15:39 02.08.12 STICHWORT: Technische Panne an der Wall Street - Erinnerung an "Flash-Crash"
NEW YORK (dpa-AFX) - Eine erneute technische Börsenpanne in den Vereinigten Staaten hat am Mittwoch abermals das Vertrauen der Anleger erschüttert. Verantwortlich dafür war offensichtlich ein falsch programmiertes Handelssystem des amerikanischen Handelshauses Knight Capital Group
. Statt zum Beispiel teure Aktien zu verkaufen und billige Papiere zu kaufen, habe das System offenbar bei einigen Werten genau das Gegenteil getan und zum Beispiel solche Titel erworben, die aktuell im Kurs steigen, berichtete das einflussreiche Finanzblog Zerohedge am Donnerstag.
Betroffen davon waren der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge an der Börse NYSE Euronext 140 Aktien, darunter auch die Schwergewichte Bank of America und Caterpillar . Die 140 Titel fielen durch ungewöhnlich heftige Kursschwankungen in den ersten 45 Minuten nach Handelsbeginn auf, sechs Werte wurden deswegen teilweise ausgesetzt.
Die Panne erinnerte Börsianer an die Probleme beim Börsengang des Sozialen Netzwerkes Facebook im Mai 2012 sowie an den legendären "Flash-Crash" im Mai 2010, als der Leitindex Dow Jones Industrial innerhalb weniger Minuten um fast 1.000 Punkte eingebrochen ist und sich dann genauso schnell wieder erholte.
Für das Phänomen des "Flash-Crash" wurde der sogenannte Hochfrequenzhandel verantwortlich gemacht, bei dem Händler mit Hilfe von Computeralgorithmen innerhalb von Sekundenbruchteilen Aktien kaufen und verkaufen. "Der Hochfrequenzhandel stellt nach wie vor ein ungelöstes Problem dar", sagte Jürgen Kurz von der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW)./la/zb/stk
Quelle: dpa
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