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10:37 20.06.16

Smarter als Smart Beta: Aktives Factor Investing bietet höhere Renditen und bessere Sharpe Ratios - Fondsnews

Genf (www.fondscheck.de) - Die Idee eines Aktien-Fonds ist simpel: Er soll Gewinne erwirtschaften und das Risiko streuen. Doch viele Investment-Strategien sind wenig erfolgreich, ineffizient und teuer, so die Experten von Unigestion.

Institutionelle Investoren in Deutschland seien entsprechend zurückhaltend: In ihren Portfolios sei der Anteil von Aktieninvestments seit 2013 lediglich um 0,5 Prozent gestiegen und liege derzeit bei nur 6 Prozent, so eine aktuelle Studie von Feri Euro Rating Services. Dabei bestünden mit der richtigen Strategie gute Chancen, den Aktienmarkt zu schlagen und das eingesetzte Kapital zu mehren. Ein möglicher Weg dazu sei Factor Investing: Dieser Investmentstil biete Anlegern Zugang zu den Quellen nachhaltiger Überrenditen und die Möglichkeit, auf lange Sicht von vorhandenen Risikoprämien zu profitieren. Dazu würden Aktien aus dem jeweiligen Investment-Universum nach Faktoren wie Value, Quality, Growth, Momentum oder Dividend Yield ausgewählt. Weitere Faktoren seien Size und Low Risk. Durch systematisches Investieren nach zuvor festgelegten Kriterien würden so die spezifischen Renditeziele der jeweiligen Investoren erreicht.

Smart-Beta-Fonds seien eine einfache, passive Lösung, um Factor Investing umzusetzen. Statt anhand der Marktkapitalisierung zu investieren, würden sie diesen regelbasierten Ansatz nutzen, um für die Anleger langfristig eine höhere risikoadjustierte Rendite zu erwirtschaften und böten ihnen, bei Kombination verschiedener Faktor-Strategien, gute Diversifikationseigenschaften. "Doch rein passiv investieren reicht nicht", so Alexei Jourovski, Leiter des Aktien-Teams bei Unigestion. "Auch die so ausgewählten Aktien sind zyklischen Schwankungen unterworfen und bergen womöglich ein hohes Verlustrisiko." So könnten etwa Produkte, die einzelne Aktien nach Höhe der Dividendenrendite gewichten würden, durchaus ihre Tücken haben: Mitunter sei die Aktie gerade abgestürzt, womit die Dividendenrendite rein rechnerisch steige.

"Smart ist anders", finde Jourovski. "Um solche Herausforderungen zu bewältigen und unseren Anlegern bestmögliche Resultate zu bieten, stellen wir bei Unigestion drei Fragen: Welche Faktoren sind zu berücksichtigen? Wie sind sie zu handhaben und wie sind die Mittel zu verteilen? Die Faktoren müssen also zunächst präzise definiert und quantifiziert werden. Dann braucht es ein wirksames Risiko-Management und die regelmäßige, aktive Umverteilung zwischen den einzelnen Faktor-Strategien." Ziel sei der Aufbau eines Portfolios mit dem bestmöglichen Verhältnis zwischen dem zu erwartenden Risiko und der gewünschten Rentabilität.

Im klassischen Factor Investing würden bei der Arbeit mit bestimmten Faktoren markt- oder sektorenspezifische Merkmale nicht berücksichtigt. Unigestion habe darum, je nach Branche oder Marktbesonderheiten, eine eigene Definition der Faktoren Value, Momentum, Quality und Size entwickelt.

Entscheidend für den Anlageerfolg seien aber nicht nur die Faktoren selbst, sondern auch die PortfolioKonstruktion: "Factor Investing bedeutet, ein "echtes" Aktienportfolio zu kaufen, das neben dem wünschenswerten Faktor-Engagement auch ungewollte Risiken oder Verzerrungspotenziale enthält. Um diese unerwünschten Risiken zu minimieren, ist die entsprechende Kontrolle des Portfolios unerlässlich", so Jourovski. Unigestion könne durch aktives Risikomanagement die Ergebnisse deutlich stabilisieren: Durch die optimierte Definition der Faktoren würden die Strategien des Asset Managers auf erstklassige, weniger volatile Papiere, diversifizierte Qualitätspapiere und stabile Small Caps ausgerichtet. Und das zahle sich aus: "Unsere aktiv verwalteten Portfolios bieten höhere Renditen und bessere Sharpe Ratios als die auf einfachen Faktor-Definitionen basierenden Indices."

Aktives Management der Allokation in einer Multifaktor-Strategie sei keine Kleinigkeit: Die Marktkenner seien sich einig, dass die Prognose von Renditen verschiedener Risikoprämien schwierig - wenn nicht unmöglich - sei und dass die Allokation allein auf Grundlage des "Ratens" künftiger Renditen meist enttäuschende Ergebnisse erziele. Sie würden daher entweder die Gleichgewichtung (Equal Weighting; EW) oder risikobasierte Methoden (Equal Risk Contribution; ERC) zur PortfolioKonstruktion nutzen. Jede dieser Methoden habe ihre Vorzüge. Sie hätten aber auch Nachteile, die sich - gerade bei passiven Faktor-Strategien - negativ auf das Risikoprofil auswirken könnten.

Die Gleichgewichtung etwa ignoriere die Tatsache, dass verschiedene Faktoren sehr unterschiedliche Risikoprofile aufweisen könnten. Daher würde die Allokation der gleichen Kapitalmenge auf jede Risikoprämie nicht ihren relativen Risikobeitrag widerspiegeln. Die Equal Risk Contribution (ERC) verbessere zwar die Risikoallokation, ignoriere jedoch die Liquidität, das Mean-Reversion-Risiko oder sogenannte Fat-Tail-Ereignisse. Daher nutze Unigestion eine "dynamische" ERC-Allokationsmethode. Sie umfasse noch weitere Risiko-Dimensionen wie beispielsweise, dass:

- Risikoprämien unterschiedlich ausfallen würden, je nachdem, welches makroökonomische Umfeld vorherrsche (Wachstum, Rezession, Inflationsschock, Spannungen an den Märkten oder ihre Verlagerung)
- Risikoprämien verschiedener Faktor-Investments unterschiedliche Liquiditäten aufweisen könnten
- einige Risikoprämien (auf Basis von Qualität und Low-Volatility) zwar Renditen mit geringer Volatilität böten, aber auch ein Fat-Tail-Risiko mit sich bringen könnten
- die meisten Risikoprämien zum Mittelwert zurückkehren würden. Daher steige das mit ihnen einhergehende Risiko in der Regel nach einer Zeit außerordentlich guter Leistungsentwicklung.

Im Ergebnis führe Unigestions dynamischer ERC-Ansatz zu einem etwas geringeren Risiko und leicht höheren Renditen bei gleichem Turnover. Zusammengenommen würden diese Effekte die risikoadjustierte Rendite von 0,81 auf 0,88 steigern - bei vergleichbaren Transaktionskosten.

Für Investoren, bei denen ein solches, aktiv gemanagtes Produkt ins Portfolio passe, biete Unigestion zwei neue Multifaktor-Fonds an: Seit Mai 2016 seien der Uni-Global - Equities Compass World (ISIN LU1273481546 / WKN A14XW9) und der Uni-Global - Alternative Equities Copass World (ISIN LU1355124196 / WKN A2AD1X) nun auch in Deutschland und Österreich erhältlich. (20.06.2016/fc/n/s)



Quelle: ac


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