-Brandbrief heißt es, die Situation habe sich sogar "weiter verschärft". Als letzte Lösung droht RWE laut Zeitung mit einer Schadensersatzklage. Der Sprecher betonte aber, dass der Konzern auf Verhandlungen setze./enl/stb/stw
Quelle: dpa
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