Dax 11030.0 0.39%
MDax 21268.0 0.12%
TecDax 1732.5 0.14%
BCDI 129.94 0.00%
Dow Jones 19549.62 1.55%
Nasdaq 4849.82 1.32%
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Kaufman`s Adaptive Moving Average Erklärung – Technische Analyse

Aussage:
Die Ideen zu seinem „Adaptive Moving Average“ sind bei Perry J. Kaufman schon in den 70er Jahren entstanden. Kaufman geht davon aus, dass es in seitwärts verlaufenden Marktphasen ratsam ist, die Länge der betrachteten Trends, also die Periodenzahl eines die Trendrichtung anzeigenden Gleitenden Durchschnitts, zu vergrößern, um die Zahl der angezeigten Trendwechsel in solchen Phasen zu verringern. Ergebnis seiner Überlegungen ist ein Trendinstrument, das sich selbständig an die vorherrschende Marktsituation anpasst. Als Basis folgt er dem Schema des Variablen Gleitenden Durchschnitts (vgl. „Moving Averages“), wobei er als variierende Größe eine „Noise“ definiert, ein Maß für die ungerichtete Beweglichkeit der Kurse bzw. deren Kehrwert, dem sog. Effizienzfaktor. Gehen im Extremfall alle Kursbewegungen in dieselbe Richtung (hoher Effizienzfaktor), so kann die Trendindikation beliebig beschleunigt werden, ohne falsche Richtungswechsel anzuzeigen.

Berechnung:
Die Berechung erfolgt analog zum Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt, wobei das Gewicht in jeder Periode neu bestimmt wird. Zunächst werden für die Gewichts-Koeffizienten eine obere und untere Grenze festgelegt. Der zwischen 0 und 1 liegende Effizienzfaktor legt den resultieren Koeffizienten innerhalb dieses Intervalls fest, d.h. je gerichteter die Bewegung ist, desto mehr Gewicht wird auf die aktuellen Kurse gelegt, desto kurzfristiger ist also der Trend. Der Effizienzfaktor ist dabei der Quotient aus Bewegungseffekt (N-Perioden-Momentum) und zurückgelegter Wegstrecke (Summe der 1-Perioden-Bewegungen). Das so erhaltene Basisgewicht wird abschließend quadriert, um zu erreichen, dass die Trendlängen sehr schnell ansteigen können. Bei der Standardeinstellung für den langsamsten Trend von 30 Perioden entspricht das eigentliche Trendmaximum 30*30 = 900 Perioden, also einem Wert, mit dem „KAMA“ fast nicht mehr auf Kursänderungen reagiert. Der Ansatz der exponentiellen Glättung wurde gewählt, weil diese eine feinere Unterscheidung der Effizienzwerte erlaubt als ein ganzzahliger Periodenwert

Formel:
slow = 2 / (slowperioden + 1) fast = 2 / (fastperioden + 1) EFt = |Ct – Ct-n| / (|Ct – Ct-1| + (|Ct-1 – Ct-2| + … + |Ct-n+1 – Ct-n|) wt = (EFt * (fast – slow) + slow)² KAMAt= (1 – wt) * KAMAt-1 + wt * C wobei w = adaptierter Glättungsfaktor EF = Effizienzfaktor fastperioden = schnellster Trend in Perioden slowperioden = langsamster Trend in Perioden n = Periodenzahl für die Betrachtung der Bewegungseffizienz

Einstellung:
n = 10 fastperioden = 2 slowperioden = 30

Interpretation:
„KAMA“ kann wie jeder exponentielle GD zur Anzeige von Trendphasen genutzt werden. Ein steigender „KAMA“ signalisiert einen Aufwärtstrend, ein fallender „KAMA“ einen Abwärtstrend, Richtungswechsel machen eine Trendumkehr aus. (Wie jeder exponentielle GD steigt „KAMA“ genau dann, wenn die Kurse oberhalb von ihm liegen und fällt genau dann, wenn die Kurse unterhalb von ihm liegen. Seine Richtung und damit der Trend ändert sich also an den Punkten, in denen er von dem Kursverlauf gekreuzt wird. Eine Betrachtung der Schnittpunkte mit den Kursen ist also gleichwertig mit einer Betrachtung der Steigung und der Umkehrpunkte.) Seitwärtsphasen zeigt „KAMA“ durch einen nahezu horizontalen Verlauf an. Auch bei einem extremen Glättungswert von 900 Perioden wird sich „KAMA“ jedoch noch geringfügig bewegen. Handelssysteme, die auf „KAMA“ beruhen, sollten daher eine gewisse Toleranz beim Durchbruch der Kurse berücksichtigen. „KAMA“ wird im Allgemeinen mit kleinen Periodenzahlen für EF ausgewertet, da sich mit wachsendem Auswertungszeitraum die Wahrscheinlichkeit verringert, dass sich die Kurse in allen Perioden gleichgerichtet bewegen und selten der Effizienzfaktor 1 erreicht wird. Je mehr Perioden betrachtet werden, desto gleichförmiger ist EF. Die Extremwerte von EF können als Trigger für Gewinnmitnahmen dienen (vgl. auch „Chande’s Momentum Oszillator“). Für Handelsschemata, die auf zwei unterschiedlichen GDs basieren, ist „KAMA“ eher ungeeignet.

Empfehlung:
Die adaptive Technik verbessert meist die Leistung von Standardtechniken zur Trendbestimmung, kann jedoch nicht alle ihre Probleme lösen. Die Erkennung von Trend- und Seitwärtsphasen bleibt ein schwieriges Thema der technischen Analyse. Es kann vorkommen, dass sich Kurse zwar einheitlich bewegen, aber nur in sehr kleinen Schritten, was einen Effizienzfaktor von 1 hervorruft. Hier kann es Sinn machen, den Indikator so zu variieren, dass ein langsamerer Trend als der durch die bestehende Berechnung gegebene herangezogen wird, wenn die Gesamtbewegung unter ein Minimum fällt.

Querverweise:
Moving AverageCMO

Quelle:
Thomas Müller, TM BÖRSENVERLAG AG: Das GROSSE Buch der TECHNISCHEN INDIKATOREN

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