14:23 14.06.12 Spaniens Außenminister verlangt Eingreifen der EZB
MADRID (dpa-AFX) - Spanien hat eindringlich an die Europäische Zentralbank (EZB) appelliert, Staatsanleihen von Euro-Krisenländern zu erwerben. Eine solche Intervention der Währungshüter werde erst recht notwendig sein, wenn bei der Parlamentswahl am Sonntag in Griechenland die Kräfte gewännen, die gegen die - mit der EU vereinbarten - Einsparungen seien, sagte der spanische Außenminister José Manuel García-Margallo.
"Die Signale, die aus Griechenland kommen, machen mir enorme Sorgen", betonte der Minister am Donnerstag in einem Interview des Radiosenders Onda Cero. "Wenn die Anleger sehen, dass ein Land aus der Euro-Zone ausscheiden kann, werden sie sich fragen: Warum nicht auch andere Staaten?" Dies hätte zur Folge, dass für eine Reihe von Ländern die Zinsaufschläge, die sie für ihre Staatsanleihen zahlen müssen, in astronomische Höhe kletterten. Dies müsse die EZB unbedingt verhindern. "Wenn die Titanic untergeht, werden alle Passagiere mitgerissen, auch die in der ersten Klasse", sagte García-Margallo.
Der Zinssatz für spanische Zehn-Jahres-Anleihen stieg am Donnerstag zeitweise auf ein Rekordhoch und kratzte an der kritischen Marke von 7 Prozent. Dies gilt als ein gefährliches Niveau, das für Spanien auf die Dauer nicht finanzierbar ist./hk/DP/hbr
Quelle: dpa