Wall Street Schluss: US-Börsen schließen uneinheitlich, Cisco-Aktie belastet Techsektor
New York (www.aktiencheck.de) - Nach gemischten Konjunkturdaten sind die US-Leitindizes am Donnerstag uneinheitlich in den Feierabend gegangen. Ihre zwischenzeitlich deutlicheren Gewinne konnten die Indizes nicht ganz verteidigen. Im Technologiesektor belastete ein deutlicher Kursrückgang bei Cisco. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) gewann schließlich 0,16 Prozent auf 12.855,04 Punkte. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) ging mit einem marginalen Minus von 0,04 Prozent bei 2.934 Zählern aus dem Handel, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) einen Aufschlag von 0,25 Prozent auf 1.357,99 Punkte verzeichnete.
Wie das US-Arbeitsministerium heute mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 5. Mai 2012 verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 1.000 auf 367.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 365.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 365.000 auf 368.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt schrumpfte um 5.250 auf 379.000 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung.
Daneben hat sich das US-Handelsbilanzdefizit nach Angaben des US-Handelsministeriums im März 2012 vergrößert. So erhöhte sich das Handelsbilanzdefizit um 14,1 Prozent auf 51,8 Mrd. US-Dollar, während Volkswirte 50,2 Mrd. US-Dollar prognostiziert hatten. Im Februar wurde ein Passivsaldo von revidiert 45,4 (vorläufig: 46,0) Mrd. US-Dollar verbucht. Schließlich haben sich die US-Importpreise im April 2012 reduziert. Die Einfuhrpreise verzeichneten demnach einen Rückgang um 0,5 Prozent, gegenüber einer Preissteigerung um 1,5 Prozent im März. Dagegen stiegen die Ausfuhrpreise um 0,4 Prozent, nach einem Anstieg von 0,8 Prozent im Vormonat.
Am Abend wurde bekannt, dass die Vereinigten Staaten im April 2012 erstmals seit September 2008 einen Haushaltsüberschuss erzielt haben. Wie das US-Finanzministerium mitteilte, belief sich der Überschuss im April auf 59,1 Mrd. US-Dollar. Volkswirte hatten im Vorfeld lediglich ein Plus von 30 Mrd. US-Dollar erwartet. Dabei standen Einnahmen von 318,8 Mrd. US-Dollar Ausgaben in Höhe von 259,7 Mrd. US-Dollar gegenüber. Das kumulative Haushaltsdefizit beläuft sich im laufenden Jahr derzeit auf 719,86 Mrd. US-Dollar, nach einem Defizit von 869,81 Mrd. US-Dollar. Insgesamt betragen die Einnahmen in 2012 auf 1,383 Bio. US-Dollar, die Ausgaben belaufen sich auf 2,103 Bio. US-Dollar.
Bereits gestern nach Börsenschluss legte der Technologiekonzern Cisco Systems (ISIN US17275R1023/ WKN 878841) die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2011/12 vor. Das bereinigte EPS konnte dabei um 14 Prozent gesteigert werden und so die Erwartungen schlagen. Der Umsatzanstieg um 7 Prozent auf einen neuen Rekordstand lag ebenfalls über den Erwartungen. Dagegen enttäuschte der Ausblick auf das laufende Quartal. Titel von Cisco rutschten um 10,6 Prozent ab.
Die News Corp. (ISIN US65248E1047/ WKN A0DLJU) hat nachbörslich ebenfalls die Zahlen zum dritten Fiskalquartal 2011/12 veröffentlicht. Während der Umsatz leicht anstieg, verbesserte sich der Gewinn überproportional, wobei die Erwartungen auf bereinigter Basis übertroffen wurden. Besonders der Aktienrückkauf bei der Tochter BSkyB und gestiegene Gewinne im Kabelgeschäft führten zu dieser Entwicklung. Die Aktie des Medienkonzerns gewann 4,9 Prozent hinzu.
Die Aktie von Monster Beverage Corp. (ISIN US6117401017/ WKN A1JSKK) machte einen Sprung um 9,1 Prozent nach oben und war damit der größte Gewinner im Nasdaq 100. Der amerikanische Energy-Drink-Anbieter hat im ersten Quartal dank gestiegener Umsätze und verbesserter Margen einen kräftigen Gewinnsprung verbuchte und die Analysten der Erwartungen übertroffen. Demnach lag der Umsatz im zweiten Quartal mit 454,6 Mio. US-Dollar um 28 Prozent über dem Vorjahreswert von 356,4 Mio. US-Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich um 38 Prozent auf 76,1 Mio. US-Dollar bzw. 41 Cents je Aktie, nach einem Nettogewinn von 55 Mio. US-Dollar bzw. 29 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zuvor nur ein EPS von 38 Cents bei Umsatzerlösen von 447,1 Mio. US-Dollar erwartet.
Heute standen u.a. Kohl?s (ISIN US5002551043/ WKN 884195) im Fokus. Der Einzelhändler gab bekannt, dass sich sein Gewinn im ersten Quartal trotz einer strikten Kostenkontrolle reduziert hat, was mit geringeren Margen als Folge von Preissenkungen zusammenhängt. Die Erwartungen wurden trotzdem geschlagen. Zudem wurde die Jahresplanung bekräftigt. Indes wurde ein schwacher Ausblick auf das laufende Quartal gegeben. Die Anteilsscheine büßten 4,4 Prozent ein.
Die Aktie von Avon Products (ISIN US0543031027/ WKN 853836) verlor 3,4 Prozent. Der US-Parfümhersteller Coty hat sein Übernahmeangebot für den amerikanischen Kosmetikkonzern angehoben. Wie Avon mitteilte, habe man von Coty ein Schreiben erhalten, in dem das Angebot von bisher 23,25 US-Dollar auf nunmehr 24,75 US-Dollar je Avon-Aktie erhöht wurde. Coty bezeichnete die Anhebung als letzten Versuch, um die Gespräche voranzutreiben. Avon kündigte an, über das verbesserte Angebot zu beraten. Die erste Offerte hatte der Konzern abgelehnt, weil sie dem Unternehmen zufolge nicht den fundamentalen Wert von Avon widerspiegelte und daher nicht im besten Interesse der Aktionäre gewesen sei.
Wie aus dem Schreiben weiter hervorgeht, zählt zu den Partnern von Coty bei der Finanzierung der Übernahme nun auch Berkshire Hathaway Inc. (ISIN US0846702076/ WKN 900567), die Beteiligungsgesellschaft der amerikanischen Investmentlegende Warren Buffett.
Papiere von FedEx (ISIN US31428X1063/ WKN 912029) schlossen 0,6 Prozent schwächer. Der Logistikkonzern hat seine Marktposition im internationalen Geschäft durch eine Akquisition verstärkt. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des französischen Express-Transportdienstleisters TATEX geschlossen. Das im Jahr 1976 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter und generiert einen Jahresumsatz von ca. 150 Mio. Euro. Jährlich liefert TATEX rund 19 Millionen Sendungen aus.
Wichtige Nachrichten kamen heute auch aus Kanada. Demnach meldete der Automobilzulieferer Magna (ISIN CA5592224011/ WKN 868610), dass er im ersten Quartal angesichts eines starken Umsatzwachstums einen höheren Gewinn erzielt hat, was auf eine starke Nachfrage in Nordamerika zurückzuführen ist. Darüber hinaus erklärte Bombardier (ISIN CA0977512007/ WKN 866671), ein Anbieter von Verkehrslösungen, Regionalflugzeugen, Businessjets und Schienenverkehrstechnik, dass er im ersten Quartal angesichts von weniger Flugzeugauslieferungen und einer schwachen Nachfrage nach Zügen einen geringeren Gewinn erzielt hat. Die Erwartungen wurden damit erfüllt, wohingegen der Umsatz unterhalb der Marktschätzungen lag. Während Magna in New York 1,9 Prozent zulegten, verteuerten sich Bombardier in Toronto um 6,8 Prozent. (10.05.2012/ac/n/m)