18:10 22.08.12 ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Verluste - Gewinnmitnahmen belasten
FRANKFURT (dpa-AFX) - Gewinnmitnahmen nach dem bisher starken Kursverlauf im August haben am Mittwoch den deutschen Aktienmarkt belastet. Schwache Konjunkturdaten aus Japan und der Besuch von Jean-Claude Juncker in Athen hätten die Anleger etwas vorsichtiger gestimmt, hieß es. Der Dax
sank um 1,01 Prozent auf 7017,75 Punkte, nachdem er am Vortag auf dem höchsten Stand seit Mitte März geschlossen hatte. Für den MDax ging es um 1,04 Prozent auf 11 138,01 Punkte nach unten. Der TecDax fiel um 1,07 Prozent auf 787,81 Punkte.
"Vor einigen Treffen der EU-Politiker mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras nutzen Investoren die Gewinne vom Vortag, um etwas Geld aus dem Markt zu nehmen", sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Griechenland dringt darauf, dass die Euro-Retter dem Land mehr Zeit für seine Reformen gewähren. In Japan hatten sinkende Ausfuhren im Juli zudem den Außenhandel ausgebremst und so erneute Sorgen um die Weltkonjunktur ausgelöst. Zudem könnte das Sitzungsprotokoll der Fed am Abend noch Hinweise auf geldpolitische Maßnahmen der US-Notenbank geben - die Hoffnung auf Hilfen der globalen Notenbanken war zuletzt der größte Kurstreiber für die Märkte.
WEITER ÜBERNAHMEPHANTASIE BEI RHÖN-KLINIKUM
Im Fokus stand insbesondere die Übernahmefantasie um den Klinikbetreiber Rhön Klinikum , die dessen Papiere mit plus 2,13 Prozent auf 18,66 Euro zum Spitzenreiter im MDax machte. Laut einem Börsenbrief könnte Fresenius nach dem Scheitern des ersten Anlaufs nochmals 22,50 Euro je Rhön-Aktie bieten, sich aber dieses Mal mit einer einfachen Mehrheit zufrieden geben. Ein Händler verwies auf eine noch in dieser Woche mögliche Entscheidung im Aufsichtsrat des Medizinkonzerns, dessen Anteile am Dax-Ende um fast drei Prozent nachgaben.
Ihren Erholungsversuch vom Vortag haben die Infineon -Aktien bereits wieder abgebrochen - sie fielen um 1,43 Prozent. Verluste gab es zudem im Autosektor, wo einige Aktien mit dem Markt unter Gewinnmitnahmen litten. Daimler fielen im Dax um etwas mehr als ein Prozent und im MDax büßten die Papiere der Zulieferer ElringKlinger und Leoni bis zu 1,77 Prozent ein. Die Vorzugsaktien von VW gaben dagegen nur hauchdünn um 0,03 Prozent nach und waren so bester Wert im Dax, der ganz ohne Gewinner blieb. Der Autobauer lässt sich mit seiner Kernmarke weiterhin kaum von der Absatzkrise in Europa bremsen.
EUROSTOXX EBENFALLS UNTER DRUCK - EURO STABIL
Allianz gehörten trotz eines Medienberichts über eine Senkung des Wachstumsziels für die Vermögensverwaltung mit minus 0,12 Prozent auf 88,21 Euro zu den besten Werten, während sich der Versicherungssektor europaweit mit relativ niedrigen Verlusten auszeichnete. Hilfreich könnte auch eine Kurszielerhöhung der Citigroup gewesen sein: Analyst Paul Bradley hob das Ziel auf 105 Euro und sprach von einem starken Cashflow in der Vermögensverwaltung sowie einer positiveren Tendenz im globalen Sach- und Unfallversicherungssegment
Der EuroStoxx 50 kam ebenfalls deutlich unter Druck: Er verlor 1,51 Prozent auf 2452,73 Punkte und auch die Leitindizes in London und Paris verbuchten Verluste von weit mehr als einem Prozent. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mit gut einem halben Prozent im Minus.
Am Rentenmarkt verharrte die Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,22 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 133,99 Punkte. Der Bund Future zog um 0,54 Prozent auf 142,58 Punkte an. Der Kurs des Euro hielt sich knapp unter 1,25 US-Dollar: Zuletzt lag er bei 1,2468 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2448 (Dienstag: 1,2428) Dollar festgesetzt./tih/he
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---
Quelle: dpa
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