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10:39 26.07.12

ROUNDUP: Kosten für Konzernumbau drücken Roche-Gewinn - Ausblick bestätigt

BASEL (dpa-AFX) - Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im ersten Halbjahr wegen Kosten für die Schließung eines Standortes in den USA und Restrukturierungsausgaben einen deutlichen Gewinneinbruch verbucht. Der Überschuss sank um 17 Prozent auf 4,4 Milliarden Schweizer Franken (3,7 Mrd Euro), wie der weltweit größte Hersteller von Medikamenten zur Behandlung von Krebs am Donnerstag in Basel mitteilte. Beim Umsatz profitierte Roche von der Nachfrage aus den Schwellenländern und Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz.

Konzernchef Severin Schwan sprach von einer erfreulichen Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr und bestätigte den Ausblick. Das starke operative Ergebnis habe zusammen mit dem geringeren Finanzaufwand dazu geführt, dass der Kerngewinn je Aktie um vier Prozent angestiegen sei, sagte Schwan in einer Telefonkonferenz. Für den Konzern und die Pharmasparte rechnet das Management 2012 mit einem Verkaufsplus im unteren bis mittleren einstelligen Bereich. Das kleinere Diagnostika-Geschäft mit Tests zum Nachweis von Erkrankungen soll weiterhin stärker als der Markt wachsen. Für den bereinigten Konzerngewinn pro Aktie sagt Roche ein hohes einstelliges Plus voraus.

Im frühen Handel gaben Roche-Titel mit Minus 0,89 Prozent auf 166,60 Schweizer Franken nach, während der Leitindex SMI leicht im Plus lag. Das Zahlenset sei wie erwartet ohne große Überraschungen über die Bühne gegangen, sagte ein Händler in einer ersten Einschätzung. Roche schlug die Erwartungen der Analysten beim Umsatz wie auch beim Ergebnis. Im Vergleich mit Konkurrenten wie AstraZeneca oder Sanofi sind die Schweizer nur in geringem Umfang von Patentabläufen für wichtige Medikamente bedroht.

In der ersten Jahreshälfte kletterten die Verkaufserlöse unter dem anhaltenden Preisdruck durch Gesundheitsreformen in Europa um drei Prozent auf 22,4 Milliarden Franken. Wesentlich zum Wachstum beigetragen hätten Krebsmedikamente sowie Pegasys gegen Hepatitis und Actemra/RoActemra gegen rheumatoide Arthritis. In den USA, dem weltweit größten Pharmamarkt, stiegen die Pharmaverkäufe um sechs Prozent. Ein prozentual zweistelliges Wachstum verbuchten die Schweizer in Schwellenmärkten wie China und Brasilien, wo die Ausgaben für das Gesundheitswesen steigen. In der Sparte mit Diagnostika, die unter anderem Begleittests für Medikamente gegen Krebs und Infektionen anbietet, steigerte Roche den Umsatz um drei Prozent auf fünf Milliarden Franken.

Schwan ist nach der gescheiterten Übernahme des US-Genspezialisten Illumina weiterhin auf der Suche nach Zukäufen. "Wir suchen weiter kleine und mittelgroße Ergänzungsakquisitionen", sagte der Roche-Chef. Im Frühjahr waren die Schweizer wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen mit dem Übernahmeangebot für das US-Unternehmen gescheitert. Roche hatte erstmals Ende Januar 44,50 US-Dollar je Illumina-Aktie geboten und die Offerte Ende März auf 51 Dollar erhöht. Insgesamt boten die Schweizer damit 6,8 Milliarden Dollar. Illumina hatte die Offerte aber stets abgelehnt. Roche hatte gehofft, mit der Illumina-Übernahme eine Lücke in seiner Diagnostik-Sparte schließen zu können.

Die Schließung des US-Standortes Nutley verursachte einmalig Kosten in Höhe von 858 Millionen Franken. Pro Jahr will Roche mit der Schließung 370 Millionen Franken einsparen, die hauptsächlich in die Forschung gesteckt werden sollen. Die Schweizer hatten Ende Juni die Schließung der Forschung und Entwicklung (F&E) in Nutley angekündigt. Die Schließung werde voraussichtlich zu einem Abbau von 1.000 Stellen führen, sagte Roche im Juni./ep/jha/wiz



Quelle: dpa

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