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Volkswagen Vz Aktie

Typ: Aktie
WKN: 766403
ISIN: DE0007664039
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11:29 06.06.16

WDH/ANALYSE: Deutsche Bank warnt vor verfrühtem Optimismus im VW-Abgasskandal

(Konzernname in der Überschrift ergänzt.)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Mit ihrem zuletzt guten Lauf lassen die Vorzugsaktien von Volkswagen den Abgasskandal nach Einschätzung der Deutschen Bank bereits hinter sich. Doch hält Analyst Tim Rokossa den Optimismus der Anleger für möglicherweise verfrüht. Auch die operative Entwicklung gebe keinen Anlass zu Schwärmereien, meinte der Experte in einer Studie vom Montag. Auf der Positivseite führte er das Kostensenkungspotenzial des Autobauers an, das höher sei als bei jedem Konkurrenten.

Rokossa hob sein Kursziel wegen eines neuen Bewertungszeitraums bis ins Jahr 2017 zwar von 135 auf 150 Euro an, blieb aber wegen der weiter bestehenden Unwägbarkeiten bei seinem Votum "Hold". Im besten Falle könnte die Aktie bis auf 185 Euro steigen, im schlechtesten Falle aber auf 119 Euro sinken, erklärte der Deutsche-Bank-Experte.

Nach Einschätzung von Rokossa werden die Risiken von "Dieselgate" vor allem außerhalb von Deutschland unterschätzt. Der Experte glaubt nicht, dass sich die Kunden in Europa mit dem nur langsam angelaufenen Rückruf der betroffenen Fahrzeuge zufrieden geben. Er geht daher von weiteren Kosten von 4 Milliarden Euro aus, die zu den bereits bekannten Belastungen in Höhe von 18 Milliarden Euro hinzugerechnet werden müssten.

Auch wenn die VW-Vorzüge inzwischen wieder ihr Niveau von September zurückerobert hätten, seien diese zusätzlichen Mittelabflüsse wohl kaum eingepreist, schätzte der Analyst. Und sollten diese Gelder schnell ausgegeben werden müssen, könnte VW damit sogar zeitweise unter sein angestrebtes Liquiditäts-Polster von 20 Milliarden Euro fallen.

Erschwerend komme hinzu, dass es bei den Wolfsburgern im operativen Geschäft eher durchwachsen aussehe: Während sich die Premium-Marken gut schlügen, sei die Entwicklung insbesondere der Kernmarke VW sehr schwach. Die Marktanteilsverluste in Europa hätten sich beschleunigt. Zudem bereiten der kräftige operative Einbruch in China und die stark rückläufigen liquiden Mittel im ersten Quartal dem Experten Kopfzerbrechen. Es gebe wenig Hoffnung, dass Volkswagen der Entwicklung mit steigenden Preisen entgegentreten könne.

Eine Chance auf steigende Gewinne komme zwar von der Kostenseite, doch dies brauche Zeit. Rokossa befürchtet, dass der Autobauer mit seinen Sparmaßnahmen nicht schnell genug sein könnte, um die steigenden Ausgaben für Elektromobilität, autonomes Fahren und Regulierungsvorgaben ausgleichen zu können. Unter dem Strich könnte dies bedeuten, dass die Einsparungen kleiner ausfallen könnten als gedacht oder die positiven Einspareffekte länger auf sich warten lassen könnten als erhofft.

Mit der Einstufung "Hold" empfiehlt die Deutsche Bank auf Basis der erwarteten Gesamtrendite für die kommenden zwölf Monate, die Aktie weder zu kaufen noch zu verkaufen./tav/das

Analysierendes Institut Deutsche Bank.

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Quelle: dpa


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