Dax
12.080,00
0,13%
MDax
23.561,00
0,00%
TecDax
2.002,25
1,39%
BCDI
143,95
0,00%
Dow Jones
20.596,72
-0,29%
Nasdaq
5.373,04
0,40%
EuroStoxx
3.445,00
0,00%
Bund-Future
160,24
0,16%
16:20 17.02.17

ROUNDUP: Beschäftigte und Politik richten sich auf Opel-Verkauf ein

FRANKFURT/RÜSSELSHEIM (dpa-AFX) - Die Bundesregierung geht von einer Übernahme von Opel durch den französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën aus. Die Vertragsverhandlungen zwischen den Unternehmen seien "relativ weit fortgeschritten", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin. Die Opel-Betriebsräte und die IG Metall boten dem französischen Konzern konstruktive Gespräche an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte, es werde alles, was politisch möglich sei, getan, "dass die Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland gesichert sind." Die Gespräche seien in Gang gebracht worden und müssten nun abgewartet werden, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau. Für Bund und Länder soll Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig (SPD) die Gespräche mit den Unternehmen und der französischen Regierung koordinieren.

Die Bundesregierung war von den Übernahmeplänen überrascht worden. Opel hat rund 38 200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Es gibt Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. Der rund dreimal so große PSA-Konzern und Opel arbeiten bereits seit 2012 in verschiedenen Projekten in Europa zusammen.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann bezeichnete ein Zusammengehen seines Unternehmens mit PSA als "prinzipiell sinnvoll". Man setzte alles daran, die Zukunft von Opel nachhaltig zu gestalten, verbreitete der Manager ebenso auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. "Hier eröffnet sich die Chance, einen europäischen Champion zu schaffen und nach 88 Jahren Zugehörigkeit zu GM ein neues erfolgreiches Kapitel unserer Geschichte aufzuschlagen", schrieb Neumann in einem Brief an die Mitarbeiter, der "Bild am Sonntag" vorliegt. Nach Informationen des "Manager Magazins" soll Neumann auch im Fall einer Übernahme Chef eines weiterhin eigenständigen Unternehmens Opel bleiben.

Die IG Metall will bei der möglichen Übernahme auf die bestehenden Tarifverträge pochen. Sowohl die Arbeitsplatzgarantien als auch die Zusagen der Opel-Mutter General Motors zu Investitionen und Produktionsplanungen müssten eingehalten werden, sagte der Chef des Gewerkschaftsbezirk Mitte, Jörg Köhlinger, in Frankfurt. "Wir erwarten, das alle Standorte und Arbeitsplätze gesichert bleiben."

Die Mitarbeiter machen sich natürlich Sorgen, wurde am Werkstor in Rüsselsheim deutlich. "Was soll schon für eine Stimmung sein? Derselbe Scheiß wie damals bei Magna !", erinnert einer an den Fastverkauf aus dem Jahr 2009. Ein Kollege sieht das anders: "Das heißt doch nichts Böses, wenn Peugeot kommt." Der Besitzer sei egal - Hauptsache, der Lohn werde gezahlt. "Ich habe nichts gegen GM, aber auch nichts gegen Peugeot."

Nach Köhlingers Darstellung sind die fast 20 000 Opel-Beschäftigten in Deutschland bis Ende 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt, während die Investitionszusagen sogar bis ins Jahr 2020 reichen und auch für die Zeit danach ihre arbeitplatzerhaltende Wirkung entfalten. "Es geht nicht nur um technische Prozesse, es geht auch um die Menschen", erklärte der Gewerkschafter im Anschluss an eine Betriebsversammlung am Opel-Stammsitz Rüsselsheim.

PSA und General Motors seien den Beschäftigten noch viele Antworten schuldig, etwa zum industriepolitischen Konzept eines möglichen Zusammenschlusses, meinte Köhlinger. Ein wichtiges Ziel sei es, Opel als Marke zu erhalten. Die Arbeitnehmervertreter seien zu konstruktiven Gesprächen bereit und erwarteten von der Unternehmensseite Transparenz. In der Zusammenarbeit mit PSA lägen auch viele Chancen, etwa bei der Nutzung gemeinsamer Plattformen, zusätzlichen Absatzchancen und Skaleneffekten etwa im Einkauf. Bei den anstehenden Herausforderungen etwa zur Elektrifizierung könne er sich auch eine weitere strategische Zusammenarbeit mit GM vorstellen.

Die Tarifverträge haben ihren Ursprung in der vorangegangenen Sanierung. Im Rechtsstreit um das Ende der Autofertigung im Opel-Werk Bochum hat das Landgericht Darmstadt am Freitag die Klage des früheren Betriebsratschefs Rainer Einenkel abgewiesen. Er hatte versucht, einen Aufsichtsratsbeschluss zur Vorbereitung der Werksschließung aus formalen Gründen für nichtig erklären zu lassen. Das lehnte die Zivilkammer ab, wie ein Justizsprecher am Freitag mitteilte. Für die Opel-Mitarbeiter in Bochum kommt das Urteil ohnehin zu spät: Am 5. Dezember 2014 wurde dort der letzte Wagen gefertigt.

Die deutschen Opel-Händler schreckt eine Übernahme durch PSA nicht. "Beide Hersteller bringen zukunftsweisende neue Modelle auf den Markt, warum soll daraus nicht mehr werden?", sagte Peter Hübner, Vorstand des Händlerverbandes VDOH, dem "Tagesspiegel" (Samstag). Dass sich Opel-, Peugeot- und Citroën-Autohäuser nach einer Übernahme gegenseitig kannibalisieren würden, sei unwahrscheinlich./ceb/DP/tos



Quelle: dpa


Hier geht's zur Aktien-Startseite

News und Analysen

20:35 Uhr dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN - Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende
19:53 Uhr ROUNDUP 2: Gesundheitsgesetz geplatzt - Trump will sich Steuerreform zuwenden
19:46 Uhr ROUNDUP: Britische Innenministerin fordert Zugang zu Whatsapp-Nachrichten
19:45 Uhr Forschungsgruppe Wahlen: Saarländer für Politikwechsel zu zufrieden
19:21 Uhr ROUNDUP: CDU siegt bei Saar-Wahl - Große Koalition wahrscheinlich
18:22 Uhr CDU gewinnt Saar-Wahl - Große Koalition möglich
17:47 Uhr Anhaltende Sozial-Proteste in Französisch-Guyana
17:31 Uhr VW: Interne Ermittlungen von Anwaltskanzlei dauern weiter an
17:11 Uhr 'Happy Birthday EU' - Tausende bei 'Pulse of Europe'
17:10 Uhr ROUNDUP/US-Ölschwemme: Opec-Generalsekretär fordert zum Durchhalten auf
17:04 Uhr WDH: Fertighausbranche profitiert vom Bauboom
16:58 Uhr ROUNDUP: Uber stoppt Tests selbstfahrender Autos nach Unfall
16:36 Uhr Ministerium erwägt EU-Hilfen für Geflügelzüchter wegen Vogelgrippe
16:30 Uhr Aurubis schließt Milliardenübernahme nicht aus
16:23 Uhr Uber stoppt Tests selbstfahrender Autos nach Unfall
15:51 Uhr ROUNDUP/Volkswirte: Deutsche Wirtschaft entwickelt sich trotz Risiken stabil
15:44 Uhr POLITIK/ROUNDUP: Erdogan für Referendum über EU-Beitrittsverhandlungen
15:41 Uhr Britische Innenministerin fordert Zugang zu Whatsapp-Nachrichten
15:31 Uhr ROUNDUP: Gesundheitsgesetz geplatzt - Trump will sich Steuerreform zuwenden
15:16 Uhr Elf Menschen sterben bei Unglücken in chinesischen Goldminen
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ... | 7918

Titel aus dieser Meldung

-0,52%
Neu Im Fokus
Aktueller Chart
  • Daimler überholt BMW beim Absatz!
  • Attraktive Dividenden-Rendite!
  • Ist die Aktie jetzt noch fair bewertet?
Volltextsuche
Nachrichtensuche

Performance: Dax-Aktien 2016

Platz: 30
Unternehmen: E.ON
Von 8,93 auf 6,79 Euro
Performance: -24,90%

Tipp: Alles zu den langfristig sichersten und erfolgreichsten Aktien der Welt erfahren Sie im kostenlosen Newsletter Aktien-Ausblick, den Sie hier gerne anfordern können...
Das 3-Säulen-Erfolgsmodell
Das 3-Säulen-Erfolgsmodell
Der boerse.de-Aktienbrief hilft Ihnen beim Vermögensaufbau an der Börse. Folgen Sie einfach unserem Drei-Säulen-Erfolgsmodell, das auf den Faktoren Titelauswahl, Timing und einer Steuerung der Investitionsquoten beruht.