10:48 11.07.12 ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Schwächer - Händler: Investoren warten ab
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat zur Wochenmitte wieder seinen jüngsten Abwärtstrend aufgenommen. Nachdem er diesen am Vortag kurzzeitig unterbrochen hatte, fiel der Dax am Mittwochmorgen um 0,34 Prozent auf 6.416,23 Punkte zurück. Der MDax gab 0,84 Prozent ab auf 10.476,23 Punkte und für den TecDax ging es um 0,38 Prozent auf 757,26 Punkte nach unten.
Eine schwächere Vorgabe der Wall Street drücke zunächst auf die Stimmung, sagte Analyst Cameron Peacock von IG Markets. Dort hatten die anhaltenden Sorgen um das weltweite Wirtschaftswachstum und einige schwache Unternehmenszahlen für Verluste gesorgt. Der Markt warte auf weitere Impulse von der US-Notenbank, die am Abend ihr jüngstes Sitzungsprotokoll veröffentlicht. Weitere Daten aus China vor dem Wochenende würden ebenfalls mit Spannung erwartet. Davor warteten viele Investoren zunächst ab, erklärte Händler Markus Huber von ETX Cpital an. Wie Analyst Christian Schmidt von der Helaba in seinem Morgenkommentar anmerkte, werde sich im Tagesverlauf zeigen müssen, von welcher Seite weitere Impulse kommen werden.
CENTROTHERM-AKTIE IM FREIEN FALL
Das Hauptaugenmerk galt am Mittwochmorgen zunächst einem Wert jenseits der großen Indizes. Centrotherm Photovoltaics hatte am Vorabend Insolvenzantrag gestellt und sorgte damit für einen Kurssturz der Aktie um 77 Prozent. Die Nachricht belastete die komplette Solarbranche: Im TecDax fielen Solarworld und SMA Solar um 2,53 und 1,01 Prozent. Nachdem Centrotherm bereits im vergangenen Monat über gravierende finanzielle Probleme berichtet hatte, sei der Antrag aber keine wirkliche Überraschung, kommentierte ein Börsianer. Centrotherm sei somit die nächste Pleite in der insgesamt gebeutelten Branche.
Bei den Blue-Chips litten Daimler und MAN unter negativen Nachrichten aus dem US-Lastwagenmarkt. Händler verwiesen auf eine Zielsenkung vom Diesel- und Gasmotoren-Hersteller Cummins wegen eines schwachen Auftragstrends in den USA und einer ausbleibenden Erholung in Brasilien. Das färbe negativ auf Daimler und MAN ab. Die beiden Aktien gehörten mit Abschlägen von jeweils mehr als einem Prozent zu den größten Verlierern im Dax.
Zu den Lichtblicken zählte mit Gerresheimer ein weiterer Wert aus der zweiten Reihe. Die Quartalszahlen des Verpackungsspezialisten fielen laut Händlerkommentaren besser als erwartet aus. Zudem hob Gerresheimer seine Umsatzprognose erneut an, was ebenfalls von den Marktteilnehmern gelobt wurde. Die Aktien verteuerten sich um knapp fünf Prozent. Mit einem moderaten Plus von 0,08 Prozent reagierten Fraport-Aktien auf die Juni-Verkehrszahlen des Flughafenbetreibers. "Der Trend hat sich nicht weiter abgeschwächt und das ist zunächst positiv", urteilte ein Händler./rum/ag
Quelle: dpa
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