ROUNDUP: Ungeahnter Zeitgewinn am Hauptstadtflughafen
SCHÖNEFELD (dpa-AFX) - Für einen Teil des künftigen Hauptstadtflughafens hat sich der Zeitplan am Donnerstag deutlich entspannt. Zwei zusätzliche Pavillons neben dem Terminal werden zum geplanten Betriebsbeginn im März 2013 zunächst nicht unbedingt gebraucht. Denn die EU-Kommission will Wasserflaschen im Handgepäck doch noch nicht im April 2013 wiederzulassen. In den Pavillons sollten spezielle Sicherheitsschleusen stehen, die dann gefährliche Flüssigkeiten in Taschen und Rücksäcken erkannt hätten.
Flughafensprecher Leif Erichsen sagte, die Zusatzbauten sollten dennoch zur Inbetriebnahme fertig sein. "Das bringt uns Platzreserven, um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein." Die Bundespolizei in Berlin konnte am Donnerstag die Folgen der Brüsseler Entscheidung noch nicht abschätzen.
Demnach dürfen Fluggäste auf unbestimmte Zeit weiterhin keine Wasserflaschen, Shampoo oder Deo mit an Bord nehmen. Flüssigkeiten müssen wie bisher in Behälter mit maximal 100 Millilitern und durchsichtigen Plastikbeuteln verpackt sein. Diese Regel war vor sechs Jahren eingeführt worden, um Anschlägen vorzubeugen.
Europas Flughäfen hatten gewarnt, noch nicht mit den nötigen Scannern ausgerüstet zu sein. Nun könnte das Flaschenverbot in zwei bis drei Jahren gelockert werden.
Unter anderem wegen der geplanten Freigabe war die Eröffnung des Flughafens das erste Mal 2010 um neun Monate verschoben worden. Für die Pavillons wurden 40 Millionen Euro zusätzlich veranschlagt, für Umbauten am Terminal 10 Millionen Euro. Probleme beim Brandschutz brachten schließlich in diesem Jahr die zweite Verschiebung./bf/DP/stw