16:08 01.08.12 ROUNDUP 2: Fresenius nach Gewinnplus in Rekordlaune - Weiter Interesse an Rhön
(Neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, neuer Aktienkurs, Analysten)
BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Beim breit aufgestellten Medizin- und Krankenhauskonzern Fresenius
ist von Krise keine Spur. Konzernchef Ulf Schneider sprach bei Vorlage der Zahlen für die ersten sechs Monate von einem weiterhin dynamischen Wachstumstrend und bekräftigte die zweimal erhöhte Jahresprognose. "Im ersten Halbjahr haben wir bei Umsatz und Ergebnis erneut Bestwerte erreicht", sagte Schneider am Mittwoch. Der Dax-Konzern demonstrierte mit seinen Halbjahreszahlen im vorerst gescheiterten Übernahmekampf um Rhön-Klinikum erneut Stärke. "Fresenius ist weiterhin von den Vorteilen eines Zusammenschlusses von Rhön-Klinikum und Helios überzeugt und prüft Handlungsmöglichkeiten." Im August soll die endgültige Endscheidung fallen, sagte der Manager in der Telefonkonferenz.
Lieferengpässe bei Wettbewerbern der Infusions- und Generikasparte Kabi, die Nachfrage nach Nachahmermedikamenten und Zuwächse bei der Krankenhaustochter Helios haben Fresenius zu einem Gewinnsprung verholfen. Das um Sondereinflüsse bereinigte Konzernergebnis stieg um ein Fünftel auf 434 Millionen Euro. Die Einmalkosten für die Übernahmeofferte bezifferte Fresenius auf 26 Millionen Euro. Für Kabi wurden die Ziele für Umsatz und operatives Ergebnis 2015 angehoben.
WEITER INTERESSE AN RHÖN
Die Hessen waren Ende Juni mit ihrer Milliardenofferte für den Wettbewerber gescheitert. Dem Konzern waren mit rund 84 Prozent der Rhön-Anteile zu wenig für eine erfolgreiche Übernahme angedient worden. Der Eigner des Konkurrenten Asklepios, Bernard Broermann, verhinderte das Geschäft, indem er rund fünf Prozent der Rhön-Anteile erwarb.
Fresenius-Aktien drehten nach anfänglichen Gewinnen am Mittwoch ins Minus und gaben in einem praktisch unveränderten Gesamtmarkt um 0,56 Prozent auf 86,20 Euro nach. Die LBBW sieht nach dem jüngsten Kursanstieg von einem Fünftel mit ihrem Kursziel von 100 Euro noch Luft nach oben. Auch Analyst Steffen Manske von National-Bank bestätigte sein jüngst erhöhtes Kursziel von 100 Euro.
AUSBLICK
Fresenius sei auf gutem Weg, 2012 neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn aufzustellen. Das Konzernergebnis soll währungsbereinigt um 14 bis 16 Prozent steigen (VJ: 770 Mio. Euro). Beim Umsatz rechnet der Arbeitgeber von rund 161.700 Mitarbeitern unter Ausklammerung von Währungseffekten mit einem Plus von 12 bis 14 Prozent (VJ: 16 Mrd. Euro).
In den ersten sechs Monaten stieg der Konzernumsatz um 17 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Prozentual zweistellig konnten die Hessen ihr organisches Umsatzwachstum in Asien/Pazifik und Lateinamerika steigern. Zukäufe trugen sieben Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 19 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.
Die nach Fresenius Medical Care (FMC) zweitgrößte Tochter Kabi legte beim Umsatz satte 13 Prozent zu und verbuchte beim operativen Ergebnis (EBIT) ebenfalls einen prozentual zweistelligen Zuwachs. Kabi hat beim Narkosemittel Propofol seit einiger Zeit ein Monopol. Der Konkurrent Hospira hatte zuletzt Lieferprobleme.
DIALYSETOCHTER FMC BEKRÄFTIGT ZIELE
Die auch im Dax gelistete Dialysetochter Fresenius Medical Care kam mit der Umstellung des Vergütungssystems in den USA - dem weltweit größten Pharmamarkt - im Berichtszeitraum offenbar gut zurecht. Der Erlös der in US-Dollar bilanzierenden FMC stieg im zweiten Quartal dank höherer Patientenzahlen, einer höheren Vergütung pro Dialysepatient in den USA und Zukäufen um neun Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar.
Beim Überschuss verbuchte der führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit chronischem Nierenversagen einen Anstieg von elf Prozent auf 289 Millionen Dollar. Operativ legte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 589 Millionen Dollar zu - ein Plus von 16 Prozent. Der Ausblick wurde bestätigt: 2012 soll der Erlös auf rund 14 Milliarden Dollar und der Überschuss auf rund 1,14 Milliarden Dollar zulegen.
An FMC hält Fresenius rund 31 Prozent. Durch die Struktur der Kommanditgesellschaft wird der Umsatz von FMC zu 100 Prozent bei Fresenius konsolidiert. Der Gewinn fließt entsprechend dem Anteil in das Nettoergebnis von Fresenius nach Steuern und Anteilen Dritter ein. An der Börse stiegen FMC-Aktien um 0,54 Prozent auf 59,37 Euro./ep/jha/he
Quelle: dpa
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