Repsol will Aktionäre weniger an Gewinn beteiligen - Ölförderung wächst
MADRID (dpa-AFX) - Der spanische Ölkonzern Repsol will seine Aktionäre künftig weniger an seinem Gewinn beteiligen. Für das laufende Geschäftsjahr sollen 40 bis 55 Prozent des Gewinns an die Anteilseigner gehen, teilte Repsol am Dienstag in Madrid mit. Für das vergangene Jahr hatte das Unternehmen noch 64 Prozent des Gewinns ausgeschüttet. Zugleich will das Unternehmen in den Regionen außerhalb Argentiniens mehr Öl und Gas fördern als bislang geplant.
In den Jahren 2012 bis 2016 soll die Fördermenge an Öl und Gas außerhalb Argentiniens jährlich um sieben Prozent steigen. 2016 soll sie dann 500.000 Barrel Öläquivalente betragen. Und bis dahin plant Repsol Investitionen in Höhe von 19,1 Milliarden Euro, die aus eigenen Barmittel gezahlt werden sollen. Investieren wollen die Spanier vor allem in Brasilien, USA, Russland, Spanien, Peru, Bolivien, Venezuela und Algerien. Die Ölreserven sollen dabei die geförderten Mengen um ein Fünftel übersteigen. Mit seinem Geschäftswachstum steuert der Ölkonzern dem Gewinnausfall aus der Verstaatlichung seiner argentinischen Tochter YPF gegen.
Die argentinische Regierung hatte im April einen Anteil von 51 Prozent an YPF verstaatlicht. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner begründete die Enteignung damit, dass Repsol in Argentinien nicht ausreichend in die Ölproduktion und -Erforschung investiere. Repsol hatte das Vorgehen verurteilt und eine Entschädigung gefordert. Auch international hatte es Proteste gegeben. Erst vor wenigen Tagen verklagte die EU Argentinien vor der Welthandelsorganisation WTO.
Repsol hält nach der Enteignung 7 Prozent der YPF-Anteile. 26 Prozent befinden sich in Händen der argentinischen Unternehmerfamilie Eskenazi, der Rest wird an den Börsen in Buenos Aires und New York gehandelt./mne/stw/wiz