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11:11 18.05.16

ROUNDUP 2: Chinesische Midea will Kuka kaufen - Aktie auf Höhenflug

(Neu: Stellungnahme Kuka, Aktienkurs, mehr Details.)

AUGSBURG (dpa-AFX) - Erneut haben es die Chinesen auf Ingenieurskunst "made in Germany" abgesehen: Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea will den deutschen Roboter- und Anlagenbauer Kuka übernehmen und dafür viel Geld in die Hand nehmen. Das Unternehmen bietet den Anteilseignern 115 Euro je Aktie und damit deutlich mehr als Kuka-Papiere zuletzt an der Börse gekostet hatten. Die Chinesen haben es auf das Know-How des deutschen Herstellers in der Automatisierung der Produktion abgesehen. Midea bietet dagegen einen guten Zugang zum chinesischen Markt, der hohes Wachstum verspricht. Kuka hat China als Wachstumsmarkt im Blick und weitet seine Präsenz dort aus. Die komplette Kontrolle wolle man aber nicht übernehmen, betonte Midea. Das Angebot will Kuka nun sorgfältig prüfen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Aktien von Kuka sprangen angesichts des Angebots in die Höhe: Um mehr als ein Drittel auf 114,40 Euro ging es am Mittwochvormittag nach oben. Und das, obwohl die Aktien ohnehin schon seit langem von einem Rekord zum anderen klettern. "Das Angebot ist unglaublich hoch", sagte ein Händler. Bei dem Preis könnten die Aktionäre die Offerte kaum ausschlagen. Ein Gegenangebot eines anderen Investors sei nicht zu erwarten.

BEWERTUNG 4,6 MILLIARDEN EURO

Der deutsche Konzern Voith - mit 25,1 Prozent größter Einzelaktionär bei Kuka - wollte sich zunächst noch nicht positionieren. Voith werde die weitere Entwicklung beobachten, hieß es in einer Stellungnahme. Das Unternehmen sei "sehr zufrieden" mit der Entwicklung der Beteiligung seit dem Einstieg im November 2014.

Bei dem von Midea gebotenen Preis von 115 Euro ist das MDax notierte Unternehmen mit knapp 4,6 Milliarden Euro bewertet. Das Angebot stellt Midea zufolge eine Prämie von knapp 60 Prozent zu dem Kurs von Anfang Februar dar, bevor Midea seine Kuka-Anteile auf über 10 Prozent erhöhte. Die Chinesen waren vergangenen August bei dem Roboterspezialisten eingestiegen. Aktuell hält Midea 13,5 Prozent der Aktien. Midea will sich mit dem Gebot mindestens 30 Prozent der Anteile sichern - an diese Mindestannahmequote ist die Offerte geknüpft.

KUKA SOLL UNABHÄNGIG UND AN DER BÖRSE BLEIBEN

In einer Mitteilung betonte das chinesische Unternehmen am Mittwoch, Kuka solle unabhängig und in Deutschland an der Börse notiert bleiben. Midea wolle keinen Beherrschungsvertrag abschließen. Eine komplette Übernahme sei ausgeschlossen, sagte ein Midea-Sprecher. Die Führung von Kuka soll den Plänen nach unverändert bleiben. Mitreden will Midea künftig aber schon: Die Chinesen wollen in den Aufsichtsrat einziehen. Kuka hielt sich zunächst mit einer konkreten Stellungnahme zurück. Vorstand und Aufsichtsrat würden das Angebot sorgfältig prüfen und sich dann dazu äußern, hieß es.

"Kuka ist in einer ausgezeichneten Verfassung und wir wollen weiter in die Belegschaft, die Marke, gewerbliche Schutzrechte und Produktionsstätten investieren, um das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen", führte Midea-Chef Paul Fang aus. China bietet großes Wachstumspotential. Bisher sind etwa Autowerke in China meist mit deutlich weniger Robotern ausgestattet als in den USA und Europa. Das könnte sich angesichts langsam steigender Lohnkosten aber ändern. Auch in einer älter werdenden Gesellschaft könnten Serviceroboter künftig häufiger zum Einsatz kommen. Midea bietet auf dem chinesischen Markt ein Vertriebsnetz, Kontakte zu Lieferanten und Entscheidungsträgern. Die Chinesen wollen die Wachstumsstrategie von Kuka in China auch finanziell unterstützen.

Der deutsche Maschinenbau steht schon länger im Fokus chinesischer Firmen oder Investoren. Im Frühjahr etwa stieg der Mischkonzern Shanghai Electric Group beim Maschinenbauer Manz ein. Der Spezialmaschinenbauer KraussMaffei wurde im Januar von ChemChina, dem größten Chemiekonzern Chinas, übernommen. Dieser bietet derzeit auch 43 Milliarden US-Dollar für den Schweizer Agrarchemie-Konzern Syngenta ./nmu/men/stb



Quelle: dpa


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