ROUNDUP: Krones setzt auf das zweite Halbjahr - Dämpfer im zweiten Quartal
NEUTRAUBLING (dpa-AFX) - Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones hält trotz eines Dämpfers im zweiten Quartal an seiner Wachstumsprognose für 2012 fest und setzt dabei auf eine bessere zweite Jahreshälfte. Sowohl Umsatz als auch Gewinn schrumpften zwischen April und Juni, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Während Analysten einen Gewinnrückgang erwartet hatten, kam das Minus bei den Erlösen überraschend. Anteil daran hatte ein eher schwaches Deutschlandgeschäft. Da sich das Wachstum außerhalb des Heimatmarktes und Europa aber beschleunigte und Krones für sich in Schwellen- und Entwicklungsländern weiterhin Wachstumsperspektiven sieht, bleibt der Ausblick bestehen.
Demnach soll der Umsatz im Jahr 2012 etwa um vier Prozent steigen. Die Umsatzrendite vor Steuern soll bei etwas mehr als fünf Prozent herauskommen. Die Aussichten für die Weltwirtschaft hätten sich verschlechtert, vor allem in Europa bremse die Schuldenkrise die Konjunktur, hieß es. Dabei läuft es für Krones im Osten Europas noch besser als im Westen. Krones macht indes mittlerweile knapp 62 Prozent seines Umsatzes außerhalb Europas. Die Konzernerlöse sanken im zweiten Quartal um 1,5 Prozent auf 641,1 Millionen Euro. Krones habe den Ausblick zwar bekräftigt, hieß es von der DZ Bank, der Unterton sei wegen der gestiegenen Unsicherheit aber verhaltener geworden. Die im MDax gelistete Aktie notierte am Morgen mit 0,25 Prozent im Plus.
Der Auftragseingang schrumpfte im Vergleich mit dem starken Vorjahresquartal um knapp 4 Prozent auf 668 Millionen Euro. Das Bestellbuch insgesamt wuchs trotzdem an, so dass Ende Juni Aufträge für 980,4 Millionen Euro zu Buche standen. Das sei eine gute Basis, um das angepeilte Wachstum mit einer ausgewogenen Auslastung zu erreichen, hieß es vom Vorstand. Der Vorsteuergewinn schrumpfte im zweiten Quartal von 34,0 auf 31,5 Millionen Euro. Dahinter stecken neben höheren Personalkosten für den Aufbau von Mitarbeitern unter anderem noch unrentable Aufträge, die Krones im vergangenen Jahr angenommen hatte. Für seinen Markt rechnet Krones auch im laufenden zweiten Halbjahr mit Preisdruck. Deshalb will Krones an den Kostenstrukturen schrauben und das profitable Servicegeschäft ausbauen.
Auf das Halbjahr gerechnet war der Umsatz noch um 2,6 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro gestiegen. Der für Maschinenbauer wichtige Auftragseingang stagnierte praktisch im Vergleich zum Vorjahr und lag bei 1,33 Milliarden Euro. Vor Steuern (EBT) sank der Gewinn um 7,5 Prozent auf 64,0 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 44,2 Millionen Euro und damit gut zehn Prozent weniger als noch vor einem Jahr.
Offen ist weiterhin der Ausgang eines seit längerem laufenden Rechtsstreits in den USA, der nach der Pleite der US-Getränkefirma Le-Nature's entstanden ist. Seit Januar prüft Krones einen möglichen Vergleich mit den Klägern, die Rückstellungen für mögliche Kosten daraus hatten die Bilanz 2011 belastet. Schlimmstenfalls rechnet Krones mit Kosten im niedrigen oder mittleren zweistelligen Millionenbereich./stb/men/stk