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ROUNDUP: Chinesische Midea will Kuka kaufen

AUGSBURG (dpa-AFX) - Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea will den deutschen Roboter- und Anlagenbauer Kuka übernehmen. Die Chinesen haben es auf die Stärke des deutschen Herstellers in der Automatisierung von Produktionsprozessen abgesehen. Sie selber bieten einen guten Zugang zum chinesischen Markt, der hohes Wachstum verspricht. Kuka hat China schon seit längerem als Wachstumsmarkt im Blick und weitet seine Präsenz dort aus. Von Kuka gab es am Morgen zunächst keine Stellungnahme.

Midea bietet den Anteilseignern einer Mitteilung vom Mittwoch zufolge 115 Euro je Aktie, das ist deutlich mehr als das Papier zuletzt an der Börse gekostet hatte. Am Dienstag hatte die Aktie den Xetra-Handel mit einem Kurs von 84,41 Euro beendet. Nachdem zunächst das "Wall Street Journal" über ein mögliches Interesse Mideas an einer Übernahme berichtet hatte, zog der Kurs allerdings nachbörslich schon deutlich an. Am Mittwoch stieg die Aktie in vorbörslichen Handel um mehr als 33 Prozent auf 112,70 Euro. Ein Händler verwies darauf, dass das Gebot auch an kartellrechtliche und andere behördliche Genehmigungen gebunden sei.

AKTUELL HÄLT MIDEA 13,5 PROZENT

Bei dem von Midea gebotenen Preis von 115 Euro ist das MDax notierte Unternehmen mit knapp 4,6 Milliarden Euro bewertet. Das Angebot stellt Midea zufolge eine Prämie von knapp 60 Prozent zu dem Kurs von Anfang Februar dar, bevor Midea seine Kuka-Anteile auf über 10 Prozent erhöhte. Die Chinesen waren im August vergangenen Jahres bei dem Roboterspezialisten eingestiegen. Aktuell hält Midea nach eigenen Angaben 13,5 Prozent der Aktien. Größter Anteilseigner ist der deutsche Konzern Voith mit 25,1 Prozent. Midea will sich mit dem Gebot mindestens 30 Prozent der Kuka-Anteile sichern - an diese Mindestannahmequote ist die Offerte geknüpft.

In einer Mitteilung betonte das chinesische Unternehmen, Kuka solle unabhängig bleiben und in Deutschland an der Börse notiert bleiben. Midea wolle keinen Beherrschungsvertrag abschließen. Eine komplette Übernahme sei ausgeschlossen, sagte ein Midea-Sprecher. Die Führung von Kuka soll den Plänen nach unverändert bleiben. Midea will aber in den Aufsichtsrat einziehen.

'KUKA IST IN AUSGEZEICHNETER VERFASSUNG'

"Kuka ist in einer ausgezeichneten Verfassung und wir wollen weiter in die Belegschaft, die Marke, gewerbliche Schutzrechte und Produktionsstätten investieren, um das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen", führte Midea-Chef Paul Fang in der Mitteilung aus. Vor allem in China soll die Zusammenarbeit enger werden. Die Chinesen sind stark an Servicerobotern interessiert, da sie angesichts einer älter werdenden chinesischen Gesellschaft und steigender Lohnkosten ein großes Wachstumspotenzial bieten. Midea kann auf dem chinesischen Markt ein großes Vertriebsnetz, Kontakte zu Lieferanten und Entscheidungsträgern bieten. Die Chinesen wollen die Wachstumsstrategie von Kuka in China auch finanziell unterstützen.

Derzeit finden Beteiligungen oder gar Übernahmen von chinesischen Unternehmen an europäischen Firmen viel Beachtung. So will etwa der chinesische Staatskonzern ChemChina den schweizerischen Agrarchemie-Konzern Syngenta für 43 Milliarden US-Dollar schlucken./nmu/mne/stb



Quelle: dpa


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