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10:18 01.08.12

ROUNDUP: Fresenius nach Gewinnsprung in Rekordlaune - Weiter Interesse an Rhön

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Beim breit aufgestellten Medizin- und Krankenhauskonzern Fresenius ist von Krise keine Spur. Lieferengpässe bei Wettbewerbern sowie die Nachfrage nach Nachahmermedikamenten und die Zuwächse bei wichtigen Tochtergesellschaften haben dem Dax-Konzern im ersten Halbjahr zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen. Konzernchef Ulf Schneider sprach von einem weiterhin dynamischen Wachstumstrend und bekräftigte die bereits zweimal erhöhte Jahresprognose. Fresenius demonstrierte mit seinen am Mittwoch veröffentlichten Halbjahreszahlen im vorerst gescheiterten Übernahmekampf um Rhön-Klinikum erneut Stärke und betonte sein Interesse an einem zweiten Anlauf.

Fresenius-Aktien pendelten in den ersten Handelsminuten um den Vortagesschluss. Die Landesbank Baden-Württemberg sieht nach dem jüngsten Kursanstieg von rund einem Fünftel noch Luft nach oben und bekräftigte ihr Kursziel von 100 Euro. Für den Nachmittag erhoffen sich die Branchenexperten weitere Aussagen zu Rhön-Klinikum.

In den ersten sechs Monaten steigerte der Konzern aus dem hessischen Bad Homburg das um Sondereinflüsse bereinigte Konzernergebnis um ein Fünftel auf 434 Millionen Euro. "Im ersten Halbjahr haben wir bei Umsatz und Ergebnis erneut Bestwerte erreicht", sagte Schneider. Fresenius sei auf gutem Weg, im Gesamtjahr neue Rekordmarken bei Umsatz und Gewinn aufzustellen. 2012 soll das Konzernergebnis währungsbereinigt um 14 bis 16 Prozent steigen (VJ: 770 Mio. Euro). Beim Umsatz rechnet der Arbeitgeber von rund 161.700 Mitarbeitern unter Ausklammerung von Währungseffekten mit einem Plus von 12 bis 14 Prozent (VJ: 16 Mrd. Euro).

WEITER INTERESSE AN RHÖN-KLINIKUM

Schneider betonte erneut sein Interesse an Rhön-Klinikum und dem Zusammenschluss mit der eigenen Krankenhaustochter Helios: "Fresenius ist weiterhin von den Vorteilen eines Zusammenschlusses von Rhön-Klinikum und Helios überzeugt und prüft Handlungsmöglichkeiten." Die Hessen waren Ende Juni mit der Übernahmeofferte für den Wettbewerber gescheitert. Dem Konzern waren in dem Milliardendeal mit rund 84 Prozent der Rhön-Anteile zu wenig für eine erfolgreiche Übernahme angedient worden. Der Eigner des Konkurrenten Asklepios, Bernard Broermann, verhinderte das Geschäft, indem er rund 5 Prozent der Rhön-Anteile erwarb. Schneider hielt sich nicht lange mit der Niederlage auf und sorgte vor wenigen Tagen mit der Übernahme des US-amerikanischen Transfusionsspezialisten Fenwal, der die zweitgrößte Sparte Kabi verstärken soll, für eine weitere Überraschung.

Die gestiegene Nachfrage nach Produkten der Infusions- und Generikatochter Kabi sowie ein Wachstum der Krankenhaustochter Helios sorgten beim Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres für einen Anstieg von 17 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Prozentual zweistellig konnten die Hessen ihr organisches Umsatzwachstum in den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika steigern. Zukäufe trugen sieben Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich auf 1,4 Milliarden Euro - ein Plus von 19 Prozent. Damit traf Fresenius die Erwartungen des Marktes.

Die nach Fresenius Medical Care (FMC) zweitgrößte Tochter Kabi legte beim Umsatz satte 13 Prozent zu und verbuchte beim operativen Ergebnis (EBIT) ebenfalls einen prozentual zweistelligen Zuwachs. Kabi hat beim Narkosemittel Propofol seit einiger Zeit ein Monopol. Der Konkurrent Hospira hatte zuletzt Lieferprobleme.

DIALYSETOCHTER FMC BEKRÄFTIGT NACH GEWINNPLUS ZIELE

Die ebenfalls im Dax gelistete Dialysetochter Fresenius Medical Care kam mit der Umstellung des Vergütungssystems in den USA - dem weltweit größten Pharmamarkt - im Berichtszeitraum offenbar gut zurecht. Im zweiten Quartal wies das in Dollar bilanzierende Unternehmen einen Umsatz- und Gewinnanstieg aus. Der Erlös verbesserte sich dank gestiegener Patientenzahlen und einer höheren Vergütung pro Dialysepatient in den USA um neun Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar.

Beim Überschuss verbuchte der weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit chronischem Nierenversagen einen Anstieg von elf Prozent auf 289 Millionen Dollar. Operativ stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 589 Millionen Dollar - ein Plus von 16 Prozent. Der Ausblick wurde bestätigt: 2012 soll der Erlös auf rund 14 Milliarden Dollar und der Überschuss auf rund 1,14 Milliarden Dollar steigen. An der Börse gaben FMC-Aktien nach anfänglichen Gewinnen zuletzt 0,64 Prozent auf 58,67 Euro nach./ep/mne/kja



Quelle: dpa

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