12:23 11.03.16

Aktien Frankfurt: Dax erholt sich deutlich - 'Richtungssuche nach EZB-Chaos'

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Börsenbeben durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich der Dax am Freitag wieder erholt. Als Kurstreiber sah Händler Markus Huber vom Broker City of London Markets die Erholungsbewegung an der Wall Street am Donnerstagabend sowie die weitere Stabilisierung der asiatischen Börsen. Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar sieht den Dax derweil auf "Richtungssuche nach dem EZB-Chaos".

Bis zum Mittag legte der deutsche Leitindex um 2,75 Prozent auf 9759,17 Punkte zu. Damit machte er den Kursrutsch vom Vortag mehr als wett - auf Wochensicht deutet sich damit nur noch ein Minus von 0,66 Prozent an. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Freitag 2,79 Prozent auf 19 690,45 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 2,51 Prozent auf 1605,96 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich um 3,04 Prozent auf 3061,12 Punkte.

EXPERTEN ZWEIFELN AM ERFOLG VON EZB-MASSNAHMEN

Am Donnerstag hatte der Dax nur anfangs euphorisch auf die weiter gelockerte Geldpolitik der EZB reagiert und letztlich über 2 Prozent im Minus geschlossen. Experte Robert Halver von der Baader Bank bezweifelt, dass die Währungshüter mit ihren Maßnahmen Erfolg haben werden. Die zusätzliche Liquidität bringe wenig, da die Banken ihr Kapital schonten - sie diene lediglich dazu, für Ruhe an den Finanzmärkten zu sorgen.

"EZB-Präsident Mario Draghi hat mit seiner 'Bazooka' das Ziel verfehlt", betonte auch Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK. Der Auftritt von Draghi bei der Pressekonferenz habe letztendlich Sorgen aufgebracht, dass die Währungshüter ihr Pulver verschossen haben könnten.

Vor dem Wochenende beruhigte sich die Nachrichtenlage etwas. Neben neuen Nachrichten zum Abgasskandal des Autobauers Volkswagen (VW) standen die Jahresresultate der Töchter MAN und Porsche sowie Absatzzahlen des Konkurrenten BMW im Fokus.

VW MIT BERICHT IM FOKUS - ZAHLEN DER TÖCHTER MAN UND PORSCHE

Die VW-Vorzugsaktien machten trotz eines negativen Berichts mit einem Plus von fast 5 Prozent den Kursrutsch vom Vortag mehr als wett. Dem Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung zufolge haben VW-Techniker die Messungen bei Dieselfahrzeugen in den USA noch Ende 2014 und Anfang 2015 zusätzlich manipuliert, um genauer zu erkennen, ob die Fahrzeuge im Testmodus oder im Straßenverkehr unterwegs sind. Zuletzt hatten die Wolfsburger mit einer Ausweitung der Ermittlungen von US-Behörden sowie dem Abschied von US-Chef Michael Horn Negativ-Schlagzeilen gemacht.

Von der VW-Tochter MAN kamen zudem ernüchternde Geschäftszahlen. Der Konjunktureinbruch in Brasilien und der Unternehmensumbau ließen das operative Ergebnis des Lastwagenbauers 2015 um mehr als drei Viertel einbrechen. Der Nettogewinn halbierte sich fast und auch der Umsatz schrumpfte. Die VW-Sportwagentochter Porsche konnte hingegen Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) im vergangenen Jahr jeweils um ein Viertel steigern, rechnet 2016 aber mit einer weitgehend stagnierenden Entwicklung.

BMW STEIGERT ABSATZ

Die BMW-Titel verteuerten sich nach Absatzzahlen um fast viereinhalb Prozent. Die Münchener hatten im Februar knapp 8 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor. Die Aktien des Stuttgarter Konkurrenten Daimler gewannen rund 4 Prozent.

Aus dem SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen legten der Lkw-Zulieferer SAF Holland und das Verkehrstechnik-Unternehmen Schaltbau Rechenschaft über das vergangene Jahr ab. Bei SAF Holland konnten sich die Anleger über einen Kurssprung von 4 Porzent freuen, während Schaltbau lediglich um rund 1 Prozent vorrückten./gl/fbr

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---



Quelle: dpa


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