ROUNDUP: Trotz verschobener Eröffnung gehen BER-Rollbahnen in Betrieb
BERLIN/SCHÖNEFELD (dpa-AFX) - Trotz der verschobenen Eröffnung des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) sind bereits neue Rollbahnen in Betrieb. Genutzt werden sie für den bestehenden Flughafen in Schönefeld, wie am Freitag ein Sprecher des Brandenburger Verkehrsministeriums in Potsdam sagte. Die Rollwege böten jetzt eine "größere Flexibilität" für den Geschäfts- und Werksverkehr, ergänzte ein Flughafensprecher. So könnten zum Beispiel gewartete Maschinen über die Wege geführt werden.
Weil der BER nicht wie geplant am 3. Juni eröffnet wurde, müssen die Berliner Airports in Tegel und Schönefeld den Sommerreiseverkehr auffangen. Nach dem Ansturm am ersten Ferienwochenende sei die Zahl der Flugbewegungen mittlerweile heruntergegangen. Mit Blick auf den Ferienbeginn hatte der Flughafensprecher gesagt, dass die Abfertigung der Passagiere in Tegel "den Umständen entsprechend gut geklappt" habe. Der Flughafen sei nun einmal "auf Kante genäht". Kritik kam von Air Berlin . Die Gesellschaft überarbeitet derzeit ihre Flugpläne.
Laut Verkehrsministerium wurden die Rollbahnen abgenommen und sind seit Donnerstag in Betrieb. Bis zum neuen Eröffnungstermin am 17. März 2013 würden weitere Teile des neuen Flughafens hinzukommen. Im August soll feststehen, ob das Datum tatsächlich zu halten ist.
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg teilte am Freitag mit, dass einen Monat nach Beginn der Unterschriftensammlung für ein umfassendes Nachtflugverbot am BER 2698 gültige Unterschriften in den zuständigen Ämtern zusammengekommen seien. Bis zum 28. September sind allerdings rund 173 000 gültige Unterschriften für ein erfolgreiches Volksbegehren nötig. In dem Fall gibt es einen Volksentscheid. Laut Amt wurden bisher noch keine Unterschriften aus der Straßensammlung eingereicht.
Ein ähnliches Volksbegehren war im Juni auch in Brandenburg gestartet. Dort dauert die Unterschriftensammlung im Gegensatz zu Berlin nicht vier, sondern sechs Monate. Noch lägen keine Zahlen vor, sagte die Sprecherin des Landeswahlleiters in Potsdam auf Anfrage. Eine erste Zwischenbilanz sei zur Halbzeit Anfang September geplant./lt/DP/he