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17:53 02.08.12

ROUNDUP: Opel verliert den Anschluss: Verkäufe runter, Verluste hoch

DETROIT (dpa-AFX) - Opel gerät immer tiefer in den Schlamassel. Unverkaufte Wagen reihen sich auf den Höfen der Händler aneinander, in Rüsselsheim türmen sich die Verluste auf. Die Probleme sind so massiv, dass der US-Mutterkonzern General Motors spürbar darunter leidet und einen Gewinnrückgang verzeichnet. Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Die Rezession verfestige sich, erklärte der GM-Manager und Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Stephen Girsky am Donnerstag.

General Motors schrieb im zweiten Quartal in seinem Europageschäft einen operativen Verlust von 361 Millionen Dollar (294 Mio Euro). Neben Opel gehört im Wesentlichen Vauxhall zu der Sparte. Im ersten Quartal hatte der Verlust noch bei 256 Millionen Dollar gelegen. Im Vorjahreszeitraum hatte GM Europe sogar Gewinn gemacht. Dann kochte die Schuldenkrise hoch und vergraulte die Käufer.

"In der Vergangenheit haben wir nicht schnell genug reagiert, um die Dinge zu ändern, die wir ändern konnten", sagte GM-Konzernchef Dan Akerson in einer Telefonkonferenz. Er und seine rechte Hand Girsky greifen nun durch. Sie hatten in den vergangenen Wochen große Teile des Opel-Managements ausgetauscht. Auch Firmenchef Karl-Friedrich Stracke musste Mitte Juli gehen. Das Ruder übernahm bis auf Weiteres Strategievorstand Thomas Sedran.

Nun berät die neue Opel-Führung mit den Gewerkschaften über nötige Sanierungsmaßnahmen. "Wir hoffen, dass wir irgendwann im Herbst eine umfassende Vereinbarung haben", sagte Akerson. Die Kosten in der Produktion sollen runter, auch die Bürokratie soll reduziert werden.

Die Einschnitte könnten hart werden, wie Aufsichtsratschef Girsky andeutete: Man müsse sich "vor Augen führen, wie deutlich der europäische Markt zurückgeht und wie sich das auf die Automobilindustrie auswirkt", sagte er. Die Opel-Werke sind bei Weitem nicht ausgelastet. GM hat die Produktion in Europa binnen eines Jahres fast ein Drittel auf 230 000 Wagen im Quartal heruntergefahren. Immer wieder wird über die Schließung des Standorts Bochum spekuliert.

Und die Lage verschlechtert sich weiter, wie die neuesten Zulassungszahlen aus Deutschland zeigen: Im Juli musste Opel gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang bei den Neuzulassungen von 19 Prozent hinnehmen. Der Gesamtmarkt dagegen schrumpfte "nur" um 5 Prozent. Das bedeutet: Opel verliert selbst in seinem Heimatland massiv Marktanteile. Die Zulassungen beim neuen Opel-Partner Peugeot -Citroen brachen sogar um 21 Prozent ein.

Im zweiten Quartal waren die Verkäufe von Opel und Vauxhall im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um 13 Prozent auf 298 000 zurückgegangen. Opel hofft darauf, mit neuen Modelle wie dem kleinen SUV Mokka die Kunden zurückzugewinnen. Das Auto erscheint im dritten Quartal. Anfang 2013 folgt der Kleinwagen Adam.

Die Probleme in Europa belasten den gesamten GM-Konzern. Unterm Strich verdiente der US-Autoriese noch 1,5 Milliarden Dollar im vergangenen Quartal - was ein Rückgang von 41 Prozent war. Neben den Verlusten in Übersee warf allerdings auch das wichtige Nordamerika-Geschäft weniger Geld ab. Der Umsatz schrumpfte um 4 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar.

Bereits der direkte US-Rivale Ford hatte schwer unter dem Käuferschwund in Europa gelitten. Die GM-Aktie fiel im frühen New Yorker Handel um 1 Prozent./das/DP/fn



Quelle: dpa

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