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18:20 17.02.17

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax verharrt in der Flaute

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ohne weiteren Rückenwind von der Wall Street herrscht auch am deutschen Aktienmarkt Flaute. Während den US-Börsen auf ihrem Rekordniveau zunächst die Luft auszugehen scheint, beendete der Dax am Freitag einen ideenlosen Handelstag prozentual unverändert bei 11 757,02 Punkten. Nach bescheidenem Auftaktgewinn und langem Verbleib in der Verlustzone holte er erst in den Schlusssekunden sein Vortagsniveau wieder ein. Auf Wochensicht brachte er ein Plus von 0,77 Prozent über die Ziellinie.

Weiterhin bremsten politische Risiken die Risikobereitschaft der Anleger. "Die Aktienmärkte sind zwischen der Hoffnung auf Trumps angeblich spektakuläre Steuerpläne und seiner Unberechenbarkeit - bis hin zur Angst vor Protektionismus - hin- und hergerissen", sagte etwa der Chefstratege der Privatbank Merck Finck, Robert Greil. Laut der Landesbank Baden-Württemberg kommen kaum abschätzbare Auswirkungen der offenen Brexit-Fragen und der anstehenden Wahlen in Europa als Euphoriebremsen hinzu.

Impulse aus New York blieben aus, weil der Dow Jones Industrial zu Wochenschluss etwas schwächer in den Handel gestartet war. Davon gebremst nahmen auch die anderen deutschen Indizes vor dem Wochenende keine Fahrt mehr auf: Mit 23 300,05 Punkten rettete sich der MDax der mittelgroßen Werte zum Schluss denkbar knapp ins Plus. Für die Technologiewerte im TecDax jedoch ging es um 0,13 Prozent auf 1888,13 Punkte nach unten.

ALLIANZ DER FAVORIT IM DAX

Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. Im Mittelpunkt stand vor allem der am Markt gut angekommene Geschäftsbericht der Allianz , deren Aktien an der Dax-Spitze um 2,81 Prozent anzogen. Lob erntete Europas größter Versicherer aber vor allem für seine Geldgeschenke an die Aktionäre. Neben einer erhöhten Dividende sollen bis zu 3 Milliarden Euro in den Ankauf von eigenen Aktien fließen.

Schlusslicht im deutschen Kursbarometer waren hingegen die Papiere von Volkswagen . Die Vorzugsaktien des Autobauers kamen wegen einer Absatzschwäche mit 2,33 Prozent unter Druck. Weil die Regierung in China die Subventionen für Autos mit kleinerem Hubraum gekürzt hatte, war die Kernmarke VW dort schwach ins Jahr gestartet. Weltweit fielen die Auslieferungen im Januar um fast 5 Prozent.

INTERESSENKREIS FÜR STADA WIRD GRÖSSER

Nur optisch schwach präsentierte sich der Halbleiterkonzern Infineon . Bereinigt um die ausgeschüttete Dividende von 0,22 Euro je Aktie lagen die Anteilsscheine lediglich moderat im Minus. Der am Veto der US-Behörden endgültig gescheiterte Kauf des amerikanischen Unternehmens Wolfspeed war laut einem Händler keine Überraschung mehr und sollte kurzfristig auch keine großen finanziellen Auswirkungen für den Chipkonzern haben.

Unter den Nebenwerten zog der sich abzeichnende Bieterkampf um den Arzneimittelhersteller Stada die Blicke auf sich. Angesichts eines dritten Kaufinteressenten stellten die Aktien bei 57,77 Euro einen weiteren Rekord auf. Mit plus 2,60 Prozent schlossen sie nur knapp darunter. Der neue Bieter - einem Pressebericht zufolge die Beteiligungsgesellschaft Bain Capital - soll bereit sein, die Offerte des Finanzinvestors Cinven von 56 Euro um 2 Euro zu überbieten.

EUROSTOXX LEICHT IM MINUS

Der EuroStoxx 50 verlor 0,07 Prozent auf 3308,81 Punkte. In Paris war das Minus jedoch deutlicher: Der CAC 40 fiel belastet von schwachen Finanzwerten und Unsicherheiten vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen um 0,65 Prozent. Angetrieben von Übernahmefantasie bei Unilever ging es für den Londoner FTSE 100 dagegen moderat nach oben.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,12 Prozent am Vortag auf 0,05 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 142,60 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,44 Prozent auf 164,47 Punkte zu. Der Euro kam etwas unter Druck: Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,0616 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,0650 (Donnerstag: 1,0652) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9390 (0,9388) Euro./tih/he

Von Timo Hausdorf, dpa-AFX



Quelle: dpa


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