Wall Street Schluss: US-Indizes schließen mehrheitlich schwächer, gute Arbeitsmarktdaten verpuffen
New York (www.aktiencheck.de) - Nachdem die US-Leitindizes aufgrund des Feiertages "Independence Day" am gestrigen Mittwoch geschlossen blieben, präsentierten sie sich heute trotz guter Arbeitsmarktdaten und angesichts der jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) mehrheitlich schwächer. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor 0,36 Prozent auf 12.896,67 Punkte. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) ging nahezu unverändert bei 2.976,12 Zählern aus dem Handel, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) um 0,47 Prozent auf 1.367,58 Punkte nachgab.
Die US-Beschäftigung hat sich nach Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP) im Juni 2012 erneut deutlich erhöht, dabei fiel der Zuwachs stärker aus als erwartet. Wie ADP mitteilte, stieg die Beschäftigtenzahl im Privatsektor gegenüber dem Vormonat um 176.000, während Volkswirte nur ein Plus von 105.000 prognostiziert hatte. Hierbei wuchs die Zahl um 160.000 im Dienstleistungsbereich und um 16.000 im Produzierenden Gewerbe. Für Mai war insgesamt ein revidierter Anstieg um 136.000 (vorläufig: 133.000) ermittelt worden.
Daneben hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 30. Juni 2012 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums überraschend deutlich verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegenüber der Vorwoche um 14.000 auf 374.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 385.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 386.000 auf 388.000 nach oben korrigiert.
Unter den Erwartungen lag dagegen der ISM-Service-Index. Wie das Institute for Supply Management (ISM), eine private Organisation der Industrie, mitteilte, haben sich die Geschäftsaktivitäten des Dienstleistungssektors im Juni 2012 im Vergleich zum Vormonat schwächer entwickelt. So schrumpfte der ISM-Service-Index auf 52,1 Zähler, nach 53,7 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 53,0 Punkte prognostiziert.
Der US-Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) hat im zweiten Quartal 2012 mehr Flugzeuge ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, wurden im Berichtszeitraum insgesamt 150 Maschinen an die Kunden übergeben. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte Boeing lediglich 118 Flugzeuge ausgeliefert. Hintergrund für den deutlichen Anstieg ist die starke Nachfrage nach dem Kurz- und Mittelstreckenflieger 737. Positiv wirkte sich daneben auch aus, dass die Produktion des modernisierten Jumbo-Jets 747-8 sowie des Langstreckenfliegers 787 "Dreamliner" inzwischen angelaufen ist. Bei beiden Modellen hatten technische Probleme zu jahrelangen Verzögerungen geführt. Die Boeing-Aktie ging mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent aus dem Handel.
Die Aktie von Netflix Inc. (ISIN US64110L1061/ WKN 552484) sprang um 13,4 Prozent nach oben und war damit der größte Gewinner im Nasdaq 100. Der US-Online-Video-Verleiher hat im Juni einen neuen Zuschauerrekord im Streaming-Geschäft verzeichnet. Im abgelaufenen Monat haben die Nutzer der Streaming-Dienste von Netflix mehr als 1 Milliarde Videostunden konsumiert. Damit wurde erstmals die Milliarden-Stunden-Marke überschritten. Demnach konsumierte jeder Streaming-Abonnent des US-Konzerns im Schnitt 38 Stunden an Filmen und TV-Serien.
Im Fokus standen daneben die jüngsten Umsatzzahlen aus dem Einzelhandelssektor. So konnte Target (ISIN US87612E1064/ WKN 856243), der zweitgrößte Discount-Händler in den USA, im Juni 2012 einen Zuwachs bei den vergleichbaren Umsätzen ausweisen. Unternehmensangaben zufolge sind die vergleichbaren Umsätze demnach um 2,1 Prozent gestiegen. Analysten waren im Vorfeld von einer Zunahme bei den so genannten Same-Store Sales um 2,4 Prozent ausgegangen. Anteilsscheine von Target gaben 1,1 Prozent ab.
Die Kaufhauskette Macy`s (ISIN US55616P1049/ WKN A0MS7Y), die auch die Bloomingdale`s-Geschäfte betreibt, teilte mit, dass ihre vergleichbaren Umsätze im Juni gestiegen sind. Unternehmensangaben zufolge erhöhten sich die so genannten Same-Store Sales um 1,2 Prozent. Analysten waren im Vorfeld von einer Zunahme bei den so genannten Same-Store Sales um 1,9 Prozent ausgegangen. Zudem wurde die Jahresergebnisprognose bestätigt. Titel von Macy`s gewannen 2,7 Prozent hinzu.
Indes musste die Drugstore-Kette Walgreen (ISIN US9314221097/ WKN 855826) für Juni 2012 einen Rückgang bei den Same-Store Sales ausweisen. So verringerten sich die vergleichbaren Umsätze demnach um 10,0 Prozent, während Analysten ein Minus von 8,2 Prozent prognostiziert hatten. Weiteren Angaben zufolge übernimmt Walgreen 144 Geschäfte von der Stephen I. LaFrance Holdings und Mitgliedern der LaFrance Familie. Auch Rite Aid (ISIN US7677541044/ WKN 857022), ebenfalls eine der größten Drugstore-Ketten in den USA, musste bei den vergleichbaren Umsätzen im Juni 2012 einen Rückgang um 1,0 Prozent verbuchen. Während Walgreen um 0,9 Prozent zulegen konnten, verloren Rite Aid 3,1 Prozent.
Papiere von Gap (ISIN US3647601083/ WKN 863533) schlossen 1,1 Prozent fester. Die Bekleidungskette konnte im Juni 2012 eine Stabilisierung der vergleichbaren Umsätze ausweisen. Demnach sind die so genannten Same-Store Sales unverändert geblieben, während Analysten im Vorfeld von einem geringfügigen Zuwachs um 0,1 Prozent ausgegangen waren.
Schließlich präsentierte die Bekleidungskette TJX (ISIN US8725401090/ WKN 854854) die Umsatzzahlen für den Monat Juni. Bei den vergleichbaren Filialumsätzen bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, wurde ein Umsatzplus von 7 Prozent ausgewiesen. CEO Carol Meyrowitz zeigte sich über die unerwartet starke Umsatzentwicklung positiv überrascht und hob im Anschluss die Prognose für das zweite Quartal und das laufende Fiskaljahr an. TJX rückten um 3,8 Prozent vor. (05.07.2012/ac/n/m)