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14:50 02.06.16

iShares-Chef: Viele ETF-Anbieter sind nicht rentabel - ETF-News

Wien (www.fondscheck.de) - Mit seinen Aussagen im Interview mit dem "Handelsblatt" dürfte Mark Wiedman, Chef der BlackRock-Tochter iShares, nicht unbedingt für Jubelstürme bei der Konkurrenz am Markt für börsennotierte Indexfonds gesorgt haben, so die Experten von "FONDS professionell".

Geschichte wiederhole sich nicht? Das sehe Mark Wiedmann anders: Das Aufkommen von Billig-Airlines wie Ryanair, Easyjet und Sky Europe habe Flugreisen in Europa für Verbraucher um ein Vielfaches günstiger gemacht, etablierte Luftfahrtkonzerne aber gehörig ins Trudeln gebracht. Ein ähnliches Schicksal könnte auch Anbietern von börsennotierten Indexfonds blühen, meine der Chef der BlackRock-ETF-Tochter iShares.

"Die Gebühren und damit die Einnahmen für die Anbieter fallen immer weiter. Sehr preiswerte Produkte auf populäre Indices wie etwa den S&P 500 verlangen jetzt 0,07 Prozent Jahresgebühr. Bei solchen geringen Sätzen braucht es sehr viel zusätzliches Kapital, damit man als Gesellschaft noch rentabel ist. In Europa gibt es jetzt über 40 Anbieter. Die meisten können nicht rentabel sein", habe er im Gespräch mit dem "Handelsblatt" gesagt.

In diesem Zusammenhang sei seiner Ansicht nach auch die vergleichsweise hohe Zahl an Produkten in Europa ein Problem. So gebe es in den USA bei einem viermal so hohen Marktvolumen in Summe weniger ETFs. "Europa hat also viele kleine und damit unrentable Fonds", schlussfolgere Wiedman gegenüber der Wirtschaftszeitung. "Die Anbieter in Europa subventionieren die Produkte oftmals, die für ihr geringes Kapital eigentlich zu preiswert sind."

Der erst vor kurzem erfolgte Markteinstieg neuer Anbieter wie Goldman Sachs, JP Morgan und Franklin Templeton sei für ihn trotz allem nicht überraschend gekommen. ETFs würden weiterhin rasant nachgefragt. Allein die Abkehr von der Provisionsberatung brächte in den kommenden Jahren mindestens 500 Milliarden Euro an frischem Anlegergeld ein. Wiedman nenne ein Beispiel aus der Schweiz: "Eine große Adresse schwenkte auf Honorargebühr um, dadurch stieg der Anteil der ETFs und Indexfonds in den Depots des Hauses von vorher fünf Prozent auf bis zu 40 Prozent."

Halte die Prognose, würde sich das in Europa verwaltete ETF-Vermögen also auf rund eine Billion Euro verdoppeln. Zum Vergleich: Das gesamte europäische Fondsvermögen liege aktuell bei rund neun Billionen Euro - und somit der weitaus größte Anteil in aktiv verwalteten Fonds. Ein "signifikanter Teil" des Wachstums könnte laut Wiedman von Renten-ETFs kommen. "Der Bereich ist noch klein, wächst aber sehr schnell", habe er sich gegenüber dem "Handelsblatt" geäußert. (News vom 01.06.2016) (02.06.2016/fc/n/e)



Quelle: ac


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