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14:02 08.06.16

Aktien Frankfurt: Anleger nehmen Gewinne mit

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich zur Wochenmitte zurückgehalten. Um die Mittagszeit sank der Dax um 0,58 Prozent auf 10 227,65 Punkte. Analyst Clemens Bundschuh von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von Gewinnmitnahmen nach dem starken Vortag, als der deutsche Leitindex dank des Rückenwinds der Übersee-Börsen mehr als anderthalb Prozent gewonnen hatte. Zudem hätten schwache Exportdaten aus China nun auf die Kurse gedrückt, erklärte der Experte weiter.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,64 Prozent auf 20 758,87 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,89 Prozent auf 1682,59 Punkte zurück. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,59 Prozent auf 3022,76 Punkte nach unten.

Im Mai waren Chinas Exporte wie erwartet noch deutlicher als im Vormonat zurückgegangen. Dagegen fielen die Importe nur leicht, was für Experten eine positive Überraschung war. Chinas Börsen konnten daraufhin ihre Verluste eindämmen. Der Nikkei-225-Index in Tokio legte sogar klar zu. Japan exportiert sehr viele Waren nach China. Zudem ist die japanische Wirtschaft im ersten Quartal etwas stärker gewachsen als prognostiziert.

VERSORGER WEITER ERHOLT

An der Dax-Spitze setzten die Aktien von Eon und RWE ihre Erholungsbewegung mit Kursgewinnen von 3,53 und 2,63 Prozent fort. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf informierte Personen, dass die Europäische Zentralbank ihr neues Kaufprogramm für Unternehmensanleihen mit Versorgerpapieren begonnen habe. Zudem holt sich der deutsche Branchenführer Eon an diesem Mittwoch grünes Licht von den Aktionären für seine historische Aufspaltung in alte und neue Energie. Die Zustimmung gilt als sehr wahrscheinlich.

Dagegen sanken die Continental-Titel um 0,91 Prozent. Händler sahen Berichte in der südkoreanischen Presse über einen möglichen Einstieg bei Konkurrent Kumho Tire als Belastung. Wie unter anderem der "Korean Herald" unter Berufung auf Finanzkreise berichtete, sondiert der deutsche Reifenhersteller derzeit die Finanzierungsmöglichkeiten. Als konkurrierende Interessenten nannte die Zeitung den französischen Rivalen Michelin und den schon zuletzt kauffreudigen chinesischen Chemieriesen ChemChina.

STUDIE STÜTZT KION - KURSERHOLUNG BEI K+S ENDET

Im MDax hielten sich Kion-Aktien mit plus 0,26 Prozent vergleichsweise gut. Die Papiere des Gabelstaplerherstellers profitierten davon, dass die DZ Bank die Beobachtung mit einem Kaufvotum aufgenommen und sie auf ihre Empfehlungsliste "Equity Long Ideas" gesetzt hatte.

Dagegen endete die jüngste Kurserholung bei K+S abrupt: Die Anteilsscheine büßten 3,42 Prozent ein, nachdem das US-Analysehaus Bernstein Research seine Kaufempfehlung für den Salz- und Düngemittelkonzern gestrichen hatte. Die europäischen Kalipreise hätten sich entgegen seiner bisherigen Erwartung abwärts entwickelt, begründete Jeremy Redenius seine nun negativere Einschätzung.

ABKLINGENDE ÜBERNAHMEFANTASIE BELASTET STADA

Für Stada-Aktien ging es wegen jäh abgekühlter Übernahmefantasien um 4,48 Prozent bergab. Stada hatte erklärt, mit dem Finanzinvestoren CVC Capital keine Gespräche wegen einer Übernahme zu führen oder geführt zu haben. Damit dementierte das Unternehmen entsprechende Spekulationen.

Im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen verloren die Aktien von Heidelberger Druck 0,93 Prozent. Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank sah sowohl in den endgültigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr als auch im Ausblick keine Überraschungen. Seit Anfang Mai hatten sich die Anteilsscheine des Druckmaschinenherstellers allerdings schon um über ein Drittel verteuert./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---



Quelle: dpa


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